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25.06.2010 Reto Vogt*

Entrümpelung: So wird Ihr PC wie neu

Holen Sie das Maximum aus dem Rechner: Entrümpeln Sie Ihr Notebook oder Ihren Desktop-PC von Altlasten. Damit gewinnen Sie viel Tempo und Leistung für den Arbeitsalltag.

Veraltete oder unnütze Software und unnötige Hintergrundprozesse verlangsamen Ihren Computer massiv: Wir haben bei fünf Notebooks und einem Desktop-PC nachgemessen, wie viel Arbeitsspeicher (RAM) sich durch das Deinstallieren unnötiger Programme gewinnen. Das Resultat: Wir konnten in unserem Testversuch die RAM-Auslastung um bis zu 13 Prozent reduzieren, was einen gehörigen Temposchub bringt.

Davon profitieren sowohl Besitzer von älteren Rechnern mit wenig Arbeitsspeicher als auch Nutzer von neuen Notebooks: Denn die Hersteller installieren auf ihren Geräte ab Werk oft unnütze Programme, die das System verlangsamen. Wir zeigen Ihnen, welche Software-Bremsen Sie lösen müssen, damit Sie auf alten und neuen Geräten schneller arbeiten.

Ressourcenverbrauch messen Je mehr Arbeitsspeicher den Programmen zur Verfügung steht, desto schneller arbeiten sie. Deshalb ist es wichtig, dass der RAM-Speicher nicht durch unnötige Anwendungen und Software-Prozesse blockiert wird.

Prüfen Sie bei Ihrem Rechner, wie viel RAM belegt ist. Drücken Sie dazu die Tastenkombination Ctrl+Alt+Del, öffnen Sie den Taskmanager und gehen Sie darin zur Registerkarte Leistung. Unter „Arbeitsspeicher“ erkennen Sie, wie viel RAM schon vergeben ist.

Verfügen Sie über insgesamt 1 GB Arbeitsspeicher, sollten im Leerlauf – also ohne dass Sie am PC arbeiten – nicht mehr als 50 Prozent belegt sein. Bei 2 GB RAM sind rund 30 Prozent ein solider Wert. Verfügen Sie über 4 GB oder mehr RAM, darf der belegte Arbeitsspeicher bei höchstens 20 Prozent liegen. Ist bei Ihnen mehr Arbeitsspeicher besetzt, sollten Sie unbedingt die nachfolgend beschriebenen Tempobremsen lösen. Aber auch alle anderen Nutzer können mit unseren Tipps RAM freischaufeln, damit ihr System schneller läuft.

Tipp: Unter Windows Vista und 7 gibt es zum Messen des Arbeitsspeichers eine praktische Minianwendung im Tachometer-Stil. Klicken Sie mit Rechts auf den Desktop und wählen Sie Minianwendungen. Suchen Sie das Tool CPU-Nutzung und ziehen Sie dieses mit der Maus auf den Desktop – schon haben Sie immer im Blick, wie stark Arbeitsspeicher und Prozessor ausgelastet sind.

BREMSE 1: VORINSTALLATIONEN Software-Vorinstallationen mindern meist die Leistung von Computern, weil die Hersteller statt schlanker Gratisprogramme ressourcenfressende Testversionen von kostenpflichtiger Software auf die Geräte packen. Diese können Sie nur während einer gewissen Zeitspanne gratis nutzen. Danach müssen sie gekauft werden. Besonders häufig finden sich darunter Microsoft Office, Symantecs Virenschutz Norton und die Brennprogramme Nero oder PowerDVD von CyberLink.

Zusätzlich belasten herstellereigene Anwendungen die Rechenleistung, so zum Beispiel Energiespar-Tools oder Programme zum Verwalten der Bluetooth- und WLAN-Verbindung. Diese benötigen Sie nicht, da Windows solche Funktionen von Haus aus mitbringt. Sinnloser Ballast sind auch Werbelinks und Toolbars für den Internet Explorer sowie Firefox. Letztere machen nur den Browser langsamer und bringen meist keinen großen Nutzen.

Wir haben bei fünf neuen Notebooks und einem älteren Desktop-Rechner den Ressourcenverbrauch getestet. Beim Laptop Acer Aspire 5920G mit Windows Vista waren beispielsweise bereits beim ersten Start 45 Prozent des Arbeitsspeichers belegt. Konkurrenzgeräte mit Windows 7 schneiden nur wenig besser ab: Beim fabrikneuen Toshiba Satellite T130-11T waren 41 Prozent RAM besetzt.

