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13.08.2010 pte

Amazon: Neue Hardware für mehr Content-Absatz

Der Online-Versandriese Amazon erwägt, nach dem Kindle mit weiteren Elektronikgadgets ins Hardware-Geschäft einzusteigen. Mit der Entwicklung befasst sich wie schon beim E-Reader das Lab 126, berichtet die New York Times.

Das Ziel hinter weiteren Produkten ist demnach wie beim Kindle insbesondere, mehr digitale Inhalte zu verkaufen. "Amazons digitale Strategie dreht sich in erster Linie um Content und nur sekundär um Geräte", bestätigt Screen-Digest-Analyst Julien Theys gegenüber dem Online-Dienst pressetext. Er verweist darauf, dass es auch Kindle-Apps für iPad, iPhone und Android gibt. "Es mag aber einige Geräte geben, die Content-Konsumation aus dem Amazon-Ökosystem fördern", so der Analyst. Vorstellbar wäre beispielsweise ein TV-Angebot, wenngleich der Kindle wohl Amazons Hardware-Schwerpunkt bleibt.

VERKAUFSFÖRDERNDE HARDWARE Amazon-intern soll es Überlegungen zu Elektronikgeräten von Media Player bis hin zu Smartphones gegeben haben. "Es hat für Amazon keinen Sinn, mit iPods, Tablets oder Handys zu konkurrieren", stellt Theys klar. Denkbar ist Hardware, bei der es nicht direkt um Profit, sondern um den Content-Verkauf geht. "Man stelle sich eine günstige Set-Top-Box vor, die an den Fernseher angeschlossen wird und für Content direkt mit dem Amazon-Account verbunden ist.

Mit einer derartigen Set-Top-Box wäre Amazon direkt im Wohnzimmer präsent. "Das ist genau, was Apple mit Apple TV versucht", meint der Analyst. Google drängt mit Google TV ebenfalls in Richtung heimische Fernseher. Die Hardware wäre für Amazon also einfach Mittel zum Zweck im Kampf um den Content-Markt.

E-READER-HOCHBURG Das Lab 126 sucht derzeit massiv nach Mitarbeitern wie Hard- und Softwareingenieuren, was ein Anzeichen für neue Gerätepläne sein mag. Doch Theys zufolge ist auch denkbar, dass Amazon ausschließlich am Kindle arbeitet. Denn der E-Reader-Markt ist derzeit mit funktionell sehr ähnlichen Modellen überflutet. "Ich vermute, dass Amazon sich mit vielen Technologien befasst, die E-Reader trotz der Kosteneinschränkungen im aktuellen Marktumfeld besser machen", meint der Analyst. Wenngleich sich neue Modelle von der Masse abheben müssen, gilt das nicht für den Preis. Denn ein E-Reader im iPad-Preissegment wäre unverkäuflich. (pte)

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