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04.03.2010 Markus Weber*, Martin Kuppinger*

Tipps & Tricks zum Task-Manager

Der Task-Manager in Vista und Windows 7 zeigt sich im Vergleich zu XP deutlich erweitert. Wir geben Ihnen einen Überblick über die interessanten Extras, aber auch über wichtige Basisfunktionen des Tools.

Der Task-Manager von Windows zählt zu den etwas versteckten, aber auch ausgesprochen nützlichen Werkzeugen. Starten können Sie ihn wahlweise über das Kontextmenü der Task-Leiste oder die Tastenkombinationen <Strg>-<Alt>-<Entf> und <Strg>-<Shift>-<Esc>.

Natürlich können Sie auch selbst eine Verknüpfung zur Programmdatei Taskmgr.EXE (%windir%System32) mit einer noch bequemeren Tastenkombination anlegen. Der Manager startet grundsätzlich nur einmal. Sie müssen also beim Aufruf per Hotkey nicht darauf achten, Mehrfach-Instanzen zu vermeiden. Um den Task-Manager zu schließen, reicht einfaches <Esc>.

Die Prozesse: Sehen, was läuft Auf der Startseite finden sich die aktuell ausgeführten Anwendungen im System. Anwendungen lassen sich hier stoppen. Außerdem kann man auch neue Aufgaben (Tasks) starten, was allerdings nur in den seltensten Fällen einmal nötig sein dürfte. Deutlich interessanter ist die Registerkarte „Prozesse“. Hier findet sich eine Liste aller aktuell laufenden Prozesse für den derzeitigen Benutzer. Mit „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ können Sie sich aber auch Prozesse anderer mit dem Rechner verbundener Anwender anzeigen lassen. Die Einträge lassen sich nach Spalten sortieren. Im Vergleich zu älteren Versionen wird standardmäßig eine meist gut brauchbare Beschreibung der Prozesse angezeigt, so dass Sie sie leicht identifizieren können.

Für weitergehende Analysen der laufenden Prozesse können Sie über „Ansicht, Spalten auswählen“ auch weitere Spalten auswählen und beispielsweise die Speichernutzung differenzierter analysieren, indem Sie sich neben dem genutzten Arbeitsspeicher auch den zugesicherten Speicher anzeigen lassen. Ist etwa „CPU-Zeit“ aktiviert, erhalten Sie mehr als nur die momentane CPU-Last einer Anwendung. CPU-Zeit addiert die gesamte Prozessornutzung während der Laufzeit eines Programms.

Am fiktiven Leerlaufprozess können Sie umgekehrt die Gesamtzeit der inaktiven Phasen seit dem Windows-Start ablesen. Fordert Ihnen ein Task mit geringer Bedeutung zu viel CPU-Ressourcen, können Sie ihn über Rechtsklick und „Priorität festlegen“ niedriger stufen. Wenn Sie den Explorer niedriger schalten, folgen praktisch alle nachfolgend gestarteten Anwendungen dessen Einstufung.

Wichtig ist auch die Option „Prozess beenden“ oder noch radikaler „Prozessstruktur beenden“. Damit lassen sich Prozesse sofort beenden – auch, wenn es über die Funktion „Task beenden“ im Register „Anwendungen“ nicht mehr klappt. So lassen sich hängende Anwendungen meist zuverlässig schließen. Anders als beim Beenden auf der Karte „Anwendungen“ handelt es sich hier um einen gewaltsamen Abschuss.

Die Dienste: Schneller Check der Hintergrundprozesse Noch einen Schritt weiter gehen die Informationen des Task-Managers auf der Registerkarte „Dienste“, die bei Windows Vista ebenfalls neu ist. Dort findet sich eine Übersicht über die aktuell laufenden Systemdienste und deren Status. Über die PID (Prozess-ID) lässt sich eine Zuordnung von Diensten zu Prozessen vornehmen. Im Gegensatz zu den Prozessen können hier aber keine weiteren Spalten eingefügt werden. Dafür können Sie aber direkt über die Schaltfläche „Dienste“ zur Dienststeuerung im System wechseln, um beispielsweise Dienste zu deaktivieren oder die Startoptionen anzupassen.

