Das Netbook ist tot, es lebe das Ultrabook! Detail - Computerwelt

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09.06.2011 Alex Wolschann/idg

Das Netbook ist tot, es lebe das Ultrabook!

Intel will Apple mit einer neuen Geräteklasse angreifen um das durch Tablets bröckelnde PC-Geschäft wieder in Gang zu bringen. Das Konzept wurde auf der Computex präsentiert und soll die Vorteile von leistungsfähigen Notebooks und Tablets in sich vereinen.

Auf der Computex in Taipeh wurden allerlei neue Geräte vorgestellt, die iPad und Android-Tablets neue Konkurrenz machen sollen. Stoßrichtung sind dabei deutlich dünnere und leichtere Laptops mit Mainstream-Preispunkten und Tablet-PC-konformen Features wie Touchscreens und schnellen Einschaltzeiten.

Intel präsentiert auf der Computex nicht nur neue Prozessoren für solche Geräte, sondern schlägt auch einen neuen Namen für diese Gerätekategorie vor: Ultrabooks sollen sie heißen, wenn es nach dem Willen des weltgrößten Halbleiterproduzenten geht. Intel erwartet, dass sich bis Ende kommenden Jahres 40 Prozent aller Consumer-Notebook-Designs in diese Richtung bewegen werden. Die Geräte sollen dünner als zwei Zentimeter sein, ein Gewicht von einem Kilogramm tunlichst nicht überschreiten und über kurz oder lang unter 700 Dollar kosten. Diese Rezeptur soll dem iPad und den unzähligen Android-Tablets, die in den nächsten Wochen auf den Markt kommen oder es schon sind, Käufer abjagen. Wirklich spannend soll es laut Intel aber erst 2012 werden: Dann sollen die Ultrabooks mit Intels neuer 3D-CPU aus der Ivy-Bridge-Reihe ausgestattet werden und so weniger als 15 Watt für den Betrieb des Rechenkerns ausgeben. Intel bekennt sich außerdem nicht nur zu Thunderbolt – die Ultrabooks sollen den zusammen mit Apple entwickelten USB-Konkurrenten verwenden – sondern auch zu USB 3.0.

Den Anfang macht heuer schon Asus mit seinem UX21, das an der dicksten Stelle 1,7 Zentimeter misst. Andere Hersteller versuchten schon vor der Computex, Aufmerksamkeit zu erheischen. Dell etwa kündigte in der vergangenen Woche seinen XPS 15z an, das der Hersteller als »das dünnste 15-Zoll-Notebook auf dem Markt« bewarb. Diese Behauptung trifft aber nur zu, wenn von Notebook-PC die Rede ist und Apples Macbook Air außer Acht gelassen wird. Hewlett-Packard kündigte mit dem ProBook 5330m ebenfalls ein Business-Notebook an, das weniger als ein Zoll (2,54 Zentimeter) dick ist. Auch Acer will bereits im Herbst mit einem Modell der neuen Generation von Ultrabooks aufwarten können. »Die Ultrabooks könnten den Notebookmarkt wieder in Schwung bringen«, erklärt Acer-CEO Jim Wong.

Intel hatte in der Vergangenheit schon einmal relativ vergeblich versucht, speziell für seine besonders stromsparende ULV-Prozessoren eine »Dünn-und-leicht«-Kategorie für ein paar hundert Dollar mehr zu etablieren. Diesmal soll eine großangelegte Marketingkampagne helfen. Bezeichnender Weise ist diese Strategie das genaue Gegenteil zu jener von Google, die mit dem Chromebook erst vor kurzem ein Bindeglied zwischen Netbook und Tablet präsentiert haben, das mit schlanker Hardware und Software ausschließlich aus dem Netz reüssieren soll.

SCHWELLENLÄNDER SOLLEN ABSATZMINUS KOMPENSIEREN Die Ankündigung Intels hat nicht zuletzt mit den schier unglaublichen mutmaßlichen Absatzzahlen zu tun, die Analysten den Tablets prophezeien. Der Erfolg der Tablets ist laut Wall Street Journal bisher primär auf gesättigte Märkte wie die USA und Westeuropa beschränkt. Außerdem leisten sich hauptsächlich Gutverdiener solche Geräte – laut den Marktforscher von Nielsen verdienen 46 Prozent der Tablet-Käufer mehr als 100.000 Dollar im Jahr im Vergleich zu 33 Prozent bei Notebook-Kunden. Noch wird ein Tablet auch als Zweit- oder Drittgerät angeschafft. Kaum ein User kauft ein Tablet ohne ein Notebook oder Netbook zu besitzen.

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