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19.10.2009 apa/Rudolf Felser

Amazons Kindle in Österreich

Ab heute ist eines jener Geräte nun für Österreicher erhältlich, auf das die E-Book-Branche große Hoffnungen setzt: der Kindle von Amazon.

E-Books haben eine lange Geschichte als das "nächste große Ding", das dann aber doch nicht zünden will: Die Leser haben Vorbehalte, das gute alte Papierbuch aufzugeben, und das Angebot an deutschsprachiger Literatur ist trotz Schwerpunkten auf der Frankfurter Buchmesse noch mager. Ab heute, Montag, ist eines jener Geräte nun für Österreicher erhältlich, auf das die E-Book-Branche große Hoffnungen setzt: der Kindle des US-Internethändlers Amazon. Die internationalen Kindle-Kunden müssen vorerst aber einige Einschränkungen akzeptieren.

Mit dem Kindle will Amazon das für die E-Books schaffen, was Apple mit iPod und iTunes für den digitalen Musikvertrieb kreiert hat: nicht nur ein Gerät zu verkaufen, sondern eine Gesamt-Plattform zu erstellen. Den Kindle, dessen Display wie bei anderen E-Book-Readern durch "E-Ink"-Technologie bedrucktem Papier ähnelt, kann man nur aus dem Amazon-Bestand mit Büchern beladen.

Eine Taktik mit zunehmendem Erfolg: 360.000 Buchtitel verkauft Amazon in den USA sowohl als Papierbuch als auch als E-Book. Und bei diesen steigt der Anteil der digital verkauften Bücher rasant: Im Juni 2008 wurden pro hundert verkauften Papierbüchern 15 E-Books verkauft. Im Mai 2009 war das Verhältnis hundert zu 35, derzeit ist es schon hundert zu 48, sprich es werden knapp halb so viele E-Books wie herkömmliche Bücher desselben Titels verkauft.

Der Kindle selbst, also das Gerät, auf dem diese E-Books dann gelesen werden, ist der Bestseller im gesamten Amazon-Angebot, sagt Ian Freed, der Vizepräsident für "Digitale Services" bei Amazon.com, im APA-Gespräch. Der Kindle soll die "besten Features des Buches" bieten und dieses an entscheidenden Stellen weiterentwickeln. "Es geht nicht um das Buch, sondern um das Lesen", so Freed. Ein E-Book-Reader sei nur dann gelungen, "wenn er verschwindet: Die Kunden sollen beim Lesen nicht abgelenkt werden."

Irritationen könnte es jedoch für die potenziellen Leser beim Kaufentscheid geben: Bestellen kann man den Kindle für einen Gerätepreis von 279 Dollar (rund 188 Euro) nur in den USA, von wo die Geräte ab heute, Montag, versandt werden - den anfallenden Zoll muss der Kunde bezahlen. Das Ladegerät des Kindle ist mit einem US-Stromstecker ausgestattet - den Adapter für österreichische Steckdosen kann man "beim Kindle-Kauf für weniger als zehn Dollar gleich mitbestellen", so Freed. Das Buch-Angebot ist derzeit auf englischsprachige Literatur beschränkt, und nicht alle dieser Bücher stehen in jedem Land zur Verfügung.

IN ÖSTERREICH TEURER Am gravierendsten aber sind wohl zwei Punkte: Es gibt weniger Bücher im Angebot, und diese sind für Österreicher teurer als für US-Kunden. Und da die Übertragung der Bücher auf den Kindle per Roaming weiter über den US-Betreiber AT&T und nicht über lokale Handynetz-Anbieter im jeweiligen Land des Käufers vonstattengeht, ist der Datentransfer für internationale Kunden eingeschränkt. So können diese zwar auch Zeitungen wie die "New York Times" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" abonnieren, die sich jeden Morgen automatisch am Kindle aktualisieren; die Bilder zu den Artikeln, die US-Kunden sehen, fehlen jedoch. Und auch die Möglichkeit, Blogs zu abonnieren, entfällt.

"Es ist okay für uns, wenn die Kunden mit dem Kauf noch warten", antwortet Freed auf die Aufzählung dieser Liste. "Aber viele Kunden werden den Komfort des Gerätes schon jetzt schätzen. Wir haben viele internationale Bestellungen, auch aus Österreich." Amazon werde aber "das Angebot natürlich weiterentwickeln". So soll 2010 auch der Kindle DX (mit weit größerem Display) international verfügbar sein - auf welchem Vertriebsweg, darüber wollte Freed keine Auskunft geben.

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