Mobile Mini-PCs: Netbook oder Tablet - wer ist der bessere Begleiter? Detail - Computerwelt

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08.11.2010 Sebastian Jentsch*

Mobile Mini-PCs: Netbook oder Tablet - wer ist der bessere Begleiter?

Netbook oder Tablet-PC? Vor diese Frage sehen sich derzeit viele PC-Anwender bei der Neuanschaffung gestellt. Lesen Sie hier im Detail, welche Vor- und Nachteile diese Gerätetypen im Einzelnen zu bieten haben.

WARUM DIE TABLET-PCS ERST JETZT SO RICHTIG KOMMEN. Bereits 1993 brachte Apple seinen ersten Tablet-Computer auf den Markt. Das Message Pad 100, besser bekannt als Newton (der Name des Betriebssystems), war allerdings seiner Zeit voraus. Der Personal Digital Assistant (PDA) traf nicht die erwarteten Verkaufszahlen und wurde 1998 wieder eingestellt.

Heute haben sich die Anforderungen der Nutzer als auch der Umgang mit dem Computer geändert. Dies liegt vor allem am erschwinglichen mobilen Internet. Für viele Menschen gehört es zum Alltag, in der S-Bahn die E-Mails zu checken oder mit der Bahn-App schnell die aktuell passende Zugverbindung herauszufinden. Kleine Geräte mit langen Laufzeiten, handlichen Displaygrößen und intuitiven Eingabemöglichkeiten sind für den mobilen Zweck ideal. An die Eingabe per Finger sind viele Nutzer durch den Umgang mit Smartphones gewöhnt. Ist der Schritt zum Tablet daher die logische Konsequenz?

Apples iPad gab Anfang 2010 den Startschuss zu einem Tablet-Hype. Viele Hersteller bringen nun nach und nach eigene, in der Regel 5 bis 10 Zoll große Modelle auf den Markt. Samsung stellte auf der IFA sein Galaxy Tab vor. Toshiba präsentierte den Folio 100, und hierzulande will die Berliner Firma Neofonie mit dem WeTab mitmischen.

Manche potenzielle Käufer sind sich nun unsicher, ob sie zu einem aktuellen Tablet-PC greifen sollen oder bei einem konventionellen Klapp-Computer in Form eines Netbooks bleiben. Welcher Geräte-Typ entspricht am besten Ihren persönlichen Anforderungen? Dieser Artikel will einen Überblick über die grundlegenden Eigenschaften von Tablet-PCs geben, ohne sich dabei in den Details einzelner Modelle zu verlieren.

DEFINITION: FORMFAKTOR UND TECHNIK Was galt bisher als Tablet-PC und was versteht man darunter, seitdem es Apples iPad gibt? Und was ist ein Slate-PC?

Ein Tablet-PC im klassischen Sinn(!) ist ein tragbares Gerät, das per Stift oder Finger wie ein Notizbuch genutzt wird. Wichtigstes Element dazu ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm, außerdem eine Software, die Gesten oder Handschriften bei der Eingabe erkennt. Der Newton von Apple war 1993 der erste Computer, der sich per Stift bedienen ließ.

Die meisten Tablets für den allgemeinen Bedarf (Consumer-Bereich) haben eine Slate-Bauform, weisen also keine integrierte oder herausklappbare Tastatur auf. Das iPad gehört ebenso in diese Kategorie wie das Galaxy Tab von Samsung. Die Convertible-Bauform dagegen bietet wie bei Notebooks ein aufklappbares Display, das aber über ein Einpunktscharnier auch gedreht und umgeklappt werden kann (Business-Tablet-PCs sind typischerweise solche Convertibles). Die umgedrehten berührungsempfindlichen Bildschirme rasten in der Regel fest über der Tastatur ein, was eine sichere Gerätehandhabung erlaubt. Allerdings sind die Convertibles vergleichsweise wuchtig und die Displays durch das Gelenk oftmals nicht stabil. Convertibles sind im professionellen Einsatz seit Jahren stark verbreitet, beispielsweise in der Industrie, in Krankenhäusern oder bei Gutachtern. Auf diesen Geräten laufen in der Regel spezielle Programme für ganz konkrete Einsatzzwecke. Consumer-Varianten sind bei Convertibles seltener, aber es gibt sie zum Beispiel von HP (Touchsmart tx2).

Digitizer-Panels mit ausschließlicher Stiftbedienung (Digitizer Pen) sind heute bei Consumer-Tablets unüblich. Verbreitet sind berührungsempfindliche Bildschirme (Touchscreens), die eine Bedienung mit den Fingern ermöglichen. Auch ihnen liegt im Regelfall ein Stift für ganz exakte Eingaben bei. Es handelt sich dabei lediglich um einen Stift mit Kunststoff-Spitze (Stylus Pen), der keine Elektronik enthält.

