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02.06.2010 Alex Wolschann

Glanz der Netbooks verblasst im Schatten der Tablets

Noch vor einem Jahr waren die günstigen Netbooks der Renner am PC-Markt. Doch mangelnde Leistung, unerfüllte Erwartungen und nicht zuletzt der aufkeimende Hype um Tablet-PC lassen die Wachstumskurve steil bergab gehen.

Netbooks, einst Hoffnungsträger der Hardware-Branche, geraten zunehmend unter Druck. Die Euphorie ist verflogen, während mit Apples iPad als Speerspitze mit den Tablet-PC ein neuer Formfaktor für Furore sorgt.

Das iPad scheint sich noch vor seiner internationalen Markteinführung gegenüber den bisher tonangebenden Netbooks durchzusetzen. »Netbooks sind nicht besser als alles andere. Sie sind lediglich billige Laptops«, unterstrich Apple-Chef Steve Jobs schon bei der iPad-Präsentation Ende Januar. Die Einschätzung bestätigt sich mit Blick auf die Netbook-Verkaufszahlen. IDC zufolge stieg der Absatz im ersten Quartal 2010 nur um 33,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren die Netbook-Verkäufe noch um 872 Prozent gestiegen. Von einem Einbruch zu sprechen, wäre allerdings übertrieben. Schließlich weist das Segment noch immer zweistellige Wachstumsraten auf. Der Hype um die handlichen Mini-PC hat sich jedoch deutlich abgekühlt und sorgt bereits in den Führungsetagen der Hersteller für Nervosität. Weil die Gewinnmargen bei kleinen Zehn-Zöllern offenbar nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, wollen Branchenriesen die Investitionsausgaben für die Geräte reduzieren. Ein Umdenken ist nicht zuletzt aufgrund des iPads anzuraten. Denn das Netbook-Konzept orientiert sich lediglich am bestehenden PC.

Hinter vorgehaltener Hand sprechen Geschäftsführer schon seit einiger Zeit von einem Nullsummenspiel bei Netbooks. Aufgrund der großen Konkurrenz und der niedrigen Preise gibt es kaum Geld zu verdienen. Einige Hersteller haben ein Netbook nur ins Portfolio aufgenommen, damit es rund ist und weil inzwischen jeder Konkurrent zumindest ein Netbook im Sortiment hat. Es geht also auch um die Reputation des Unternehmens. Ein Hersteller, der sich dem Netbook-Hype entzieht, ist technologisch nicht am Puls der Zeit. Aber nicht nur der angezettelte Preiskampf sowie mangelnde Zukunftsinnovationen belasten die Netbook-Branche langfristig. Auch die Lieferanten reagieren auf die geringere Nachfrage und kappen die Produktion für LCD-Netbook-Panels. Angesprochen auf das Problem, zeigen sich PC-Hersteller wie Hewlett-Packard, Dell und Acer wortkarg und geben keine Auskunft über Lagerbestände unverkaufter Netbooks. Wie die »BusinessWeek« vergangene Woche berichtet hat, scheint die Branche nach Innovationen zu suchen.

TECHNISCHE LEISTUNG ENTTÄUSCHT KUNDEN Die auch aufgrund der Krise und der Suche der Konsumenten nach günstigen PC-Alroundern verflogene Netbook-Euphorie dürfte vor allem der begrenzten Leistung der Geräte geschuldet sein. »Nach meiner Beobachtung wollen User von Netbooks schon bald nach dem Kauf mehr Leistung«, erklärt Wolfgang Horak, Geschäftsführer von Fujitsu in Österreich. Sollte die Netbook-Nachfrage weiter sinken, dann könnten auch die Gewinne leiden. Denn Netbooks haben zu Ferienperioden Händlern zufolge 26 Prozent aller PC-Verkäufe ausgemacht.

Ein neuer Hoffnungsträger ist mit den Tablet-PC längst gefunden. Die Entwicklung ist ähnlich. Mit Apple ist ein Anbieter mit einem marktreifen Produkt vorgeprescht, alle namhaften Hersteller haben aber schon ein eigenes Modell angekündigt oder haben es zumindest vor. Vor allem die Verlagsindustrie erhofft sich durch die als E-Reader geeigneten Geräte einen Aufschwung. Die Tablets könnten also quasi zum Nachfolger der Netbooks werden. »Ich bin der Meinung, dass viele dieser User potentielle Tablet-User werden, denn ein Tablet-PC vereint alle Ansprüche: einfache Bedienung über Touch-Screen, volle Notebook Funktionalität und perfekte Kommunikationseigenschaften«, sagt Horak. Auch Fujitsu hat mit dem Stylistic schon ein Gerät im Portfolio, weitere sollen und werden laut Horak folgen: »Aufgrund des steigenden Umsatzes mit Datenverkehr werden sich wie schon im Falle der Netbooks, auch die Mobilfunkanbieter zwischenschalten und verstärkt Tablets anbieten, wodurch eine noch breitere Masse Zugang zu diesem Produkt findet.« Laut Horak entsteht sowohl im Consumer- aber auch im Businessbereich ein neuer Trend, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet.

Ob diese Hoffnungen berechtigt sind, muss letztendlich der Kunde entscheiden. Die Marketing-Maschinerie läuft jedenfalls schon auf Hochtouren. Zumindest bei Apple. Der Konzern verlautbarte, dass in den ersten 60 Tagen seit Markteinführung über zwei Millionen iPads verkauft wurden. Dabei ist das Gerät in vielen Ländern, darunter Österreich, noch gar nicht am Markt erhältlich.

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