Clever aufrüsten & reparieren - So sparen Sie sich den PC-Profi Detail - Computerwelt

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29.01.2011 Robert Strohmeyer*

Clever aufrüsten & reparieren - So sparen Sie sich den PC-Profi

Selbst als PC-Laie sollten Sie nicht gleich bei jedem Problem den Profi kommen lassen. Wir zeigen, wie selbst Anfänger typische PC-Probleme selber lösen.

Computer funktionieren nicht immer wie sie sollten. Hardware geht kaputt, Software streikt und das Betriebssystem leidet schon seit Ewigkeiten unter Leistungseinbruch und Abstürzen. Clevere Nutzer wissen, dass sie viele Probleme selbst lösen können - auch mit Hilfe von Webseiten wie zum Beispiel PCWelt. Weniger bewanderte User, die eben nicht so viel Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben, fallen hingegen oft den zwielichtigen Taktiken von PC-Reparatur- und Service-Diensten zum Opfer. Sie zahlen horrende Preise für Kleinigkeiten, die jeder Laie selbst erledigen kann - sofern er weiß, was zu tun ist.

Im folgenden haben wir ein paar der typischen Aufgaben aufgelistet, mit denen ein PC-Fachmann von Nutzern beauftragt wird, beziehungsweise, die er im Service-Sortiment hat. Gleichzeitig vergleichen wir die durchschnittlichen Preise solcher Dienstleistungen mit dem tatsächlichen Arbeitsaufwand, Know-How und dem reellen Nutzen für den Verbraucher. Vor allem letzteres ist - wie Sie sehen werden - in vielen Fällen tatsächlich mehr als fraglich...

DEN PC TUNEN Nahezu jeder Reparaturdienst bietet einen "Tune Up"-Service; also eine Arbeit, die verspricht, den PC leistungsfähiger und schneller zu machen. Dazu werden zum Beispiel temporäre Dateien gelöscht, die Festplatten defragmentiert, ungenutzte Programme deinstalliert, Windows Updates durchgeführt und (zumindest ab und zu) die Windows Registry aufgeräumt. Eine solche Leistung kostet beim Fachmann zwischen 40 und 100 Euro. Dabei tut er im Grunde nichts, was Sie mit einem kostenlosen Programm und einigen Tools nicht auch selbst hingekriegt hätten. Bevor Sie also Ihr Geld einem solchen "Profi" zustecken, denken Sie darüber nach, was sein Service wirklich bewirkt.

Windows ist von Haus aus mit einer Funktion namens Datenträgerbereinigung ausgestattet, die mit wenigen Mausklicks temporäre Dateien für Sie entfernt. Das Defragmentierungs-Tool - ebenfalls bei Windows vorinstalliert - defragmentiert typischerweise wöchentlich Ihre Festplatten. Sie können die Defragmentierung aber auch manuell starten, indem Sie in der Systemsteuerung "Leistungsinformationen und -tools" wählen, dort auf "Weitere Tools" und "Defragmentierung öffnen" klicken. Im folgenden Fenster können Sie dann entweder den Zeitplan für die regelmäßige Defragmentierung ändern, oder einen beliebigen Datenträger direkt defragmentieren.

Auch das Windows-Update erfolgt normalerweise automatisch. Sie starten es manuell, indem Sie das Startmenü öffnen, dort ins Eingabefeld "Windows Update" tippen und im sich öffnenden Fenster "nach Updates suchen" und die "Updates installieren". Wenn Sie einige Anwendungen installiert haben, die Sie nicht mehr benutzen, öffnen Sie in der Systemsteuerung den Menüpunkt "Programme und Funktionen". In dieser Liste markieren Sie die entsprechenden Programme und klicken auf "Deinstallieren". Alternativ laden Sie sich dafür ein spezielles Programm, zum Beispiel den Revo Uninstaller, herunter, der nicht mehr genutzte Anwendungen besonders gründlich entfernt. In puncto Registry-Deinstallations-Software raten wir gänzlich von deren Gebrauch ab. Zwar klingt das Versprechen, durch Löschen von unnützen Registry-Einträgen Geschwindigkeit herauszuschlagen verlockend, doch Beweise, dass es in der Praxis wirklich funktioniert, gibt es nur wenige. Im Zweifelsfall richten Sie mit solchen tiefgreifenden Programmen eher mehr Schaden an, als Sie am Ende daraus einen Nutzen ziehen.

