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24.02.2010 Christof Baumgartner/pi

Großprojekt für Ambient Assisted Living gestartet

Im Rahmen des Betreubaren Wohnens in Linz-Pichling werden 25 Wohneinheiten mit dem "Beko Homebutler" ausgestattet.

Vor knapp zwei Jahren begann die EU-Initiative „Wohltuendes Altern in der Informationsgesellschaft“, nun startet das erste Großprojekt für Ambient Assisted Living (AAL) in Österreich. Die Stadt Linz, das Land Oberösterreich, die GWG und Beko Engineering & Informatik setzen erstmals ein Konzept um, das Menschen ermöglichen soll, selbständig länger als bisher in den eigenen vier Wänden zu leben. Im Rahmen des Betreubaren Wohnens in Linz-Pichling werden 25 Wohneinheiten mit den assistiven Technologien und Services des "Beko Homebutler" ausgestattet und Mitte des Jahres den Bewohner übergeben.

Aufgrund des demographischen Wandels stellte sich die Projektgruppe rund um die Stadt Linz und Beko die Frage, wie kann in Zukunft die Lebensqualität im Alter sichergestellt werden bzw. was bringt Menschen dazu, die vertraute Umgebung freiwillig oder unfreiwillig zu verlassen. Vor ca. zehn Jahren forcierte die Politik den Ausbau der mobilen Dienste, in weiterer Folge sollen Eigenheime mithilfe unterstützender Technologien soweit aufgerüstet werden, dass man deutlich länger in den eigenen vier Wänden wohnen kann und in der vertrauten Umgebung bleibt. Ein Gesamtkonzept aus assistiver Technologie und Dienstleistungen versteht sich als erweiterte Barrierefreiheit für den Alltag. „Es ist vor allem die Vergesslichkeit, die zu Unsicherheiten und im Anschluss zu Ängsten führen. Und Ängste beeinflussen die Lebensqualität, aber sie bewegen auch Menschen dazu, den Schritt in Altersheim zu tun. Mit dieser intelligenten Gesamtlösung geben wir den Menschen wieder ein Stück Sicherheit zurück“, so Ingmar Goetzloff, Leiter Competence Center Smart Home Solutions bei Beko.

Sicherheit groß geschrieben: Ein zentraler Ein-Aus-Schalter dreht beim Verlassen der Wohnung automatisch alle kritischen Stromkreise und den Wasserzufluss ab. Ein Nachtlicht sorgt dafür, dass der Weg bis ins Badezimmer ausgeleuchtet wird. Bewegungsmelder lösen den Einbruchsschutz aus und erlauben eine selbständige Alarmierung von Nachbarn, Angehörigen oder der Rettungsleitstelle im Falle von kritischen Lebenslagen aufgrund von Inaktivität. Eine Herdplattenkontrolle, die Rufhilfe und Brandmelder runden das Sicherheitspaket ab.

ABGESTIMMTE DIENSTLEISTUNGEN Technik alleine hilft nur bedingt: Erst die Kombination mit abgestimmten Dienstleistungen, wie etwa der Rufhilfe, der Lebensmittelzustellung, der Betreuungsorganisation vor Ort, dem Essen auf Räder sowie einer Hotline soll nachhaltig zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Durch den Einsatz vom Homebutler, der über einen Fernseher und einer vorgeschalteten Set-Top-Box installierbar ist, erweitert sich die Möglichkeit der sozialen Kontakte. Essen auf Räder, Lebensmittel, oder auch die Homepage der Stadt Linz und Veranstaltungen der betreuenden Organisation vor Ort können zusätzlich auch über das Medium TV/Internet mit einer simplifizierten Fernbedienung bestellt und angesehen werden. Für sehbeeinträchtigte Menschen steht eine Sprachausgabe zur Hilfe bereit.

„Als Bauträger stehen neben modernen zukunftsgerichteten Wohnbau und attraktive Sanierungen vor allem zwei wichtige Aspekte ganz weit oben: Service und Komfort. Daraus ergibt sich für uns ein nachhaltiger sozialer Gedanke, der vor allem auch die Belange der jungen Familien und Senioren fokussiert. Mit diesem Projekt ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Wohnungswirtschaft, die wir maßgeblich mitgestalten wollen, gelungen“, sagt Hermann Friedl von der GWG.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgte durch das Institut für Altersökonomie/Wirtschaftsuniversität Wien und das Institut für Marketing und Strategieberatung – Innsbruck, die nach einem Beobachtungsjahr Aufschluss darüber geben, welche sozialpolitischen Effekte erreicht wurden und wie eine für die breite Masse geeignete sozialverträgliche Lösung aussehen kann.

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