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27.06.2011 Beth Stackpole, Andrea König*

4 Anwender-Praxisberichte: Wie das iPad-Management nicht scheitert

Bei der Integration von Tablet-PCs sollten CIOs auf Geräte-Management, Sicherheit und Support achten. Auch empfehlen Praktiker einen firmeneigenen App Store.

Als die Angestellten bei Rehabcare vor einigen Monaten begannen, den CIO um iPads zu bitten, blieb Dick Escue überraschend ruhig. Warum, erzählte er Beth Stackpole von unserer amerikanischen Schwesterpublikation Computerworld. IT-Chef Escue und sein Team hatten einige Jahre zuvor bereits erfolgreich das iPhone im Unternehmen eingeführt und wollten diese Strategie nun auch auf das iPad und andere Tablets anwenden.

Escue suchte nach Mobile Management-Technologien, die die Wunschgeräte der Mitarbeiter möglich machten und nicht blockierten. Die Konsumerisierung der IT ist für ihn nichts Neues. Denn schon bei der iPhone-Einführung wurde ihm klar, dass nicht die IT-Abteilung sondern die Mitarbeiter mit neuen Geräten ins Unternehmen drängen.

CIOs können sich den Tablets gar nicht mehr verschließen. Allein das iPad soll sich 2010 15 Millionen Mal verkauft haben. Neben dem iPad2 kommen außerdem viele weitere Geräte auf den Markt, zum Beispiel RIMs Playbook und das Samsung Galaxy Tab.

Ganz unabhängig davon ob die Angestellten eigene Geräte ins Unternehmen mitbringen oder der Arbeitgeber ihnen die Tablets zur Verfügung stellt - die IT-Abteilung muss systematisch für das Management, die Sicherheit und den Support der Geräte sorgen. Hier sollte nicht zwischen den Tablets und beispielsweise PCs oder Laptops unterschieden werden.

Experten raten IT-Verantwortlichen:

• Etablieren Sie Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen. Dazu gehören Passwörter für Tablets ebenso wie die Möglichkeit, sensible Daten auf dem Tablet aus der Ferne löschen zu können, falls das Gerät verloren geht oder gestohlen wird.

• Entscheiden Sie, inwieweit der Support die Angestellten bei Fragen zum Tablet unterstützt. Hier kommt es auch darauf an, ob die Geräte dem Unternehmen oder den Mitarbeitern selbst gehören.

APPLE-GERÄTE INS UNTERNEHMEN INTEGRIEREN Vorurteile, dass sich Apple-Geräte nicht in die Sicherheitsstrategie der IT einfügen, gelten nicht. Das aktuelle Apple-Betriebssystem etwa unterstützt Verschlüsselung, ein zentrales Geräte-Management und die Datenlöschung aus der Ferne. Viele Tools für mobile Geräte bieten dazu mögliche Ergänzungen, mit denen sich zum Beispiel private und berufliche Bereiche auf dem Tablet einrichten lassen.

Beim Broadband-Spezialisten Tellabs haben sich die IT-Entscheider eine besondere Strategie für die mehreren hundert iPad-Nutzer im Unternehmen überlegt. Wer sein Gerät beruflich nutzen möchte, muss sich einwählen. Im System ist hinterlegt, auf welche Informationen und Applikationen der jeweilige Mitarbeiter zugreifen darf. Um die Applikationen zu nutzen, muss man mit dem mobilen Internet verbunden sein. Offline hat man keinen Zugriff auf Daten und Applikationen und auf den Geräten selbst werden auch keine Firmendaten gespeichert. Ein zentrales Tool für die Mobile-Strategie von Tellabs ist Sybase Afaria von SAP.

Beim Verlag Active Interest Media haben sich die IT-Verantwortlichen entschieden, beim Tablet-Management auf eine Software von Good Technology zurückzugreifen. Damit kann das Unternehmen sowohl das Management unterschiedlicher Tablets als auch das von Smartphones steuern.

Wollen Mitarbeiter von Active Interest Media eigene Geräte nutzen, müssen sie ein Formular ausfüllen, der Installation der Good Technology App zustimmen und in die Mobile-Richtlinien ihres Arbeitgebers einwilligen. Ist die App installiert, können bei Verlust des Tablets zum Beispiel Inhalte auf dem Gerät gelöscht werden. Mit der App könnte das Unternehmen auch den Zugang zu bestimmten Apps oder iTunes einschränken, was es bislang aber nicht tut.

Während sich viele CIOs bereits um eine gute Sicherheitsstrategie beim Umgang mit Tablets bemühen, fehlt ihnen häufig noch eine ideale Strategie für die Auslieferung von Apps. Eine Möglichkeit ist die Nutzung von iTunes, dann muss man aber eine Lösung finden, die Apps sicher an die Mitarbeiter zu liefern. Eine zweite Möglichkeit bestünde darin, dass das Unternehmen ein internes App Store einrichtet, das die IT selbst steuern kann. Gehören die Tablets dem Unternehmen, muss die IT-Abteilung entscheiden, ob Mitarbeiter Apps zur privaten Nutzung auf das Gerät laden dürfen.

EIGENER APP STORE IM UNTERNEHMEN Beim Medizingeräte-Hersteller Conceptus hat man sich für einen eigenen App Store entschieden, damit interne Applikationen auch intern bleiben. Alle im Unternehmen genutzten Geräte wurden auch vom Unternehmen gekauft. Wer eines bekommt, darf sich zwar auch private Apps herunterladen, muss aber beachten, dass das Gerät nicht zu beladen wird. Denn schließlich soll die berufliche Nutzung nicht beeinträchtigt werden.

Bei Conceptus bemüht man sich um einen regelmäßigen Dialog mit den Tablet-Nutzern. So verschickt die IT beispielsweise einen "App-Tipp der Woche" als Newsletter an ihre Tablet-Besitzer.

Bei SAP sind 3.500 iPads im Unternehmenseinsatz. Web 2.0-Technologien wie Wikis und andere Funktionen zur Selbsthilfe spielen eine Schlüsselrolle bei der Entlastung des Helpdesks, sagt SAP-CIO Oliver Bussmann der Computerworld. An einem zentralen Ort können sich Angestellte über die Funktionen der Tablets informieren, erhältliche Apps ansehen und lernen, wie man diese benutzt.

Bei Rehabcare ermuntert IT-Chef Escue die Mitarbeiter sogar, die Tablets auch privat zu nutzen. Dahinter steckt eine klare Strategie: Er gehe davon aus, dass Mitarbeiter besser auf die Geräte aufpassen, wenn sich persönliche Daten auf ihnen befinden, sagt er. Die Zahlen geben ihm recht, denn im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Anfragen an den Support gesunken.

* Die Autorin ist Redakteurin des deutschen CIO.

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