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05.10.2009 Rudolf Felser

Umfrage: E-Books verdrängen Bücher nicht

Die Zukunft des Buches steht im Mittelpunkt einer Studie des Markt-und Meinungs-Forschungsinstituts Marketagent.com.

Die Zukunft des Buches steht im Mittelpunkt einer aktuellen Studie des auf Online-Umfragen spezialisierten Markt-und Meinungs-Forschungsinstituts Marketagent.com. Im Rahmen der Erhebung wurden 500 Österreicher im Alter zwischen 14 und 59 Jahren befragt. Ergebnis: Für jeden vierten Österreicher (25,8 Prozent) sind E-Books bereits "auf jeden Fall" bzw. "eher schon eine Alternative" zum traditionellen Buch.

Vor allem für weniger lese-affine Gruppen wie Männer oder Jugendliche - jeder vierte Mann (25,2 Prozent) und jeder fünfte Jugendliche (20,0 Prozent) liest gar keine Bücher - stellt das digitale Buch eine attraktive Form der Unterhaltung dar. Rund 30 Prozent der Nicht-Leser könnten sich vorstellen, zu einem Buch zu greifen, wenn es in elektronischer Form wäre. Jeder dritte Nicht­-( 31,7 Prozent) bzw. Wenig-Leser (1­4 Bücher pro Jahr: 33,1 Prozent) sieht im E-Book das Buch der Zukunft. Aber auch Leseratten sind dem digitalen Buch nicht abgeneigt. Gut jeder zweite Umfrage-Teilnehmer, der mehr als 15 Bücher im Jahr liest, findet die Vorstellung, E-Books zu "verschlingen", grundsätzlich gut (48,0 Prozent).

Die Buch- und Papierindustrie muss sich voraussichtlich noch keine ernsthaften Sorgen machen – zumindest nicht wegen des E-Books: Wirklich an eine langfristige Verdrängung des klassischen Buches glauben nur 12,2 Prozent der Österreicher. Unter den 14-19-Jährigen sind es immerhin 21,8 Prozent, die die Bücher in Papierform in Gefahr sehen. "Grundsätzlich kann man aber durchaus von einem zukünftigen Trend zum digitalen Lesen sprechen", so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. "44,6 Prozent der Österreicher lesen laut Studienergebnis heute weniger Bücher als noch vor ein paar Jahren. Das elektronische Buch könnte vor allem diesem Trend entgegenhalten und die Vorteile der Bildschirm-Medien für sich nutzen."

ZEITUNGEN SPÜREN DEN TREND Bei Zeitungen und Zeitschriften könnte sich die elektronische Form bereits früher (zumindest als Alternative) durchsetzen. Die unter Anzeigenschwund leidenden US-Zeitschriftenverlage setzen jetzt auf einen gemeinsamen Online-Kiosk. Unter der Führung von Time Warner wollen die Konzerne ab dem kommenden Jahr ihre Titel für digitale Lesegeräte anbieten, sagte eine mit den Plänen für das Joint Venture vertraute Person gegenüber Agenturjournalisten. Der Mutterkonzern der Zeitschriften Time, People und Fortune habe sich an große heimische Konkurrenten wie Conde Nast und Hearst gewandt.

Mit dem Internet-Kiosk wollen die Verleger Kunden erreichen, die verstärkt Lesegeräte für elektronische Bücher wie das Kindle von Amazon nutzten, hieß es weiter. Zudem versprächen sich die Zeitschriften-Konzerne Einnahmen im Internet, was sich in den mehr als zehn Jahren der Online-Präsenz bisher als nahezu unmöglich erwiesen hat. Die Anzeigenflaute im Print-Bereich hat einige Verlage bereits in den Ruin getrieben und die Existenz anderer infrage gestellt.

TECHIES MÖGEN E-BOOKS Derzeit werden E-Books laut der Marketagent-Umfrage aber – zumindest hierzulande – noch vor allem von Technologie-affinen Personen gelesen. Jeder fünfte Unter-30-Jährige hat bereits Online-Bücher ausprobiert (14-19-Jährige: 20,0 Prozent; 20-29-Jährige: 20,2 Prozent), in den älteren Altersgruppen sind es laut der Umfrage nur etwa halb so viele (30-39-Jährige: 13,2 Prozent; 40-49-Jährige: 10,1 Prozent; 50-59-Jährige: 9,2 Prozent). Die Akzeptanz des digitalen Buches ist aber vor allem bei den Über-40-Jährigen, die bislang das elektronische Lesevergnügen noch nicht probiert haben, grundsätzlich stark ausgeprägt. Fast die Hälfte der Befragten dieser Altersgruppe aus dem Marketagent.com Online Access Panel könnten sich zumindest vorstellen, E-Books zu lesen (40-49-Jährige: 45,7 Prozent; 50-59-Jährige: 47,2 Prozent).

Einmal das elektronische Lesevergnügen ausprobiert, möchten 69,6 Prozent nicht mehr darauf verzichten. Knapp 40 Prozent möchten auch weiterhin mindestens genauso viele E-Books wie klassische Bücher lesen (37,7 Prozent) und rund jeder Dritte geht davon aus, dass er in den nächsten Jahren mehr elektronische wie gedruckte Bücher lesen wird (31,9 Prozent). Alles in allem schneidet das digitale Buch gut ab: Zwei von drei der bisherigen E-Book-Nutzer beschreiben das elektronische Lese-Erlebnis als "sehr" (24,6 Prozent) oder "eher gut" (39,1 Prozent).

Da Marketagent.com seine Umfragen mittels Computer Assisted Web Interviews über seine hauseigene "reSEARCH Plattform" abwickelt, ist allerdings von einer vergleichsweise hohen Affinität der Teilnehmer zu neuen Medien, das Internet und Technologie im Allgemeinen auszugehen. (rnf/apa)

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