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19.09.2012 :: Printausgabe 19/2012 :: Alexander Wolschann +Premium Content

IFA 2012 im Zeichen neuer Formfaktoren

Smartphones mit größeren Displays, erste Geräte mit Windows 8 und Tablets mit integrierter Tastatur waren die Highlights der IFA 2012 in Berlin aus unternehmensrelevanter Sicht. Daneben gab es Fernseher mit Internetanbindung und intelligente Weißware.

© HP





Die Besucherzahl der IFA 2012 stieg um ein Prozent auf rund 240.000, es wurden Aufträge im Wert von 3,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Besonders deutlich ist mit elf Prozent die Zahl der Fachbesucher aus dem Ausland gestiegen, teilte die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik als IFA-Veranstalter zum Abschluss der Messe mit. Die Zahl der Aussteller stagnierte hingegen mit 1.439 nach 1.441 im vergangenen Jahr, die Ausstellungsfläche wuchs nur um 1,4 Prozent. Die Messe erklärte das damit, dass die Möglichkeiten für Wachstum ausgeschöpft seien. Bis 2014 soll eine neue Halle etwas mehr Raum bieten. Schwerpunkte der IFA waren Fernsehgeräte mit Internet-Anschluss, neue Bildschirm-Techniken wie OLED sowie die Vernetzung der Unterhaltungselektronik mit mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Auch einige neue Hybrid-Notebooks mit Touch-Display und ausklappbarer Tastatur wurden vorgestellt. Ein weiterer Trend auf der IFA waren Notebooks mit hoher Display-Auflösung. 

Spannender aber sind gerade die ersten Tablet-Computer mit Windows 8 – das Microsoft-System erscheint am 27. Oktober. Und in einem schroffen Bruch mit seiner bisherigen Linie bringt der Software-Marktführer auch selbst ein Tablet auf den Markt, mit der Modellbezeichnung Surface. Mit einer flachen Tastatur, die gleichzeitig als Schutzhülle dient, schlägt das Microsoft-Gerät die Brücke zum Laptop und liegt damit im Trend: Die neuen Windows-Tablets verschmelzen mit Ultrabooks, den besonders flachen und leichten Notebooks mit bestimmten Leistungsanforderungen, die von Intel aufgestellt wurden.

Die Hersteller von Ultrabooks ziehen so auch die Konsequenz aus der relativ schleppenden Nachfrage nach diesen Geräten – was nicht zuletzt an der Attraktivität der Tablet-Computer liegt. "Wer sich ein Tablet kauft, legt sich wahrscheinlich nicht noch ein Ultrabook zu", sagt Annette Zimmermann, Analystin bei Gartner. Das Marktforschungsunternehmen prognostiziert, dass die Ultrabooks in diesem Jahr gerade einmal fünf Prozent des Notebook-Marktes ausmachen.

Sony zeigt auf der IFA ein Kombi-Gerät: Das Vaio Duo 11 lässt sich "im Handumdrehen von einem leistungsfähigen Ultrabook in ein praktisches Tablet verwandeln". Der fliegende Wechsel zwischen Tastatur- und Tablet-Modus hat aber seinen Preis: Das 18 Millimeter dünne Gerät mit einem Gewicht von 1,3 Kilogramm und 11,6 Zoll großem Touch-Bildschirm gibt es ab 1.200 Euro, die Markteinführung ist für Ende Oktober geplant, wenn auch Windows 8 da ist. 

TABLET FÜR DEN BUSINESSEINSATZ

Der koreanische iPad-Herausforderer Samsung, der in Kalifornien gerade eine bittere juristische Niederlage im Patentstreit mit Apple hinnehmen musste, geht jetzt neue Wege mit Windows 8. Auf der IFA präsentierte der Hersteller ein klassisches Tablet, das Ativ Tab, sowie ein Hybrid-Tablet, den Ativ Smart PC, mit abnehmbarer, magnetisch haftender Tastatur und zusätzlicher, drucksensitiver Stiftbedienung. Samsung stellte mit den Modellen der Serie 5 und 7 neue All-in-one-PC mit dem, auf dem Metro-Design basierenden, Betriebsysystem vor. Sie kommen mit neuen Intel-Ivy-Bridge-Chips und 27-Zoll-Touchscreens. Auch Gestensteuerung wird auf den All-In-Ones unterstützt. Insgesamt wurden auf der IFA knapp 30 Tablets mit Windows-8-Oberfläche vorgestellt.  