Tempobremse lösen: Möchten Sie die Software-Vorinstallationen von Ihrem Laptop oder PC entfernen, verwenden Sie am besten das kostenlose Programm PC Decrapifier. Eine Installation ist nicht notwendig. Starten Sie die Software per Doppelklick und wählen Sie zweimal Next. Beantworten Sie die Frage „Is This a New PC?“ mit „Yes“. Bestätigen Sie mit Next. Erstellen Sie nun mit einem Klick auf Create Restore Point einen Wiederherstellungspunkt. So können Sie Windows später zurücksetzen, falls etwas schieflaufen sollte.

Wir empfehlen zudem, vor dem Löschen von Software ein Abbild (engl. Image) Ihrer Festplatte zu erstellen und auf eine externe Harddisk zu sichern. So können Sie Ihr System sogar wiederherstellen, wenn gar nichts mehr geht.

Warten Sie, bis PC Decrapifier den Wiederherstellungspunkt gesetzt hat. Klicken Sie auf OK und danach auf Next. Markieren Sie jetzt die Software, die Sie loswerden möchten. Wir empfehlen Ihnen, alle vorinstallierten Testversionen von Programmen zu entfernen – meist am englischen Zusatz „Trial“ zu erkennen. Oft sind dies wie erwähnt: Microsoft Office, Symantecs Antiviren-Software Norton und die Brennprogramme Nero oder PowerDVD von CyberLink.

Starten Sie den Löschvorgang mit Next und warten Sie, bis dieser abgeschlossen ist. In einem nächsten Fenster könnten Sie alle anderen installierten Programme entfernen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Schritt zu überspringen. Wie Sie andere unerwünschte Software loswerden, lesen Sie im nächsten Tipp. Auf unseren Testrechnern mit Windows Vista/7 brachte das Entfernen der Vorinstallationen bis zu 12 Prozent mehr RAM.

BREMSE 2: UNNÖTIGE SOFTWARE Auch Programme, die Sie selbst installiert haben, können das System ausbremsen. Insbesondere unerfahrenen Anwendern empfehlen wir, auf Testversionen (Shareware) sowie unfertige Software im Beta-Stadium zu verzichten. Halten Sie sich ans Sprichwort: „Weniger ist mehr“. Lassen Sie die Finger von einer Software, wenn Sie diese nicht regelmäßig brauchen. Installieren Sie außerdem niemals zwei verschiedene Programme mit derselben Funktionalität. Verwenden Sie also nur ein Mailprogramm, eine Bildbearbeitungs- Software, einen Virenjäger etc.

Tempobremse lösen: Haben Sie Shareware, Test-Software oder ein anderes Programm auf dem PC, das sie nicht mehr benötigen? Dann sollten Sie es löschen. Machen Sie davor unbedingt ein Backup Ihrer Daten und erstellen Sie einen Systemwiederherstellungspunkt. Geht etwas schief, können Sie Windows wieder auf den Zeitpunkt vor dem Löschen zurücksetzen.

Klicken Sie dazu in Windows Vista und 7 mit Rechts auf Computer. Wählen Sie Eigenschaften/ Computerschutz/Erstellen. Geben Sie einen Namen für den Wiederherstellungspunkt ein; bestätigen Sie mit Erstellen. Unter Windows XP finden Sie diese Funktion unter Start/Alle Programme/Zubehör/Systemprogramme/ Systemwiederherstellung.

Öffnen Sie nun Start/Systemsteuerung/Programme/Programm deinstallieren (Windows Vista/7) bzw. Start/Systemsteuerung/Software/Programme ändern oder entfernen (Windows XP). Markieren Sie die Software, die Sie nicht mehr wollen. Wählen Sie jeweils Deinstallieren bzw. Entfernen. Wenn Sie nicht sicher sind, was ein Programm genau tut, belassen Sie dieses auf dem System. Erfahrene Nutzer können unter www.google.de nach dem Namen des Programms suchen und anhand der gefundenen Informationen entscheiden, ob die Software überflüssig ist. Hierfür sind aber meistens gute Englischkenntnisse erforderlich. Führen Sie einen Neustart durch, sobald alle gewünschten Anwendungen entfernt sind.

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