Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


28.07.2010 Benjamin Schischka*

Die spannendsten neuen Technologien für Ihren PC

Zehnmal schneller, sparsamer und intelligenter - verbesserte und neue Technologien sorgen für frischen Wind auf dem Computer.

Der Start von USB 1.0 verlief 1996 schleppend. Es gab zu wenige Geräte und die maximale Datenrate von 1,5 MB/s konnte schon damals nicht beeindrucken. Um eine aktuelle 1-Terabyte-Festplatte per USB 1.0 zu befüllen, bräuchten Sie fast 200 Stunden! USB 2.0 legte vier Jahre später mit maximalen 60 MB/s nach und ist heute ein weit verbreiteter Standard. Für das Füllen der 1-Terabyte-Platte bräuchte 2.0 theoretisch rund 5 Stunden. In der Praxis hängt die Übertragungszeit auch von der Anzahl und Größe der Dateien ab.

Mit USB 3.0 soll die Übertragung (maximal 640 MB/s) auf die 1-TB-Platte weniger als eine Stunde dauern. Ein weiterer Vorteil von USB 3.0: Der Standard kann mit höheren Strommengen umgehen und macht externe Netzteile und Y-Stecker so weitgehend überflüssig. 3.0-Stecker besitzen mehr Kontakte, weshalb sich alte Buchsen nicht per Firmware-Update aufrüsten lassen. Sie brauchen also neue Hardware. Die alten USB-2.0-Geräte sollen weiterhin in 3.0-Buchsen passen - arbeiten dann aber natürlich mit der geringeren Geschwindigkeit.

Zwar soll erst das Service Pack 1 für Windows 7 eine breite softwareseitige Unterstützung des neuen Standards garantieren. Viele Hersteller haben aber bereits USB-3.0-Geräte (nebst speziellen Treibern) in petto - etwa Mainboards, Webcams oder Speicherlösungen. Übrigens unterstützt Linux USB 3.0 bereits ab Kernel 2.6.31.

Schneller und sparsamer: Bluetooth 3.0 und 4.0 Mit dem Ziel das Kabelchaos rund um den PC zu beenden, wurde in den 90ern Bluetooth 1.0 entwickelt. Bei maximalen 732,2 Kbit/s dauerte das Übertragen eines 2 MB großen Bildes mindestens 22 Sekunden. Das derzeit gebräuchliche Bluetooth 2.1 + EDR hat 2007 die Geschwindigkeit mehr als verdoppelt. Die Ende 2009 beschlossene 3.0-Spezifikation soll dank "High Speed" auf direkte WLAN-Verbindungen umschalten können.

Doch Geschwindigkeit ist nicht alles: Erst vor wenigen Wochen wurde der Bluetooth-4.0-Standard beschlossen. Ein neuer Stromsparmodus soll den Akku bei geringerer Übertragungsrate schonen. Spezielle Geräte, nur mit einer Knopfzelle ausgestattet, sollen im Stromsparmodus sogar jahrelang durchhalten können. Außerdem soll die Reichweite auf bis zu 100m steigen und die Sicherheit per 128-Bit-AES-Verschlüsselung erhöht werden. "High Speed" von Bluetooth 3.0 soll mit dem neuen Energiesparmodus kompatibel sein - ja nach Bedarf könnte 4.0 also in den passenden Modus schalten. Erste Bluetooth-4.0-Geräte sollen Ende 2010 oder Anfang 2011 auf den Markt kommen.

EFI: BIOS geht in den Ruhestand In der IT-Branche ist BIOS - das Basic Input Output System - ein Methusalem: fast 30 Jahre hat das Programm auf dem Buckel, das unter anderem den Start des Betriebssystems einleitet. Der Nachfolger EFI (Extensible Firmware Interface) will mit Maussteuerung, hübscher Grafik und Online-Update nicht nur ein Plus bei Bequemlichkeit und Bedienbarkeit bieten.

Die Option, einzelne Treiber zu deaktivieren, soll die Fehlersuche erleichtern. Außerdem ist Extensible Firmware Interface im Gegensatz zu BIOS 64-Bit-tauglich und übernimmt die Aufgabe des Bootloaders mit, wenn mehrere Betriebssysteme installiert sind. Apropos Booten: Den Master Boot Record (MBR) löst EFI mit einer eigenen Partitionstabelle ab und sprengt so die 2-Terabyte-Grenze der MBR.

Der BIOS-Nachfolger sitzt schon seit fünf Jahren in den Startlöchern. Immer wieder haben Mainboard-Hersteller EFI-Offensiven angekündigt, sind aber kaum über Beta-Updates und vereinzelte Modelle hinausgekommen. Doch langsam scheint sich etwas zu tun: Apple nutzt EFI-Boards in Intel-basierten Macs bereits flächendeckend und Intel untersucht die EFI-Möglichkeiten.

Windows-Login per Gesichtserkennung Noch dieses Jahr will Microsoft mit der Kinect-Bewegungssteuerung Xbox-Spielern ein neues Spielgefühl bieten. Der Sprung von Kinect-Funktionen aufs hauseigene Betriebssystem Windows wäre durchaus denkbar - und ist Gerüchten zufolge für Windows 8 sogar wahrscheinlich.

Die beiden VGA-Kameras von Kinect erfassen Bewegungen dreidimensional, gleich vier Mikrofone zeichnen Audio-Signale auf. Durch Bewegung und Sprechen steuert man also seine Spielfigur ohne klassischen Controller. Interessant mit Blick auf den Windows-PC: Zum Anmelden an den Konsolen-Dienst Xbox Live ist nur ein kurzes Winken nötig, Sprachbefehle öffnen etwa den Filmdienst zum Online-Gucken.

Kinect beherrscht auch die Gesichtserkennung - zum Anmelden an den PC könnte das Nutzername und Passwort überflüssig machen. Verlässt man den Arbeitsplatz, könnte die Technik das theoretisch registrieren und in den Standby-Modus wechseln. Zwar gibt es schon Hersteller-spezifische Verfahren zur Gesichtserkennung - die finden sich aber nur vereinzelt in Business-Notebooks. Windows 8 in Verbindung mit der Kinect-Technologie könnte den Durchbruch für Gestensteuerung und Gesichtserkennung bedeuten.

* Der Autor ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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