Auch HP hat es sich nicht nehmen lassen, ein eigenes Hybridgerät vorzustellen. Bei dem Envy x2 handelt es sich eigentlich um einen klassischen Tablet-PC mit elf Zoll Bildschirmdiagonale, der sich per zusätzlicher Tastatur in ein Notebook verwandeln lässt. Das IPS-Display besitzt eine Auflösung von 1.360 x 768 Bildpunkten und fällt mit 8,5 mm recht flach aus. Das Gewicht des Tablets liegt bei knapp 700 Gramm, mit angeschlossener Tastatur verdoppelt sich das Gewicht des Systems. Trotzdem soll der Hybrid Envy x2 durch ein Aluminium-Gehäuse stabil und hochwertig ausfallen.  

Auch Toshiba stellte einen tragbaren Computer mit Windows 8 vor, der sich über den Touchscreen wie auch über die herausschiebbare Tastatur bedienen lässt: Das Satellite U920t hat einen 12,5 Zoll großen Bildschirm und wiegt 1,45 Kilogramm; es soll rund 950 Euro kosten. Asus hat auf der IFA sein bereits auf der Computex im heimischen Taiwan präsentiertes Tablet 810 mit Windows 8 und Intel-Prozessor sowie das Tablet 600 mit der speziellen RT-Version von Windows für Prozessoren der ARM-Plattform vorgestellt. Beide Geräte folgen dem Transformer-Konzept von Asus mit ansteckbarer Tastatur, mit dem das Unternehmen schon früh auf den Hybrid-Trend setzte. "Es gibt viele Anwender, die das Tablet nicht nur fürs Konsumieren von Inhalten, sondern auch fürs produktive Arbeiten nutzen wollen", erklärt dazu Asus-Produktmanager Jörg Wissing.

Ob sich Windows 8 im nächsten Jahr bei Tablet-Computern an Android vorbeischieben kann, muss man laut Wissing abwarten, weil Android doch sehr gut akzeptiert sei. Die Entwicklung wird wohl auch vom Preis der Windows-8-Tablets beeinflusst. Alle Tablet-Hersteller kalkulieren ihre Preise sehr knapp. Das ist bei der Erschließung eines Zukunftsmarktes aber auch üblich, da alle Hersteller daran interessiert sind, sich möglichst frühzeitig eine gute Position zu sichern. Allerdings sind die neuen Hybrid-Geräte deutlich teurer als klassische Tablets. "Das ist leider kein Massenmarkt-Preis, wodurch der Absatz sicher nicht ins Unendliche gehen wird", sagt Marktbeobachterin Zimmermann. Spannend dürfte die Preisgestaltung für das Surface von Microsoft werden: Sollten die Vermutungen eines Preisrahmens von 200 bis 300 Euro zutreffen, sagt Zimmermann, würden "diese Hybride sicher sehr guten Absatz finden".

Auch bei der Fusion von Smartphone und Kamera ließ Samsung aufhorchen und zeigte die Galaxy Camera mit hoher Auflösung und einem Touch-Display, auf der man Android-Apps installieren kann, die teilweise kostenlos vom Google Play-Store heruntergeladen werden können. Samsung will wie Nikon eine Digitalkamera mit Android-Betriebssystem etablieren. Im Gegensatz zu Nikons S800c ist die Samsung-Kamera jedoch mit dem aktuellen Android 4.1 ausgerüstet und verfügt über eine Mobilfunkanbindung. Der Nutzer kann aufgenommene Fotos und Videos per 3G-Modul sofort auf diversen Netzwerken veröffentlichen. (aw)

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