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04.12.2009 Michael Schmelzle*, Alexander Kuch*

So finden Sie den richtigen PC

Elektronikmärkte und Online-Händler überschwemmen Sie vor Weihnachten mit PC-Angeboten und auch die Discounter mischen kräftig mit. Mit unserem Ratgeber finden Sie den passenden PC.

Gerade zur Weihnachtszeit überschlagen sich die Elektronikmärkte und Discounter mit vermeintlichen Schnäppchen-Angeboten. Allein im November hatte Aldi mit dem Multimedia-Rechner Medion Akoya P7340 D, dem All-In-One-PC Medion Akoya P4010 D und dem 18,4-Zoll-Notebook Medion Akoya P8612 gleich drei Angebote am Start.

Wie können Sie in dieser Fülle den Überblick behalten? Machen Sie sich zuerst einmal klar, wie viel Geld Sie investieren möchten und für welchen Einsatzzweck der PC hauptsächlich verwendet wird. Denn das ist der erfreuliche Aspekt des Überangebots: Der PC-Markt hält heute für jede Anforderung genau den richtigen Rechner bereit.

Momentan können wir den PC-Markt in folgende Preisklassen einteilen – wir verraten Ihnen, für welche Zwecke die Geräte der jeweiligen Preisklasse taugen:

Nettops und Einsteiger-PCs (200 bis 400 Euro): Von Billig-PCs mit Standard-Komponenten können Sie nur eine spartanische Ausstattung und eine schwache Rechenleistung erwarten. Die Möglichkeiten für spätere Aufrüstungen sind meist begrenzt und aufgrund der billigen Kühlungskomponenten sind die PCs nicht für einen leisen Betrieb optimiert. Diese Lücke füllen zumindestens die Nettops aus. Obwohl ihre Rechenleistung nur für Büro-Arbeiten, E-Mail und das Surfen im Internet ausreicht, haben Sie einen entscheidenden Marktvorteil: Sie sind klein, leise und verbrauchen nur wenig Strom.

Multimedia-PCs (bis 700 Euro): Von einem Multimedia-PC können Sie schon etwas mehr erwarten: Dank einer leistungsfähigen CPU, größerem Arbeitsspeicher und mehr Festplattenkapazität sind Multimedia-PCs echte Allrounder für zuhause. Die Leistung reicht für Bildbearbeitung und Videoschnitt, TV-Aufnahmen und anspruchslosere Spiele. Wenn der PC leise und vom Design her nicht allzu hässlich ist, findet er seinen Platz als vernetztes Medienwiedergabegerät im Wohnzimmer neben Fernseher und Surround-Lautsprecherset. Zu diesem Zweck muss er natürlich über die entsprechenden Schnittstellen verfügen.

Spiele-PCs (über 700 Euro): Für aktuelle Computerspiele, die Bearbeitung von Videomaterial in hoher Auflösung sowie professionelle 3D-Anwendungen brauchen Sie einen Hochleistungs-PC mit einer möglichst aktuellen Quadcore-CPU, großem Arbeitsspeicher und den neuesten Grafikchips. Bei den High-End-PCs über 2000 Euro übertakten die Hersteller oft die CPU ab Werk, koppeln mehrere Grafikkarten in einem Verbund, spendieren massig Festplattenspeicherplatz und kühlen das System mit hochwertigen Komponenten wie zum Beispiel einer Wasserkühlung.

PC-KAUF: HARDWARE, ANSCHLÜSSE UND VERARBEITUNG Darauf sollten Sie beim Kauf eines Desktop-PCs achten

CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte: Für einen Multimedia-PC reicht eine flotte Dual-Core-CPU, mittlerweile bekommen Sie allerdings auch schon Systeme mit Quadcore-CPU unter 700 Euro. Für Bildbearbeitung und Videoschnitt sollte der Arbeitsspeicher mindestens 4 GB betragen, Spiele-PCs verfügen über 8 bis 12 GB. Als Computerspieler werden Sie nur Grafikkarten der neuesten Generation verwenden, da aktuelle DirectX-10-Spiele mit älteren Karten nicht flüssig oder gar nicht laufen. Für einen Multimedia-PC reicht eine günstige Mittelklasse-Grafikkarte; für Videoschnitt sollte sie allerdings mindestens 1 GB eigenen Speicher haben.

