Im Test: Apple iPad - Stärken und Schwächen im Alltag Detail - Computerwelt

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20.05.2010 Christian Vilsbeck*

Im Test: Apple iPad - Stärken und Schwächen im Alltag

Apples iPad sorgt für Aufsehen und polarisiert. Während viele es kaum erwarten können, eines zu besitzen, hinterfragen andere den Sinn des iPads. Das Tablet wurde ausführlich auf Bedienkomfort und Funktionalität getestet. Auch die Frage nach dem Sinn lässt sich in diesem Artikel gut beantworten.

Soviel gleich vorweg: Apples iPad ist kein Gerät, welches ein Netbook, Notebook oder den Desktop-PC überflüssig macht. Auch ein „künstliches“ Herbeireden, wie prima sich ein iPad im Business-Einsatz macht, ist zu 95 Prozent Unsinn. Skeptiker bescheinigen dem iPad keinerlei Daseinsberechtigung, weil es nichts könne, was beispielsweise ein Netbook nicht auch kann. Ein zusätzliches Gerät also, das weder Smartphones, Netbooks oder sonstige mobile „Gadgets“ ersetzen kann?

Die Frage lässt sich eindeutig mit „Ja“ beantworten. Die Daseinsberechtigung ergibt sich aber sehr schnell bei demjenigen, der es einmal ein paar Tage im Einsatz hatte. Damit meinen wir nicht den Betrieb im Testlabor oder im Büroalltag, nein, da gehört es definitiv nicht hin. Wir meinen den Einsatz zuhause, denn genau dafür ist das iPad prädestiniert – eine Surfstation und mehr für die Couch.

Man muss Apple attestieren, ein Gerät kreiert zu haben, dass die „Hemmschwelle“ des schnellen Nachschauens im Internet extrem reduziert. Ein griffbereites Netbook oder Notebook lässt sich natürlich auch schnell aufklappen, der Start aus dem Standby-Betrieb ist ebenfalls flink, aber es fehlt einfach das Gefühl der Unkompliziertheit. Das Browsen im Internet per Touchpad wirkt beim bequemen Sitzen auf der Couch schnell anstrengend. Auch das Internetsurfen auf einem 46-Zoll-LCD-TV via Bluetooth-Tastatur und Media-PC ist keine Lösung. Zugegeben, ein subjektives Empfinden des Autoren, aber nach der ersten Nutzung des iPads entsteht dieser Eindruck automatisch.

Der Sinn des iPads ist damit schnell gefunden: bequem und ohne Mühe stets das Internet und Kommunikation „griffbereit“ haben. Einschränkungen gibt es natürlich auch, teilweise lassen sie sich umgehen, andere müssen in Kauf genommen werden.

IPAD-STELLUNGEN – SO MACHT ES SPASS Wer ergonomisch korrekt auf seinem Stuhl sitzt und das iPad frei in Händen hält, fühlt sich relativ schnell angestrengt. Denn das getestete iPad (16 GByte / WiFi) mit seinem Gewicht von 694 Gramm liegt schwer in den Händen. Noch anstrengender ist schon nach wenigen Minuten das einhändige Halten des iPads. Das Tablet wird hier nur durch den Druck des Daumens auf den knapp zwei Zentimeter breiten Rand fixiert. Auf diesem Rand sollte der Daumen oder generell die Finger beim Halten auch verweilen. Denn wird der Touchscreen auch nur leicht berührt, so sind mit der anderen Hand keine Kommandos mehr möglich.

Allerdings ist das einhändige Halten im praktischen Einsatz zuhause die Ausnahme. Vielmehr ruht es beim Sitzen in bequemer Stellung auf der Couch auf abgewinkelten Beinen oder auf einem darauf platzierten Polster. Auch liegend auf Kanapees oder im Bett findet das iPad wie ein Buch meist eine gute Stellung, um es mühelos mit der Hand bedienen zu können. Der von allen Seiten sehr gute Einblickwinkel des Displays erweist sich dabei sehr hilfreich.

Gerade wer liegend oder in schräger Stellung sein iPhone, Blackberry Storm und Konsorten nutzt, kennt das Problem eines sich unerwünscht drehenden Displays. Beim iPad gibt es für diesen Fall einen Sperrknopf für die Displayposition an der rechten oberen Gehäuseseite. Beim Schieben des Schalters bleibt das gerade angezeigte Format unabhängig von der iPad-Stellung bestehen. Äußerst praktisch für den, der auf der Seite liegend das Tablet benutzen will. Und man will es nutzen, weil die Bedienung sehr flüssig, schnell und präzise funktioniert.

BROWSER ALS ZENTRALES BEDIENELEMENT Natürlich lässt sich das iPad zum Musik hören verwenden. Videos lassen sich ebenfalls mit guter Qualität anschauen. Ersteres macht der MP3-Player aber genauso gut und Videos kommen auf einem großen LCD-TV einfach besser rüber. Im Eigentest über viele Tage wurde das iPad so in über 90 Prozent der Nutzung zum Surfen im Internet verwendet.

Beim Surfen befindet sich das iPad in seinem Metier. Die Bedienung des Safari-Browsers lässt beim Navigieren auf Webseiten wenige Wünsche offen. Links werden beim Antippen mit den Fingern meist auf Anhieb getroffen. Das Zoomen durch die sich auseinander bewegenden Finger funktioniert tadellos und fast verzögerungsfrei. Die Bedienung ist identisch zum mobilen Safari-Browser des iPhones und iPod touch. Scrollen per Fingerwisch und die Navigation funktioniert beim Sitzen und Liegen sehr unangestrengt. Genau durch diesen wichtigen Punkt lernt man das iPad sehr schnell zu schätzen. Hier kann eben kein Netbook oder Notebook mithalten. Die hohe mögliche Scrollgeschwindigkeit ohne Ruckeln steigert das unangestrengte „Surfgefühl“ auf dem iPad zusätzlich.

Beim iPad steht einem durch die Display-Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten und einer Diagonalen von 9,7 Zoll eine vernünftige Größe für die Darstellung von Websites zur Verfügung. Auf das Zoomen lässt sich so überwiegend verzichten. In vielen Fällen dreht man das iPad auch in das Hochformat, weil Websites die 1024er Breite oft nicht ausnutzen. Im Hochformat lässt sich so deutlich mehr Content auf einem Blick anschauen – weiterhin ohne zwingend zoomen zu müssen. Das Display-Verhältnis von 4:3 prädestiniert das iPad auch primär als Surfstation, für Videos wäre Breitbild vorteilhafter.

Erfreulicherweise hat Apple bei der Safari-Version des iPads keine Erkennung als mobilen Browser verwendet – wie beim iPhone / iPod touch. Websites mit spezieller Mobile-Variante starten diese somit nicht automatisch. Speziell für kleine Smartphone-Displays aufbereitete Web-Inhalte sind beim iPad überflüssig.

Bookmarks lassen sich via iTunes von Safari oder Internet Explorer auf das iPad importieren. Auf dem iPad kann dann noch eine individuelle Anpassung erfolgen. Die Bookmarks werden durch Antippen des Lesezeichensymbols eingeblendet. Noch praktischer ist die optional anzeigbare Lesezeichenleiste. Die Aktivierung der Lesezeichenleiste erfolgt in den iPad-Einstellungen bei den Safari-Optionen. Durch die Lesezeichenleiste gibt es sofortigen Zugriff auf wichtige Bookmarks mit einem Klick. Wie bereits auf dem iPhone / iPod touch lassen sich auf beim iPad-Safari mehrere Tabs im Browser öffnen. Maximal lässt der Browser neun parallel geöffnete Tabs zu.

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