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03.03.2011 Rudolf Felser

E-Reader: zunehmend Objekt der Begierde, aber zu teuer

Eine internationale BCG-Analyse belegt: Der Gerätepreis ist ein wesentliches Erfolgskriterium. Dafür sind die User bereit, für die Inhalte vernünftige Beträge zu löhnen.

Bereits 42 Prozent der Österreicher wissen laut jüngster Umfrageergebnisse der Boston Consulting Group (BCG), worum es sich bei Kindle, iPad und Co. handelt, und damit um fünf Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. E-Reader und Flachcomputer erfreuen sich einer wachsenden Bekanntheit und werden zunehmend zum "Must have Device". Rund ein Drittel der befragten österreichischen Verbraucher, bzw. 55 Prozent derjenigen, die die Produkte kennen, wollen eines dieser Geräte innerhalb der nächsten drei Jahre erwerben. Dabei interessieren sich 55 Prozent der heimischen Konsumenten für ein Multifunktionsgerät, während sich nur elf Prozent für ein Standalone-Gerät zum Lesen digitaler Inhalte entscheiden würde.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der Boston Consulting Group unter rund 15.000 Verbrauchern in 16 Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Großbritannien, USA, Japan und China. 702 Personen davon waren aus Österreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KNACKPUNKT PREIS Wie die Untersuchung der BCG belegt, ist das entscheidende Kriterium für den Erfolg der digitalen Lesegeräte ihr Preis: Derzeit besitzen drei Prozent der Österreicher einen Tablet-PC bzw. einen E-Reader. Im letzten Jahr waren es zwei Prozent – trotz großem Interesse verhalten sich die Konsumenten beim Kauf noch zögernd. "Unsere Umfrage zeigt, dass österreichische Verbraucher bis zu 99 Euro für ein reines Lesegerät und maximal 199 Euro für ein Multifunktionsgerät ausgeben würden. Beim Vergleich der Daten von 2010 zu 2011 sehen wir, dass die Konsumenten den Maximalpreis, den sie bereit sind zu zahlen, geringer angeben als im Vorjahr – besonders bei den reinen Lesegeräten ist dies der Fall. Den kommerziellen Durchbruch werden E-Reader und Tablet PCs erst dann feiern können, wenn die Preise erheblich sinken", erklärt Antonella Mei-Pochtler, Medienexpertin und Senior Partnerin bei BCG.

CONTENT WIRD BEZAHLT Österreichische Verbraucher nutzen derzeit ihren E-Reader und Flachcomputer vor allem zum Lesen digitaler Bücher (58 Prozent), Zeitschriften (29 Prozent) und Zeitungen (29 Prozent). 58 Prozent der Befragten möchten zukünftig weitere digitale Zeitschriften und Zeitungen konsumieren.

Die positive Nachricht für die Verlagsbranche: Die österreichischen Konsumenten sind durchaus bereit, für digitale Inhalte zu zahlen und zeigen sich im internationalen Vergleich großzügig: Für ein digitales Zeitschriften- wie auch für ein Zeitungsabonnement würden sie fünf bis neun Euro im Monat ausgeben; damit rangiert Österreich unter den untersuchten Ländern im oberen Drittel. Mit der Bereitwilligkeit für ein digitales Buch fünf bis zehn Euro zu bezahlen, liegt Österreich – mit Italien, Spanien, Frankreich und Finnland ex aequo – an der Spitze. Nur beim Einmalkauf eines Onlinemagazins sind die heimischen Konsumenten mit ein bis zwei Euro im internationalen Vergleich eher knauserig. So würden US-Verbraucher rund zwei bis drei Euro, Japaner sogar bis zu vier Euro berappen. Spitzenreiter in allen Kategorien sind Italiener, die fünf bis zehn Euro für ein E-Book, sowie fünf bis zehn Euro monatlich für ein digitales Zeitschriftenabonnement und sechs bis zwölf Euro monatlich für ein Zeitungsabo bezahlen würden.

Doch trotz dieser durchaus ermutigenden Ergebnisse steht die Verlagsbranche noch vor vielen offenen Fragen rund um ihr künftiges Geschäftsmodell. Mit dem App-Store oder dem neuen Betriebssystem Android 3.0 eröffnen internationale Größen wie Apple oder Google einen regelrechten "Kampf um die Leser". Medienhäuser zogen dabei bislang eine eher ernüchternde Bilanz: Viele iPad-Versionen von Magazinen und Zeitungen erreichten gerade einmal ein bis zwei Prozent der Printauflage. "Verlagshäuser stehen vor Problemen wie der eingeschränkten Verfügbarkeit von Kunden- und Nutzungsdaten und signifikanten Umsatzbeteiligungen, die den Gewinn schmälern", so die Medienexpertin.

VIELFALT GEWÜNSCHT Ein häufig genannter Grund für die Nutzung digitaler Lesegeräte ist vor allem ihre Zweckmäßigkeit: Die Hälfte der jetzigen E-Reader-Nutzer schätzt es, keine schweren Bücher herumtragen zu müssen und 29 Prozent keine Zeitungsprintausgaben schleppen zu müssen. Leser von digitalen Zeitungen freuen sich zudem über den unkomplizierten Bezug der Inhalte.

Neben der Lektüre von digitalen Inhalten wollen die Befragten, die sich für den Kauf eines digitalen Gerätes interessieren, ihr Gerät vor allem zum Mailen (86 Prozent), zum Surfen im Internet (77 Prozent) sowie für persönliche Fotos (69 Prozent) nutzen. Weitere Funktionen, die hoch im Kurs stehen sind Musikanwendungen (70 Prozent), Videos (63 Prozent) und nutzergenerierte Inhalte (55 Prozent). Für Videospiele interessieren sich hingegen nur 33 Prozent der österreichischen Umfrageteilnehmer.

Potenzielle Nutzer wünschen sich vor allem eine größere Auswahl an Büchern, Zeitungen und Zeitschriften (82 Prozent), unter mehreren Anbietern wählen zu können (82 Prozent), günstigere Preise für digitale Inhalte als für gedruckte Inhalte (82 Prozent) sowie auch persönliche Dokumente lesen zu können. Eine Verbesserung der Hardware spielt für sie eine untergeordnete Rolle. (pi/rnf)

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