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07.02.2010 Beat Rüd*

Datenrettung: So retten Sie gelöschte Daten

Oft genügt ein ungewollter Klick und wichtige Daten sind gelöscht. Dass sie deswegen noch lange nicht verloren sind, zeigen wir in diesem Ratgeber.

Daten auf Papier zu retten, ist einfach: Die Blätter sind schnell wieder aus dem Papierkorb gefischt. Eine vollständige Vernichtung der Daten ist mit einem geeigneten Schredder auch keine Hexerei. Das Retten und Vernichten digitaler Daten ist - im Prinzip - genauso einfach: Mit einem Druck auf die Entfernen-Taste werden Daten in den Windows-Papierkorb verschoben, aus dem Sie so gelöschte Objekte bequem retten können. Mehr dazu finden Sie auf den folgenden zwei Seiten.

Wurden die Dokumente allerdings auch im Papierkorb gelöscht, benötigen Sie zum Retten ein Spezialprogramm, das die Harddisk Schritt für Schritt nach Dateifragmenten durchsucht. Unfreiwilliger Datenverlust kann auch Ihnen passieren: Da gibt es etwa die Möglichkeit, Dateien mit der Tastenkombination Shift+Entf direkt zu löschen - ohne Umweg über den Papierkorb. Ob es die Festplatte trifft, die Speicherkarte der Digitalkamera, den Festplatten-MP3-Player oder den USB-Stick: Von jedem Speichergerät, das Sie an den PC anschließen und wie ein Laufwerk ansprechen, lassen sich gelöschte Daten mit einem geeigneten Programm wiederherstellen. Damit Sie Ihre privaten Daten nicht mit der alten Festplatte in Ebay weiterverkaufen, gehen wir auf der letzten Seite auf sicheres Löschen ein.

WINDOWS-PAPIERKORB RICHTIG KONFIGURIEREN Das einfachste Werkzeug zum Löschen und Wiederherstellen von Daten bietet Windows gleich selbst an: Es heißt Papierkorb. Wenn Sie eine Datei löschen, wird sie nicht definitiv vernichtet, sondern bloß in den virtuellen Mülleimer verschoben (Ausnahme: Dateien im Netzwerk und Dateien, die so groß sind, dass Sie im Papierkorb keinen Platz finden). Gelöschte Daten beanspruchen dort genauso viel Speicherplatz wie zuvor. Windows löscht Dateien automatisch, wenn der Platz im Papierkorb knapp wird. In dieser Situation wird nur so viel Speicherplatz freigeschaufelt, wie die neu hinzugekommene Datei einnimmt.

Wie viel Platz der Papierkorb auf der Festplatte beanspruchen darf, bestimmen Sie selbst: Klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Papierkorbsymbol und wählen Sie den Eintrag "Eigenschaften". Im Fenster "Eigenschaften von Papierkorb" legen Sie fest, wie viel Prozent der Festplatte der Papierkorb maximal verbrauchen darf. Im Register "Global" nehmen Sie diese Einstellung für alle Laufwerke vor. Falls Sie mehrere Festplatten besitzen und Sie nicht jeder denselben Prozentsatz zuteilen möchten, aktivieren Sie "Laufwerke unabhängig konfigurieren" und nehmen separate Einstellungen in den Registern vor.

GELÖSCHTE DATEN MIT BORDMITTELN RETTEN In Windows gelöschte Dateien lassen sich sofort wiederherstellen. Nach einem Doppelklick auf das Papierkorbsymbol öffnet sich das Fenster "Papierkorb". Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei und wählen im Kontextmenü "Wiederherstellen". Die Datei wird automatisch in das Verzeichnis zurückkopiert, in dem sie ursprünglich lag. Wollen Sie mehrere Dateien retten, drücken Sie die Strg-Taste und markieren eine nach der anderen mit der linken Maustaste. Danach lassen Sie die Strg-Taste los, klicken mit der rechten Maustaste auf eine der markierten Dateien und wählen wiederum "Wiederherstellen" im Kontextmenü. Fürs Wiederherstellen sämtlicher Dateien im Papierkorb klicken Sie auf "Alle Elemente wiederherstellen".

Die Kontrolle über das endgültige Löschen dürfen Sie nie Windows überlassen. Daher sollten Sie den Papierkorb auch nie ganz füllen, da in diesem Fall Dateien ohne Rückfrage endgültig gelöscht werden. Besser ist, wenn Sie den Papierkorb ab und zu von Hand leeren. Vergewissern Sie sich, dass Sie wirklich keine der im Papierkorb liegenden Dateien mehr brauchen. Dann klicken Sie auf "Papierkorb leeren". Windows fragt: "Sollen alle Elemente im Papierkorb wirklich gelöscht werden?" Nach einer letzten Kontrolle bestätigen Sie dies mit "Ja". Jetzt sind die Dateien - zumindest für Windows - endgültig verschwunden. Sie werden sie weder mit dem Explorer noch mit Ihrer Büro-Software wiederfinden. Die Daten liegen aber noch so lange auf der Harddisk, bis sie von anderen Daten überschrieben werden. Löschen ist also eigentlich der falsche Ausdruck. Besser wäre "zum Überschreiben freigegeben". Es gibt zahlreiche Programme, die auch vermeintlich gelöschte Dateien wieder zum Vorschein bringen.

GELÖSCHTE DATEN MIT FREEWARE "PC INSPECTOR FILE RECOVERY" FINDEN Ein kostenloses Daten-Rettungs-Programm ist PC Inspector File Recovery. Es ist einfach aufgebaut, aber etwas kompliziert in der Bedienung. Öffnen Sie nach der Installation PC Inspector File Recovery und wählen Sie im Fenster "Choose language" den Eintrag "German", damit das Programm in deutscher Sprache startet. Klicken Sie auf OK und schließen Sie das aufpoppende Willkommensfenster.

Um versehentlich gelöschte Dateien mit PC Inspector File Recovery zu retten, klicken Sie auf das Icon "Laufwerk auswählen". Anschließend bestimmen Sie das Laufwerk, auf dem sich die versehentlich gelöschten Daten befinden und klicken auf OK. Im neuen Fenster sehen Sie links die Spalte "Ordner", die ähnlich aufgebaut ist wie der Windows-Explorer. Zuoberst ist der Ordner "Wurzel", eine etwas ungeschickte Übersetzung des englischen Wortes "root", der Bezeichnung für das Grundverzeichnis eines Dateisystems, in dem alle anderen Verzeichnisse und Dateien abgelegt sind. Innerhalb dieser "Wurzel" finden Sie sämtliche Dateien und Ordner auf dem gewählten Laufwerk.

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