Die Zeit, die die Defragmentierung und das Windows Update beanspruchen nicht mit einberechnet, bereiten Ihnen all die oben genannten Schritte übrigens einen ungefähren Zeitaufwand von 15 Minuten.

EINRICHTEN UND AUFRÜSTEN Sie haben sich einen neuen PC, Drucker oder Monitor gekauft und wissen nicht, wie man das Gerät richtig anschließt? Einen solchen Einrichtungs-Service lässt sich der "Fachmann" richtig teuer bezahlen. Bis zu 150 Euro zahlen Sie, damit der Profi zu Ihnen nach Hause kommt, das Gerät aus dem Karton holt, ein paar Kabel einsteckt und die Installations-Disk (sofern vorhanden) einlegt. Einige Spezialisten verlangen sogar dann horrende Gebühren, wenn Sie Ihnen lediglich am Telefon Anweisungen zur Einrichtung Ihres neuen Druckers geben.

Wenn Sie nicht gerade körperlich eingeschränkt sind und Probleme haben, die neue Hardware zu heben oder auf Ihren Schreibtisch zu stellen, denken Sie erst gar nicht daran, so viel Geld für knapp 10 Minuten Arbeit auszugeben. Vor allem neuere Geräte wie Drucker oder Monitore funktionieren oft schon wenige Minuten, nachdem Sie das Kabel vom Gerät in den PC gesteckt haben - ganz ohne Installations-CD. Auch ein neuer PC begleitet Sie im Normalfall Schritt für Schritt durch den Einrichtungsprozess - und zwar mit so eindeutigen Anweisungen, dass Sie nie im Leben auf die Hilfe eines Profis angewiesen sind.

Wenn Sie einen neuen PC kaufen, bieten manche lokalen Händler an, all Ihre Daten des alten PCs auf den neuen zu übertragen - für schlappe 60 bis 100 Euro. Wenn Sie aber beispielsweise von Windows XP zu Windows 7 wechseln, erledigt das auch das Windows Easy Transfer Tool zuverlässig. Wenn der Händler Ihnen den Transfer für unter 20 Euro anbietet - denn das ist in etwa der Preis, den Sie für das spezielle Easy Transfer Kabel von Microsoft zahlen müssten - dann schlagen Sie zu. Andernfalls, kaufen Sie das Kabel und machen es zu Hause selbst. Wenn Sie trotzdem Bedenken und Zweifel haben, ob Ihnen die Einrichtung gelingt, fragen Sie doch lieber mal in der Nachbarschaft. Beinahe jeder Teenager kennt sich heutzutage hervorragend mit PCs aus und erledigt die Arbeit vielleicht auch für ein paar Süßigkeiten oder eine kleine Aufbesserung des Taschengelds.

Hardware aufrüsten Für jemanden, der noch nie das Gehäuse seines PCs geöffnet hat, ist das Einsetzen neuer RAM-Riegel oder der Einbau einer neuen Grafikkarte wahrlich nervenaufreibend. Auch wenn es zahlreiche gute Anleitungen im Netz für solche Arbeiten gibt, sollte man nie mit dem Finger auf jemanden zeigen, der sich für den Einbau neuer Hardware tatsächlich einen Experten an die Seite holt. Abzocken lassen sollten Sie sich aber dennoch nicht! Viele, vor allem größere Händler bieten eine Art Upgrade-Flatrate an. Soll heißen: Sie zahlen eine Pauschale von etwa 40 oder 50 Euro - egal, was Sie eingebaut haben möchten. Der Trick dahinter: für das Einsetzen eines neuen RAM-Riegels, was höchstens 2 Minuten dauert, zahlen Sie genauso viel, wie für den Einbau einer neuen CPU, womit man gut und gerne schon mal 20 Minuten beschäftigt ist.

Viele Händler bieten auch gleich die Austausch-Hardware im Laden an, die sie anschließend einsetzen. Hier sollten Sie vor allem darauf achten, für billige Komponenten nicht zu tief in die Tasche zu greifen. Bevor Sie also zum Händler gehen, vergleichen Sie die Preise für Ihre gewünschte Hardware online. Ein Beispiel: 4 Gigabyte RAM sollten - je nach Modell - nicht viel mehr als 65 Euro kosten; für 8 Gigabyte sollten Sie nicht mehr als 110 Euro berappen. Wenn Ihr Händler also für RAM und Einbau das Doppelte oder gar noch mehr verlangt: lassen Sie die Finger davon.

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