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03.09.2009 apa/Rudolf Felser

Auch Panasonic setzt auf 3D-Fernsehen

Nach Sony stellte auch Panasonic auf der Funkausstellung IFA in Berlin 3D-Fernsehgeräte vor.

Die Unterhaltungselektronik-Hersteller setzen auf dreidimensionale Fernsehbilder für daheim. Nach Sony stellte auch der japanische Konkurrent Panasonic auf der Funkausstellung IFA in Berlin 3D-Fernsehgeräte vor. Sie sollen im kommenden Jahr zusammen mit entsprechenden Blu-ray-Abspielgeräten auf den Markt kommen, kündigte Panasonic-Manager Yoshiiku Miyata an.

"Nächstes Jahr wird sich das Fernsehen dramatisch verändern", sagte er. Panasonic gehe davon aus, als erster Hersteller mit einer Komplettlösung von der Produktion von 3D-Bildern bis hin zu Verbrauchergeräten auf den Markt zu kommen. Zuvor hatte Sony-Chef Howard Stringer in Berlin ebenfalls 3D-Fernsehgeräte angekündigt.

Aber auch Sony will eine führende Rolle bei der neuen Technik übernehmen und alle Bereiche beliefern. Konzernchef Howard Stringer präsentierte in Berlin ein 3D-System ("real 3D") für Kinos, Fernsehgeräte und die Spielekonsole Playstation 3. Der Vorteil von Sony gegenüber der Konkurrenz: Zum Konzern gehört auch ein eigenes Hollywood-Studio, das zum Start der neuen Technik gleich einen 3D-Film Produzieren will. "Es geht darum, Software, Geräte und Inhalte gleichzeitig anzubieten", betonte Sony-Europachef Fujio Nishida.

Preise stünden bisher noch nicht fest, 3D-taugliche HD-Fernseher würden aber definitiv im oberen Preisbereich liegen, räumte Nishida ein. Mehr Details solle es zur amerikanischen Elektronik-Messe CES im Jänner 2010 geben. Sony plane, die Technik zeitgleich in Japan, Europa und den USA auf den Markt zu bringen.

PHILIPS NOCH SKEPTISCH Philips, der größte europäische Elektronikkonzern, sieht hingegen keinen schnellen Markterfolg für dreidimensionales Fernsehen. "3D ist zwar der Traum der Fernsehzuschauer und der Ingenieure. Die Technologie läuft aber noch nicht stabil", sagte Philips-Manager Andrea Ragnetti auf der IFA.

Der niederländische Konzern schlägt damit einen anderen Kurs ein als seine asiatischen Wettbewerber wie Sony und Panasonic, die auf einen raschen Durchbruch der 3D-Technologie hoffen. Ragnetti, der die Konzernsparte Philips Consumer Lifestyle leitet, betonte, dass sein Unternehmen die 3D-Darstellung auf dem Fernseher mitentwickelt habe. Es sei aber beispielsweise noch nicht klar, ob die Menschen bereit seien, sich mit 3D-Brillen vor den Fernseher ins Wohnzimmer zu setzen. Es gebe Alternativen, die ohne Spezialbrillen funktionierten. Diese seien aber noch nicht marktreif.

Als Alternative zum 3D-TV setzt Philips auf Fernsehen im Kinoformat und stellte auf der IFA ein neues TV-Gerät mit einem Bildseiten-Verhältnis von 21:9 vor. "Alle Hollywood-Filme werden nicht 4:3 oder 16:9 aufgenommen, sondern 21:9", sagte Ragnetti. Auch die meisten DVDs und Blu-ray-Scheiben hätten die Filme im 21:9-Breitwandformat gespeichert. Daher liege es nahe, den Film auf dem Fernseher ohne schwarze Streifen am unteren und oberen Bildrand zu präsentieren.

Auch Branchenkenner haben große Zweifel. Es dürfte noch bis zu sieben Jahre dauern, bis die Technik ausgereift ist, sagte der amerikanische Technologie-Analyst Rob Enderle in Berlin. Außerdem seien die Technologien von Sony und Panasonic nicht miteinander kompatibel. "Und das letzte, was die Branche jetzt braucht, ist noch ein Formatkrieg." Sein Kollege Michael Gartenberg glaubt auch, dass Philips den realistischeren Marktblick hat: "Die Verbraucher haben sich doch gerade erst HD-Fernseher gekauft und sind nicht bereit, die jetzt schon wieder auf den Müll zu schmeißen." Beim deutschen Fernseherhersteller Loewe heißt es ebenfalls, die Technik brauche noch drei bis sieben Jahre.

er Zeitpunkt für die großen 3D-Ankündigungen erscheint auf den ersten Blick riskant. Die weltweite Wirtschaftskrise hat bei den großen Unterhaltungselektronik-Herstellern tiefe Spuren hinterlassen. Sony rechnet nicht damit, dass es bald wieder aufwärts geht: So werde sich die Konjunktur in Westeuropa erst irgendwann im kommenden Jahr erholen, glaubt Nishida. Allerdings blicke Sony bereits nach vorn: "In schwierigen Zeiten an Investitionen in die technische Entwicklung zu sparen, wäre Selbstmord."

WAS IST MIT HD? Zum anderen hat die Branche noch nicht einmal die Umstellung auf das Fernsehen in HDTV bewältigt. Bei weitem noch nicht in allen Haushalten stehen moderne TV-Geräte - und jetzt soll auch noch "HD in 3D" kommen?

Eine Antwort liegt in dem aktuellen 3D-Trend auf dem Kinomarkt. Nachdem Hollywood festgestellt hat, dass dreidimensionale Filme bei den Zuschauern gut ankommen, steigt die Zahl der Produktionen kontinuierlich, massenhaft werden Kinosäle umgerüstet und entsprechend steigt der Druck, ein solches Erlebnis auch für zu Hause anzubieten. In Großbritannien plant der Bezahlsender Sky laut Sony auch einen speziellen Kanal für 3D-Sendungen. So sollen beispielsweise Fußball-Spiele der UEFA in 3D aufgezeichnet werden.

Für Panasonic liegt der Reiz zusätzlich darin, die Produktionskapazitäten für Plasma-Fernseher auszulasten. Die Technik konnte sich bei gewöhnlichen Fernsehgeräten nicht gegen LCD-Panels durchsetzen, jetzt betonen die Japaner, für die schnellen Bildwechsel der 3D-Technologie seien die Plasma-Bildschirme bestens geeignet. (apa)

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