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07.04.2010 idg/Oliver Weiss/Rudolf Felser

Großes Interesse am iPad

Das Interesse am Apple-Tablet war an den ersten Verkaufstagen erwartet stark. Business-User können sich jedoch noch Zeit lassen: Vom Einsatz im Unternehmen ist das Gerät noch weit entfernt.

Wie Apple mitteilte, sind in den USA am ersten Verkaufstag – dem 3. April – bis Mitternacht 300.000 iPads an den Mann und die Frau gebracht worden. Außerdem haben die frisch gebackenen iPad-Besitzer laut Herstellerangaben bereits über eine Million Applikationen aus dem App Store sowie 250.000 E-Books aus dem iBookstore heruntergeladen.

Schon vor dem Verkaufsstart gab es vereinzelte Testberichte, doch erst jetzt lässt sich die Verkaufsversion mit allen zugehörigen Features genau unter die Lupe nehmen. Das Fazit der meisten Tester ist überwiegend positiv – nur hier und da finden sich leise kritische Töne. Am störendsten scheint die fehlende Flash-Unterstützung zu sein. Auch eine Webcam hätten viele gerne integriert gesehen – ebenso wie USB-Anschlüsse zur Erweiterung des iPads. Rechenleistung, Display, Verarbeitungsqualität und Akkulaufzeit kommen hingegen in fast jedem Test recht gut weg.

Anders sieht es dagegen bei der Businesstauglichkeit aus. Das iPad startet mit dem gleichen Handicap wie das iPhone: Es besitzt keine besonderen Funktionen, die es für den Einsatz im Unternehmensumfeld und für die Einbindung in die IT-Infrastruktur von Unternehmen empfehlen. Beim iPhone hat Apple diesbezüglich nachgelegt und unter anderem Support für Microsoft Exchange ActiveSync bereitgestellt. Auch Business-Apps gibt es mittlerweile zur Genüge. Doch wie steht es diesbezüglich mit dem iPad? Die Kollegen unserer US-Schwesterpublikation Infoworld haben sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und sind zu einem klaren Fazit gekommen: Das Apple iPad ist derzeit vollkommen untauglich für den Unternehmenseinsatz.

Natürlich kann Apple das iPad genauso um Business-Funktionen nachrüsten wie es beim iPhone passiert ist – der Support für Exchange Activesync lässt grüßen. Und natürlich stehen die Business-Apps des iPhones auch für das iPad zur Verfügung. Doch wenn man vom derzeitigen Funktionsumfang des iPad ausgeht, dann sind die Mängel für den professionellen Einsatz unübersehbar. Beispielsweise das viel kritisierte, fehlende Multitasking. Das stört schon den normalen Consumer, wenn er abends surfen und gleichzeitig skypen möchte. Doch für den auf größtmögliche Effizienz getrimmten Businesseinsatz ist Multitasking unverzichtbar.

Für die Installation von Apps gibt es keine zentrale Steuermöglichkeit durch Administratoren. Jeder Anwender kann auf seinem iPad die Apps installieren, die er möchte. Für den Unternehmenseinsatz wäre aber eine einheitliche Group Policy mit zentralen Managementtools unverzichtbar. Selbst wenn Apples iPhone Configuration Utility und das iTunes-basierte App-Management mit dem iPad tadellos zusammenarbeiten sollten, kann man damit nicht mehr als ein paar Dutzend Anwender verwalten.

Im Unternehmenseinsatz ist Microsoft Exchange oft der zentrale Mailserver und Exchange Activesync die Schnittstelle zum Datenabgleich zwischen den Mails auf dem Mailserver und mobilen Empfangsgeräten wie Smartphones. Apple hat beim iPhone mittlerweile Support für Exchange Activesync bereitgestellt, doch wie steht es damit beim iPad? In den technischen Spezifikationen findet man nichts und Apple beantwortet dazu bis heute keine Anfragen von Journalisten.

Immerhin: Citrix will einen iPad-Client bereit stellen, der technisch auf der Citrix Receiver iPhone App basiert. Damit soll man dann vom iPad aus, der quasi als Thin Client fungiert, sogar auf Windows-7-Systeme zugreifen können. Zugleich könnte man damit auch das fehlende Multitasking etwas kompensieren, indem der Anwender einfach mehrere Anwendungen im Citrix-Client nutzt.

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