Die Bildschirmauflösungen rangieren von 1024 x 600 (Galaxy Tab) und 1024 x 768 (iPad, Toshiba Folio 100) bis zu 1366 x 768 Pixeln (WeTab). Kleinere 5-Zoll-Tablets (12,7 Zentimeter) wie das Dell Streak haben 800 x 480 Bildpunkte. Zum Vergleich: Ein aktuelles iPhone 3GS löst mit 480 x 320 Pixeln auf, allerdings nur auf 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter). Netbooks mit 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) sind mit nativen 1024 x 600 Pixeln dabei, teilweise für die Übersichtlichkeit auf 1152 x 864 interpoliert, um mehr Übersicht zu erlauben (etwa der Eee PC 1016P).

Die neuen Consumer-Tablets sind nicht mit Netbook-Komponenten, wie Intels Atom- oder Ultra-Low-Voltage-Prozessoren, ausgerüstet. Sie besitzen so genannte ARM-Prozessoren, die noch weniger Energie benötigen und für ein konventionelles Windows XP oder 7 zu schwach wären. Das iPad beispielsweise bietet dabei mit seinem Apple-A4-Prozessor 1GHz Taktung, ebenso das Samsung Galaxy Tab mit seinem Cortex-A8- oder das Dell Streak mit dem Qualcomm-Snapdragon-Prozessor.

Windows ist seit der XP Tablet PC Edition fit für die Eingabe mit dem Finger. Aufgrund der schwachen Hardware und der teuren Software-Lizenzen gibt es jedoch kein Slate-Tablet mit Windows als Betriebssystem (OS). Apple verwendet das abgespeckte iPhone OS. Hersteller wie Samsung oder Toshiba setzen auf das freie Android und möglicherweise später auf Googles Chrome. Android wurden bereits in Smartphones erprobt und optimiert.

SURFEN, HÖREN, SEHEN: DIE VORTEILE DES TABLET-PCS Das Hauptmerkmal eines Tablet-PCs ist die Fingereingabe. Per USB oder über Docking-Stationen lassen sich zwar normale PC-Tastaturen und -Mäuse anschließen, aber das ist nicht der Normalfall. Wer bereits ein Smartphone mit berührungsempfindlichem Bildschirm nutzt und sich mehr Übersicht auf dem Display wünscht, der findet im Tablet den richtigen Helfer.

Weil die Betriebssysteme dieselben sind wie auf Smartphones (also Android, iPhone OS, künftig wohl auch Chrome OS), müssen sich Nutzer möglicherweise nicht einmal umstellen. Wer allerdings von einem Windows Mobile Smartphone umsteigt oder bislang nur Windows XP, Vista oder 7 kennt, der muss sich erst an die Bedienkonzepte gewöhnen.

Auf dem Sofa liegen oder in der Bahn sitzen und im Internet surfen oder ein E-Book lesen – das sind ideale Anwendungsfälle für Tablet-PCs. Die digitalen Notizbücher mit abgerundeten Ecken und relativ geringem Gewicht (Samsung Galaxy Tab 380 Gramm, Apple iPad 700 Gramm) liegen gut in der Hand. Durch die flache Form lassen sich die Geräte schnell im Rucksack verstauen.

Viele Tablet-PCs sind mit einem integrierten HSDPA-Modul für den mobilen Internetzugang ausgerüstet. Dies ist jedoch kein Standard, weshalb beim Kauf explizit darauf geachtet werden sollte. So ist zum Beispiel nur das Toshiba Folio 100 3G damit ausgestattet, nicht aber sein günstigeres Schwestermodell.

Wer unterwegs Filme oder Videos anschauen will, der wird von der Hardware nicht enttäuscht. Die Grafikkerne, ob Nvidia Tegra 2 (Folio 100) oder PowerVR SGX540 (Galaxy Tab), sind in der Regel in der Lage, gängige Videoformate in kleinen Auflösungen darzustellen. Für die Wiedergabe gibt es zum Beispiel den kostenlosen Rockplayer (Android), der zahlreiche Formate unterstützt. Ein Nvidia Tegra 2 soll sogar das HD-Format 1080p flüssig decodieren können. Eingebaute Lautsprecher liefern den Ton zum Film. Bautechnisch bedingt ist die Akustik der kleinen Lautsprecher (meistens für Stereowiedergabe) nicht besonders gut, weshalb Kopfhörer empfehlenswert sind.

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