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24.03.2010 apa/Oliver Weiss

Kein Muss für Netzbetreiber

Beim iPhone hat es Apple geschafft, den Telekom-konzernen seine Bedingungen zu diktieren. Das Interesse am iPad ist zwar groß, doch diesmal wollen die Netzbetreiber besser verhandeln.

Der Riesenerfolg des iPhones von Apple hat die europäischen Telekommunikationskonzerne wachsam gemacht. Beim Tablet-Computer iPad, der Ende April in einigen europäischen Ländern in die Läden kommt, wollen sie alle mitmischen. Doch die Bedingungen haben sich seit Mitte 2007 geändert, als sich die Konzerne um Exklusiv-Verträge mit Apple förmlich gerissen hatten.

Damals waren die Netzbetreiber bereit, recht strikte Beschränkungen beispielsweise bei der Werbung zu akzeptieren und verpflichteten sich darüber hinaus zu Subventionen. Die France Telecom beispielsweise zahlte für die normalerweise zwischen 400 und 500 Euro teuren 3G-iPhones 310 Euro aus der eigenen Tasche drauf.

Beim Verkauf des Smartphones hat es Apple geschafft, die Rolle der Telekommunikationskonzerne stark zu reduzieren. Jetzt sind die Größen der Branche vorsichtiger. Sie wollen mehr vom Kuchen abhaben, als es beim iPhone noch der Fall ist. »Die Betreiber sind desillusioniert, was Apple angeht«, kommentiert Analyst Bryan Garnier. »Sie kritisieren naturgemäß, dass sie mit massiven Investitionen die Netzwerke aufgebaut haben ohne nun von den Riesen-Umsätzen bei mobilen Dienstleistungen zu profitieren.«

Zwar betrachten viele Anbieter den Verkauf des iPads als Muss – jedoch ist für sie das iPad kaum mit dem iPhone vergleichbar. Das Gerät, eine Mischung zwischen Laptop und Smartphone, ist für die Telekommunikationskonzerne einfach nicht so attraktiv. Mit dem iPad kann nicht telefoniert werden – somit gibt es keine Erlöse aus Telefongesprächen oder Textnachrichten. Neue Rechtsvorschriften in der EU erschweren zudem den Abschluss von Exklusiv-Verträgen für den Vertrieb des Apple-Tablets. Analysten gehen deshalb davon aus, dass Apple die Telekommunikationskonzerne beim Verkauf des iPads nicht zu Subventionen verpflichtet. Genaue Informationen darüber, welche Konzerne in Europa das neue Apple-Produkt vertreiben werden, gibt es noch nicht. Bisher spricht noch niemand über die Verhandlungen mit dem US-Konzern.

»Wir können und wollen uns dazu nicht äußern«, sagte beispielsweise Alexander von Schmettow, Sprecher der Deutsche Telekom. Man stehe jedoch in ständigen Gesprächen, so der Nachsatz.

»Wir sind noch am Anfang der Entwicklung von Netbooks und Tablet-PC wie dem iPad, deswegen experimentieren wird mit den Preisen und Subventionen, um herauszufinden, was sinnvoll ist«, lautet die Einschätzung von Nils Katla, Strategie-Chef des nordischen Telekomkonzerns Telenor. Neben all den strategischen Überlegungen müssen sich die Konzerne auch mit den Problemen auseinandersetzen, die das iPad in ihren Netzwerken verursachen könnte. Apple wird das Gerät in zwei Versionen anbieten, einmal mit WiFi und für einen Aufpreis zusätzlich mit UMTS. Experten betonen, dass die Netzwerke Kapazitätsgrenzen haben. Da sei es fraglich, ob es für die Anbieter sinnvoll sei, den Kunden die beliebten unbegrenzten Datenpakete zu offerieren.

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