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06.05.2010 Rudolf Felser

Business-Nutzer loben ihre Druck-Hardware

Für die im Auftrag von Brother durchgeführte "Printerumfrage10" wurden fast 9.000 Anwender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihrem privaten und beruflichen Nutz- und Einkaufsverhalten sowie zur Zuverlässigkeit von Druckern und Multifunktionsgeräten befragt.

Die Leute sind erstaunlich zufrieden. Wir waren selbst ein bisschen erstaunt, so der Gründer des beauftragten Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Dokulife bei der Präsentation der Ergebnisse in Wien. So sind 77 Prozent der Befragten, die Druckgeräte im beruflichen Umfeld nutzen, durchaus zufrieden mit der Zuverlässigkeit der Drucker, Multifunktions- und Faxgeräte. Ganze 50 Prozent sagen sogar, dass die von ihnen genutzte Druck-Hardware eigentlich immer funktioniert.

Wenn aber der Drucker dann tatsächlich doch mal stillsteht, ist es selten ein Hardware-Defekt. Denn der häufigste "Fehler" ist schlichtweg die leere Papierkassette. Gerade bei Geräten, die gemeinsam mit mehreren Kollegen genutzt werden, zeigt sich, welchen Einfluss das Prozessmanagement auf die Ausfallrate der Drucker hat. So geben 74 Prozent der Befragten, die gemeinsam mit Kollegen ein Druckgerät nutzen, fehlendes Papier als häufigste Fehlerursache für einen nicht durchgeführten Druckjob an. Zahlreiche Teilnehmer der Studie beschweren sich auch darüber, dass Kollegen nie Papier holen; ein klares Indiz, dass die Verantwortlichkeiten nicht effizient geregelt sind.

Bei Geräten, die alleine genutzt werden, ist dies mit 64 Prozent der Fälle zwar immer noch unnötig oft der Grund für den Stillstand, aber, so zeigt sie Studie, nimmt die Dauer des Stillstandes mit zunehmender persönlicher Verantwortung der Anwender ab. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der zweithäufigsten Fehlerquelle: das fehlende Verbrauchsmaterial. Gut 29 Prozent der Befragten geben diesen Grund als häufigste Fehlerursache an, wenn sie das Druckgerät mit jemanden teilen.

GETRENNTE BESCHAFFUNGSPROZESSE An dritter Stelle wird von 26 Prozent der Teilnehmer, die ihr Gerät mit Kollegen teilen, der Papierstau als Fehlerquelle genannt. Wo auf den ersten Blick doch ein Hardwareproblem oder Anwenderfehler zu vermuten ist, lässt sich Jendro zufolge bei genauerer Analyse der Studie in vielen Fällen ebenfalls auf ein Prozessproblem schließen.

Denn in der Praxis läuft der Einkauf und die Beschaffung von Hardware, Papier und Verbrauchsmaterial immer noch über verschiedene Abteilungen in den Unternehmen, wie die Ergebnisse der Umfrage belegen. Während Druckgeräte inzwischen meist von der IT-Abteilung ausgewählt und beschafft werden, fallen Papier und häufig Verbrauchsmaterial immer noch traditionell in den Zuständigkeitsbereich der Büromaterialverantwortlichen. Deswegen wird sehr oft günstiges Papier minderer Qualität eingekauft, was zur Folge hat dass die Druckgeräte öfter stehen bleiben.

Helmut Pfeifenberger, Direktor und General Manager der heimischen Brother-Zweigniederlassung, sieht in dieser Gewaltenteilung eine Ursache für das Problem: "Papier, Verbrauchsmaterial und Hardware sind deshalb nicht immer optimal aufeinander abgestimmt. Im Sinne der Anwenderzufriedenheit und der Effizienz in Unternehmen sollte darauf geachtet werden, dass die IT-Abteilung grundsätzlich auch in den Auswahl-, Beschaffungs- und Lagerungsprozess des Papiers und des Verbrauchsmatetrials eingebunden wird."