Festplatte, Brenner, Kartenleser, TV: Ein Multimedia-PC sollte mindestens 500 GB Festplattenkapazität mitbringen. Zeichnen Sie viele TV-Sendungen mit dem PC auf, lohnt es sich, diese Kapazität gleich zu verdoppeln. Ein DVD-Brenner ist heutzutage Standard. Bei PCs über 1000 Euro können Sie erwarten, dass das optische Laufwerk Blu-ray-Medien zumindestens lesen kann. Da Blu-ray Brenner und die entsprechenden Rohlinge noch teuer sind, finden Sie diese erst in PCs über 1500 Euro. Bei Multimedia-PCs ist ein integrierter Speicherkartenleser Pflicht. Achten Sie beim Kauf darauf, dass er das Kartenformat Ihrer Digitalkamera lesen kann. Eine eingebaute TV-Karte muss natürlich den Standard Ihrer TV-Empfangseinrichtung unterstützen (DVB-T, DVB-S oder DVB-C), ansonsten ist sie wertlos.

Sound und Netzwerk: Für die Klangerzeugung hat heutzutage fast jede Hauptplatine einen Onboard-Chip, allerdings sind die PC-Hersteller hier oft knauserig und sparen sich digitale S/P-DIF-Ausgänge auf der PC-Rückseite. Wenn Sie auf höchste Soundqualität Wert legen, führt an einer hochwertigen Soundkarte kein Weg vorbei. Vereinzelt begegnet uns in Multimedia-PCs noch die Unsitte, dass der Ethernet-Controller kein Gigabit-LAN, sondern nur Fast Ethernet 10/100 unterstützt. Ein integriertes WLAN-Modul bieten manche Hersteller optional an. Achten Sie aber in diesem Fall darauf, dass es den Standard 802.11n unterstützt und eine WLAN-Antenne beiliegt. Einen WLAN-Adapter können Sie aber über USB problemlos extern anschließen. Dies betrifft auch die kabellose Verbindung zu einem Smartphone: Ein integriertes Bluetooth-Modul ist in einem Desktop-PC höchst selten, ein externer USB-Adapter tut es genauso.

Anschlüsse: Gerade beim Einsatz zuhause muss der PC über genügend Anschlussmöglichkeiten verfügen, da die Menge der Peripheriegeräte immer mehr zunimmt. Die PS/2-Schnittstellen für Tastatur und Maus sind noch lange nicht ausgestorben – damit haben Sie bereits 2 USB-Ports für andere Geräte gespart. Serielle und parallele Anschlüsse werden allerdings immer seltener. Sechs bis acht USB-Anschlüsse sollten es mindestens sein, viele Hersteller bieten inzwischen bis zu 12 USB-Buchsen.

Der LAN-Anschluss ist ebenso Standard wie die analogen Audio-Anschlüsse für Stereo-Lautsprecher, Mikrofon oder Headset. Für den Einsatz im Wohnzimmer benötigen Sie einen digitalen S/P-DIF-Ausgang beziehungsweise eine HDMI-Schnittstelle. Für Standard-Displays reichen DVI und VGA-Port. Leider nicht immer anzutreffen sind die Firewire- und die eSATA-Schnittstelle: Sollten Sie Peripheriegeräte mit diesen Anschlussarten besitzen, müssen Sie diese Schnittstellen gegebenenfalls über eine interne Steckkarte nachrüsten.

Verarbeitung: Wenn Sie die Möglichkeit haben, den PC vor dem Kauf in Augenschein zu nehmen, werfen Sie ruhig einmal einen genauen Blick auf den Rechner: Ist das Gehäuse verbogen oder verzogen? Gibt es Plastikteile, die leicht abbrechen oder scharfe Kanten, an denen man sich schneidet? Interessant ist auch die Frage, ob Sie den PC notfalls ohne Schraubenzieher öffnen können – bei hochwertigen Spiele-PCs ist dies mittlerweile Standard.

Wenn Sie den Rechner öffnen und hineinschauen können, prüfen Sie, wie der PC zusammengebaut ist: Sind Festplatten und Laufwerke ordentlich befestigt? Überstehen Kühlkörper und Lüftungskomponenten auch einen Postversand? Wenn Kabel lose im Gehäuse herumhängen, ohne dass sie mit Kabelbindern zusammengebunden sind, kann dies gefährlich werden, wenn ein Kabelende in einem Lüfter gerät. Teure Gehäuse für Gaming-PCs haben manchmal Tragegriffe, damit Sie den Boliden leichter zu LAN-Partys transportieren können.

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