Apple will auch bei E-Books den Takt vorgeben Detail - Computerwelt

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10.02.2010 Alex Wolschann

Apple will auch bei E-Books den Takt vorgeben

Nach monatelangen Spekulationen hat Apple einen Tablet-PC angekündigt. Der iPad dient auch als E-Book und soll dem Kindle von Amazon Konkurrenz machen. Die Marketingprofis von Apple haben jedenfalls schon mächtig Staub aufgewirbelt.

Selbst als auf der CES in Las Vegas Anfang des Jahres so gut wie alle namhaften Notebookhersteller erste Modelle der neuen Tablet-PC-Generation vorgestellt haben, war der damals noch namenlose iPad von Apple bereits in aller Munde. Dabei war außer ein paar clever gestreuten Gerüchten noch nichts von Apples erstem Tablet-PC bekannt.

Daher wundert es nicht, dass das Medienecho kurz nach dem Launch durch Vordenker Steve Jobs entsprechend laut ausfiel. Schon heißt es, Amazon hätte nur durch den Druck des iPad im Streit mit den Verlagen nachgegeben. Auch erste Meldungen von Preissenkungen bei eben erst vorgestellten Tablet-PC großer Hersteller machen schon die Runde. Die Konkurenz soll beim iPad von einem Preis um rund 1.000 Dollar ausgegangen sein. Die nun kolportierten Preise von 499 Dollar für die 16GB-Variante ohne UMTS bis zu 820 Dollar inklusive UMTS-Modul und 46GB Speicherplatz kamen aber nicht nur für die Konkurrenz überraschend.

Tatsächlich kosten viele am Markt erhältlichen E-Book-Reader zum Teil nur knapp weniger, können aber außer Textdarstellung nicht viel. Amazons Kindle DX etwa kostet rund 490 Dollar, also nur knapp zehn Dollar weniger. Der einzige technische Vorteil des Kindle gegenüber dem iPad liegt in der längeren Akkulaufzeit. Amazon hat sich aber unmittelbar nach dem iPad-Launch bereits das New Yorker Startup Touchco einverleibt um dem Kindle möglichst schnell einen frischen Anstrich zu verleihen.

RIESIGES IPHONE Auf den ersten Blick erinnert das iPad an ein riesiges iPhone, auch die Home-Taste wurde übernommen. Auch die Benutzeroberfläche deckt sich mit jener des iPhone, ein neues Betriebssystem wurde also nicht vorgestellt. Das iPad unterstützt auch kein Flash, was schon beim iPhone als einer der größten Kritikpunkte bemängelt wurde. Die Konsumenten haben diese Tatsache dank dem App-Store mit 140.000 Anwendungen aber offensichtlich nicht gestört. Dennoch laufen fast alle Spiele und Videos heutzutage über Flash. Das Begutachten von Youtube-Videos ist wie beim iPhone nur mit einem eigenen Tool möglich.

Auch der Mini-SIM-Kartenslot in den 3G-Modellen ist mit hiesigen SIM-Karten nicht kompatibel. Profis können heimische SIM-Karten jedoch so zuschneiden, dass eine Verwendung im iPad funktioniert. Anzuraten ist diese Maßnahme jedoch nicht. Alle heimischen Hersteller müßten neue SIM-Karten produzieren, um das iPad mit 3G und damit akttraktiven Datentrarifen zu verkaufen. Die jüngsten Statements der Provider, die sich übrigens geschlossen vorstellen können, das iPad ins Programm zu nehmen, klingen diesbezüglich sehr flexibel, obwohl derzeit kein Anbieter ein Gerät mit Mini-SIM-Karte im Portfolio hat. Da das iPad, so ist es zumindest geplant, ohne SIM-Sperre nach Europa kommt, wird es auch keine Exklusivverträge mit einzelnen Anbietern geben, wie es beim iPhone der Fall war.

HAUSEIGENE CPU Im Inneren des iPad arbeitet ein selbst entwickleter A4-Prozessor mit einem Ghz Taktfrequenz. Dennoch beherrscht das iPad kein Multitasking, es kann also immer nur eine Anwendung gleichzeitig benutzt werden. Die Ausnahme macht die iPod-Funktion, Musikwiedergabe kann auch in einer Anwendung fortgesetzt werden. Das Installieren von Fremdanwendungen ist nicht möglich.

Das kapazative Display besitzt eine Diagonale von 9,7 Zoll. Das Gerät unterstützt Multitouch und kann daher wie das iPhone mit mehreren Fingern bedient werden. Alle im App-Store vorhandenen Apps sollen laut Apple funktionieren. Durch das große Display verspricht sich der Konzern nicht unberechtigt eine Fülle an neuen Spielen und Anwendungen.

Eines der wichtigsten Features des iPad ist die Anwendung iBooks und der iBooksStore. Im Gegensazu zu Amazons Kindle setzt das iPad auf den offenen EPUB-Standard. Alle deutschsprachigen Verlage haben sich auf diesen Standardd geeinigt. Unklarheiten gibt es aber noch beim verwendeten Kopierschutz. Bislang wird bei E-Readern, etwa bei Sony, eine Adobe-DRM-Technik verwendet, laut Adobe soll diese Technik nicht im iPad zum Einsatz kommen. Wie so oft gibt es aber schon einige verschiedene Formate für die diversen Reader und deren Kopierschutz. So kann der Kindle nicht mit Sonys E-Reader und umgekehrt. Dass Apple gänzlich auf einen Kopierschutz verzichten wird, ist kaum zu erwarten.

Die Software iWork wurde komplett neu entwickelt und soll die Benutzung von Arbeitstools wie Pages, Numbers und Keynote (oder auch Word, Excel und Powerpoint) auf der Touchoberfläche erleichtern. Alle drei Anwendungen sollen für jeweils knapp zehn Dollar erhältlich sein. Wer gar nicht ohne Tastatur auskommt, kann sich ein Keyboard als Dock-Zubehör extra kaufen.

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