Dienste und Prozesse zuordnen Um eine Zuordnung von Diensten zu Prozessen durchzuführen, sind zwei Schritte erforderlich: Sie müssen sich zunächst die zusätzliche Spalte „PID“ in der Liste der Prozesse anzeigen lassen. Diese PID ist das Bindeglied zwischen den beiden Listen. Anschließend müssen Sie die Option „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ wählen. Da dafür administrative Berechtigungen erforderlich sind, wird eine Bestätigung bei der Benutzerkontensteuerung (UAC, User Account Control) notwendig. Anschließend können Sie die Informationen in den beiden Listen miteinander vergleichen. Das ist beispielsweise im Zusammenhang mit Svchost.EXE interessant. Dieser Prozess wird mehrfach im Kontext unterschiedlicher Benutzer ausgeführt, teilweise sogar mehrfach.

Wenn Sie die PID eines dieser Prozesse nehmen und die Liste der Dienste nach der jeweiligen PID sortieren lassen, erkennen Sie schnell, welche einzelnen Dienste im Kontext dieser speziellen Serviceprozesse laufen. Damit können Sie auch abschätzen, wodurch wichtige Systemressourcen in Anspruch genommen werden.

Die Systemleistung: Performance auf dem Prüfstand Einer der bekanntesten Bereiche des Task-Managers ist sicherlich „Leistung“. Dort kann man sich einen schnellen Überblick über die aktuelle Auslastung des Systems verschaffen. Angezeigt werden die CPU- und die Speicherauslastung. In der Regel wird die Leistung pro Prozessor respektive Prozessorkern angezeigt. Im unteren Bereich finden sich noch einige detailliertere Informationen zur Speichernutzung. Dazu gehören beispielsweise die Cache-Nutzung und der verwendete Kernel-Speicher.

Der Ressourcenmonitor: Tachometer für Windows Um mehr Informationen zu erhalten, kann man bei Windows Vista aber den Ressourcenmonitor starten. Damit wird eine Übersicht über die wichtigsten kritischen Ressourcen im System geliefert. Die Ressourcen sind neben der CPU, dem Speicher und dem Netzwerk auch der Datenträger. Letzteres ist besonders wichtig, da die Datenträgerauslastung neben der Speichernutzung der häufigste Engpass bei typischen Office-Nutzungsszenarien von Windows Vista ist. Zu jedem der Bereiche kann man sich im unteren Teil des Fensters Detailinformationen anzeigen lassen. Dabei werden jeweils die Anwendungen aufgelistet, die diese Last erzeugen.

Die Listen sind sortierbar, so dass man sich beispielsweise die Anwendungen mit der höchsten Schreibrate im System einfach anzeigen lassen kann. Der Ressourcenmonitor ist derzeit sicher die effizienteste Lösung, die Windows für die schnelle Analyse von Performance-Problemen bereitstellt. Im Vergleich mit dem Systemmonitor sind zwar keine so differenzierten Analysen durchführbar. Die Standardwerte reichen aber oft schon aus, um einen Engpass eindeutig zu identifizieren.

Netzwerkverbindungen und Benutzer Schließlich gibt es noch die Registerkarte „Netzwerk und Benutzer“. Das erste der beiden Register liefert einen schnellen Überblick über die aktuelle Nutzung aller ein- und ausgehenden Netzwerkverbindungen. Das ist vor allem bei schmalbandigeren Leitungen hilfreich, sollte aber bei regulären LAN-Verbindungen selten einmal einen Engpass darstellen. Den Bereich „Benutzer“ benötigen Sie, wenn Sie einen Vista-Rechner für andere Anwender freigegeben haben und die Zugriffe kontrollieren möchte. Hier lassen sich auch Verbindungen von Benutzern manuell trennen, falls Sie beispielsweise einen nicht erwünschten Zugriff auf die Ressourcen Ihres Rechners unterbinden möchten.

Insgesamt sind die Steuerungsfunktionen beim Task-Manager von Vista im Vergleich zu den Vorversionen deutlich ausgebaut worden, und das Tool hat an Nutzwert gewonnen. Die wichtigsten Neuerungen sind sicherlich das Management von Diensten und der Ressourcenmonitor für die schnelle Analyse von Performance-Problemen.

* Der Artikel stammt von der deutschen PC-Welt.

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