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07.04.2011 PC-Welt*

Display-Technologie: Vor- und Nachteile von LCD, TFT & AMOLED

Qual der Wahl: Die Suche nach einem Smartphone, PC-Display oder Fernseher mit perfektem Bild ist schwer. Wir entwirren die LCD-, TFT- und AMOLED-Begriffsvielfalt.

Wer sich heute für einen flachen LCD-Fernseher im örtlichen Media Markt anstellt oder ein Computer-TFT beim Online-Händler bestellt, der kann zwei Strategien verfolgen. Entweder der Kunde lässt den Preis, die Optik oder die Größe entscheiden. Das ist einfach und nach wenigen Stunden beziehungsweise Tagen steht die neue Mattscheibe im Wohnzimmer oder Büro. Oder aber der Kunde wälzt technische Daten zu Kontrasten, Reaktionszeiten und Display-Technik.

Damit Ihnen letztere Entscheidung einfacher fällt, stellen wir Ihnen die im Markt erhältlichen Display-Technologien vor. Die folgenden Panel-Typen beziehen sich auf Smartphones, Computer-TFTs und LCD-Fernseher gleichermaßen. Die Bildschirmtechnik ist maßgebend für gute Blickwinkel, schnelle Reaktionszeiten und Tageslichttauglichkeit.

Geräte sind teilweise mit Touchscreen-Panels ausgerüstet. Die Technik, welche Bildschirmeingaben per Finger und/oder Stift ermöglicht, ist unabhängig vom bildgebenden Panel. So kann im Prinzip jedes Panel, gleich ob LCD, OLED oder AMOLED, zum Multi-Touch-Screen ausgebaut werden. Die heute übliche Technik dazu ist ein kapazitiver (bei fast allen Smartphones wie zum Beispiel Acer beTouch E100, Acer Liquid E rot und Acer neoTouch S200) oder ein induktiver Touchscreen (wie bei Profi-Tablet-PCs).

VORAB: EINIGE EMPFEHLUNGEN ZUM RICHTIGEN DISPLAY Wer einen hochwertigen Flachbildschirm für die Arbeit haben möchte, der sollte die blickwinkelschwachen TN+Film-TFTs vermeiden. Hier sind stattdessen S-IPS oder S-PVA-TFTs die beste Wahl. Grund: Die Farben werden in einem weiten Blickwinkel konstant dargestellt (bis 180 Grad). Die Reaktionszeiten stehen den TN-Panels in nur wenig nach.

Wenn es nicht auf die Schnelligkeit ankommt, sondern die Farbtreue besonders wichtig ist, dann sind AMOLED (bei einigen Smartphones sowie einigen Digitalkameras verbreitet) oder MVA-, PVA-Panels (Flachbildschirme) die beste Wahl. Bei Fernsehgeräten können die kontrastverbesserten LCD-Geräte mit Local Dimming und LED-Hintergrundlicht nahezu mit den starken Farben der Plasma-TVs mithalten. Gute LCD-Fernseher bieten heute ebenfalls schöne Kontraste. Beispiele für solche LCD-TV-Geräte sind das Acer M230HDL und das Acer MT230HML. Diesen beiden 23-Zöller arbeiten mit LED-Backlight.

Spieler waren und sind mit TN+Film-Panels (Beispiele: Acer HD H244HAbmid, Acer G245HAbid Olympic Edition und Acer B3 Business B243HA) aufgrund der kurzen Reaktionszeiten am besten bedient. Die Kontraste und Blickwinkel sind insgesamt brauchbar, was durch die Auftragung eines Films auf der Anzeige erreicht wird. TN-Panels sind die preiswertesten Schirme auf dem Markt.

Smartphone- und Tablet-Computer-Fans sind mit AMOLED sehr gut beraten, das grundsätzlich anders aufgebaut ist als die Flüssigkeitskristallanzeigen (LCD, TFT). Starke Kontraste und ein sehr geringer Energiebedarf sind die Vorteile. Für bezahlbare Flachbildschirme und Fernseher hat sich diese Technik zwar noch nicht durchgesetzt. Viele Smartphones sind allerdings bereits mit der sehr gut fürs Sonnenlicht geeigneten Displaytechnik ausgerüstet. Diese Geräte sind nicht mehr deutlich teurer als das Marktumfeld.