TINTENSTRAHLER BELIEBT BEI KLEINEREN UNTERNEHMEN Ein weiterer Zusammenhang, den die Studie herstellt: Je kleiner nämlich das Unternehmen ist, desto höher ist der Anteil an Tintenstrahlern. So gaben 58 Prozent der Selbständigen zu Protokoll, dass ihr meistgenutztes Gerät ein Tintenstrahler ist – nur 31 Prozent der Selbständigen nutzen bevorzugt einen Schwarzweiß-Laser. Bei kleinen Unternehmen mit zwei bis Mitarbeitern dominiert ebenfalls der Tintenstrahler (44 Prozent). Ab Unternehmensgrößen mit mehr als elf MitarbeiterInnen sind hingegen Schwarzweiß-Laser beliebter als Tintenstrahler.

Analysiert man die Druckgewohnheiten der Anwender, wird klar, warum sich diese ein möglichst arbeitsplatznahes Gerät wünschen: 89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie häufig oder sehr häufig nur eine Seite pro Druckjob drucken. 93 Prozent der Befragten drucken häufig oder sehr häufig einen Druckjob mit zwei bis fünf Seiten. Größere Druckaufträge mit sechs bis 15 Seiten werden hingegen nur von 49 Prozent häufig oder sehr häufig durchgeführt – sehr häufige oder häufige Druckjobs mit 16 bis 40 Seiten sind sogar noch seltener (18 Prozent).

PRIVATBEREICH: DRUCKQUALITÄT ENTSCHEIDEND Obwohl sich die Druckqualität aller Geräteanbieter auf hohem Niveau angeglichen hat, ist sie immer noch das wichtigste Kaufkriterium bei Druckgeräten im privaten Bereich, gefolgt von den Druckkosten und dem Gerätepreis. Natürlich sorgt der Preis für eine Vorselektion beim Kunden – aber eine gute Druckqualität ist nach wie vor der stärkste Kaufanreiz, wie die Studienergebnisse zeigen. Das Design des Geräts und der Herstellername spielen, so die Befragten, beim Kauf kaum eine Rolle. Eine Markentreue, wie man sie von Notebooks kennt, ist im Druckgerätebereich nicht zu finden.

Wenn es um Tinten und Laserkartuschen geht, verpuffen Markentreue und Qualitätanspruch offenbar völlig angesichts der hohen Preisunterschiede zwischen Original-Produkten und Drittanbieterware. Hier verzeichnet die Studie einen sehr hohen Anteil an Fremd-Produkten. "Nutzer, die einen sehr hohen Wert auf die Druckqualität legen, greifen aber eher zur Originalpatrone", so Oliver Jendro.

So verwundert es auch wenig, dass die Bezugsquellen von Drucker und Verbrauchsmaterialien sehr unterschiedlich sind: 20 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie ihre Geräte im Fachhandel kaufen – aber nur 13 Prozent kaufen dort auch ihre Verbrauchsmaterialien. Bei Elektronikflächenmärkten ist der Unterschied sogar noch größer: 39 Prozent der Befragten kaufen ihre Druckgeräte in Flächenmärkten, aber nur 18 Prozent erstehen dort auch die Verbrauchsmaterialien. Die Hauptbezugsquelle für Tinte und Toner ist mit 61 Prozent klar der Versandhandel.

MANAGED PRINT SERVICES "Bei einer strukturierten oder gar einer automatisierten Verbrauchsmaterialbestellung, wie sie Managed Print Services-Konzepte vorsehen, kommen frische Verbrauchsmaterialien am Gerät an, bevor es stillsteht. Proaktive Versorgung der Druckinfrastruktur und ganzheitliche Betrachtung der Prozesskette sind der Schlüssel, um Ausfallhäufigkeit und Ausfallzeit zu reduzieren", bekräftigt Helmut Pfeifenberger. "Darüber hinaus kann es, gerade bei Gruppen- oder Etagengeräten, sinnvoll sein, einen 'Druckerpaten' zu benennen, der in definierten Intervallen den Verbrauchsmaterialbestand überprüft und ergänzt."

Allerdings bietet Brother selbst noch keine Managed Print Services an. Jörg Stefan Schmitt, Leiter Unternehmenskommunikation der Brother International GmbH, gegenüber Computerwelt.at: "In naher Zukunft wird es Managed Print Services von Brother geben. Wir müssen nicht die Ersten sein, sondern machen's lieber ordentlich. Entsprechende Pilotprojekte laufen demnächst an." (rnf)

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