Martin Wallner, Samsung: Konvergente Welt nimmt auch im Wohnzimmer langsam Formen an Detail - Computerwelt

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10.02.2011 Alex Wolschann

Martin Wallner, Samsung: Konvergente Welt nimmt auch im Wohnzimmer langsam Formen an

Im COMPUTERWELT-Interview spricht Samsungs heimischer Telekommunikationschef Martin Wallner über die Tablet-Aufholjagd und die Vorteile eines kompletten Portfolios.

Mit dem Galaxy Tab und dem Smartphone Galaxy hat Samsung zwei Asse im Konkurrenzkampf mit Apple im Ärmel. Im COMPUTERWELT-Interview spricht Samsungs heimischer Telekommunikationschef Martin Wallner über die Tablet-Aufholjagd und die Vorteile eines kompletten Portfolios.

Der Anteil an Smartphones steigt und steigt. Liegt Österreich bei dieser Entwicklung im Trend? Martin Wallner: Österreich liegt ziemlich im westlichen Durchschnitt. Im Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres ­lagen wir schon bei einem Smartphone-Anteil von über 40 Prozent, im ersten Quartal 2011 sollen es über 50 Prozent werden. Samsung ist in Österreich Nummer 2, diese Zahl ist uns aber nicht so wichtig, da es uns nicht um die Stückzahlen geht, sondern um den Geräteumsatz, da würde es schon ganz anders aussehen.

Das Samsung Galaxy zählt zu den beliebtesten Smartphones. Was zeichnet ein erfolgreiches Smartphone aus? Als Apple das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, war das eine Revolution, das muss man ganz klar sagen. Nun haben die anderen Hersteller aufgeholt und momentan gibt es eher eine Evolution. Die beiden Systeme iOS und Android sind sicher ­dominant, wobei man auch ein großes ­Unternehmen wie Microsoft mit Windows 7 nicht abschreiben sollte. Die Offenheit von Android ist aber sicher einzigartig. Zusammen mit der Ausstattung ergibt sich daraus ein sehr gutes Gesamtpaket. Man muss klar sagen: Mit Android kann jeder ein Smartphone auf den Mark bringen, der irgendwie ein Handy zusammenschrauben kann.

Das Galaxy Tab kam als zweites Tablet nach dem iPad auf den Markt: Wie wirkt sich der Vorsprung von Apple auf die Konkurrenz aus? Die Apple-Fangemeinde wird ihrem ­Produkt sicher treu bleiben. Genau so wie es dann die Google- oder Android-Fans geben wird. Nachdem das immer mehr geschlossenere Ökosysteme werden, wird irgendwann auch der Fernseher dazu kommen und andere Produkte. Wenn ich ein iPhone habe, werde ich auch ein iPad kaufen und vielleicht Apple TV verwenden, und genauso wird es bei Google oder auch Samsung sein. Die Tablet-Verkaufszahlen in Österreich sind noch sehr überschaubar, ich denke nicht, dass Apple hier einen uneinholbaren Vorsprung hat. ­Apple hat auch ein ganz anderes Vertriebsmodell. Es wird so viele Formfaktoren und Geräte geben, sodass die Kunden eine breite ­Auswahl bekommen. Allein in Barcelona sollen 50 neue Geräte vorgestellt werden. Die Konvergenz im Wohnzimmer war ­bisher ein Wunschtraum, aber wir gehen immer mehr in diese Richtung. Das beginnt bei der Digitalkamera und endet beim Tablet oder beim Fernseher. Es gibt nicht so viele Hersteller, die wirklich alle Produkte anbieten können.

Halten Sie Tablets für einen Modetrend, der schon bald wieder abflauen könnte oder kann sich dieser Formfaktor ­langfristig durchsetzen? Wir glauben fest daran. Es gibt ja auch ­einige Studien, die das große Potenzial der Tablets bestätigen. Es kommt auch darauf an, was man unter einem Tablet versteht. Wir werden in Barcelona auch einige ­Neuigkeiten präsentieren und auch unsere Roadmap für 2011 sieht sehr gut aus.

Tablets haben auch die E-Reader unter Druck gesetzt und fördern den Buchverkauf. Was ist Ihrer Meinung nach die Killerapplikation für Tablets und wohin könnte sich der Content mittelfristig entwickeln? Das ist momentan die große Frage. Es gibt ja schon sehr viele Modelle und Kooperationen vor allem mit Apple, aber ich kenne noch niemanden aus der Branche, der bisher etwas daran verdient hätte außer Apple selbst. Die Menschen sind es gewöhnt, dass das Internet gratis ist. Es ist sehr schwierig, dafür später wieder Geld zu verlangen. Es gibt einfach noch keine Business Cases. Ich glaube auch nicht, dass die ­Zukunft des Content in exklusiven Kooperationen wie bei Apple liegt. Nur vier ­Prozent aller Geräte weltweit sind iPhones, für vier Prozent braucht macht man keine ­exklusiven Kooperationen.

Das Gespräch führte Alex Wolschann.

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