LCD = TFT: VIELSEITIGE EINSATZZWECKE LCD - Flüssigkristallanzeige Das „Passiv Matrix Liquid Crystal Display“ (PMLCD) und seine Weiterentwicklung TFT (Thin Film Transistor) sind die meist verbreiteten Bildschirmtechniken. Ob Fernseher, Laptop, Taschenrechner, Digitaluhr, Digitalkamera-Anzeige oder 80er-Jahre-LCD-Games, alles basiert auf der Flüssigkristallanzeige. Grundprinzip ist, dass Flüssigkristalle die Polarisationsrichtung von Licht beeinflussen, wenn ein bestimmtes Maß an elektrischer Spannung angelegt wird. Im Hintergrund steht immer eine Lichtquelle, was heute bei Kleingeräten aber auch bei Fernsehern typischerweise Leuchtdioden sind (LED-Backlight: Notebook, Smartphone, etc.). PC-Flachbildschirme und LCD-Fernseher sind auf Grund der geringeren Herstellungskosten aber oft weiterhin mit Leuchtstoffröhren als Lichtquelle bestückt.

TFT - Dünnfilmtransistoren Das TFT ist eine LCD-Weiterentwicklung, welche das obige Passiv Matrix Display (PMLCD) ablöste. Ziel war, kleinere Pixel (PDAs, Smartphones) oder höhere Pixelzahlen (Notebooks, TFT-Fernseher) zu realisieren. Bei den PC-Flachbildschirmen herrscht diese Technik seit Ende 2007 bis heute vor. Technisch handelt es sich um ein Aktiv-Matrix-Display oder AMLCD, bei dem jeder einzelne Bildpunkt einen aktiven Verstärker und einen Stromversorgungsanschluss besitzt.

Die Vorteile: Ein weiterer Blickwinkel als bei den älteren Passiv Matrix Displays (PMLCD). Mit LEDs bestückte TFT-Fernseher haben teilweise eine matte Frontscheibe und verursachen kaum Reflexionen. Um den Nachteil der relativ schwachen Farben und Kontraste auszugleichen, werden viele Geräte mit einer spiegelnden Oberfläche bestückt (Glare-Type). Diese lässt Farben attraktiver und kräftiger wirken (optischer Effekt), auch wenn sich de facto am Kontrast nichts ändert. Wegen der LED- oder Leuchtstoff-Hintergrundbeleuchtung können TFT-Fernseher hellere Bilder als Plasma-TVs liefern. Dies ist jedoch nur für ein helles Wohnzimmer relevant.

Die Frage, ob es sich bei einem LCD-Fernseher um ein TFT oder um ein LCD handelt, stellt sich nicht, denn heute dürfte jeder flache Fernseher ein TFT sein. Die Hersteller trennen die Bezeichnungen TFT (PC-Bildschirme) und LCD (Fernseher), um die Welt der Computer-Displays deutlich von den Fernsehern zu trennen. Panel-technisch sind TFTs und aktuell verkaufte „LCD-TVs“ identisch.

TFT-TYPEN: VON LOW-COST BIS ZUM PROFI Die größten Nachteile der TFT-Panels bleiben die geringen Betrachtungswinkel und die standardmäßig geringen Kontraste beziehungsweise Farbräume. Für Notebook- und Computer-Anzeigen wurden die TFTs aber weiterentwickelt, so dass auch Profis heute keinen CRT-Röhrenmonitor mehr benötigen.

Panel: TN+Film Die Masse der TFT-Panels ist mit einem so genannten TN-Panel ausgerüstet. TN steht für Twisted Nematic.Beispiele hierfür sind Acer HD H244HAbmid, Acer G245HAbid Olympic Edition und Acer B3 Business B243HA.

Die billigsten Computer-TFTs (ab 120 Euro für den 23-Zöller) beziehungsweise die meisten Notebooks sind damit bestückt. Zur Erhöhung des Blickwinkels wird ein Film auf die Oberfläche des Panels aufgebracht. Selbige sind dennoch recht klein, etwa 130/110 Grad (horizontal/vertikal) bei 10:1 (bis 10 Prozent Abweichung vom idealen Kontrast). Die Angabe in Datenblättern nennt meist 160-170/160 Grad, was sich aber bereits auf den Bereich bezieht, bei dem schon ein Fünftel (20 Prozent) des idealen Kontrastverhältnisses verloren gegangen ist.

Kurz: Ein TN-Panel hat nach den kundenfreundlichen Maßgaben der Bewertung deutlich kleinere Blickwinkel als PVA oder IPS. Der Vorteil von TN: Das Panel kann mit einer relativ geringen Spannung betrieben werden, daher ist der Energieverbrauch geringer als bei IPS oder PVA. Die Billig-Preise der TN-Panels liegen auch an ihrer großen Herstellungsausbeute.

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