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08.09.2010 Alex Wolschann/idg

IFA richtet Leseecke für digitale Bücher ein

Auf der diesjährigen IFA sind neben 3D die Themen Tablet-PC und E-Reader im Fokus. Namhafte und unbekannte Hersteller buhlen um die Gunst des Kunden im neuen und potenziell lukrativen Markt für digitale Bücher.

Bücher auf der Funkausstellung: Erstmals in der IFA-Geschichte hat die Messe für Unterhaltungselektronik eine E-Library, also eine elektronische Bibliothek, aufgebaut. In dieser Halle präsentierten sich Aussteller mit ihren Angeboten rund ums digitale Lesen. »Wir wollten auf dieser Plattform Content- Anbieter und Gerätehersteller rund um das E-Book für den Konsumenten zusammenführen«, erklärt Messedirektor Jens Heithecker das Konzept dieses besonderen Ausstellungsbereichs. Wie dicke Wälzer präsentieren sich die Ausstellungswände der Anbieter in der E-Library. In der Mitte des runden Saals laden Würfel zum Lesen ein – natürlich vorzugsweise zum Lesen auf einem E-Reader, wie die speziell für E-Books entwickelten Geräte genannt werden. Diese Angebote mit einem besonders kontrastreichen Graustufen-Display bekommen allerdings zunehmend Konkurrenz von Tablet-Computern wie dem iPad oder dem eben vorgestellten Samsung Galaxy Tab. Bislang war es vor allem die Frankfurter Buchmesse, die den E-Books ein Forum geboten hat. Jetzt hätten die Anbieter auch die IFA als Plattform entdeckt, sagt der Experte Dieter Gerdemann von der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney und fügt hinzu: «Die IFA wird auf Dauer ein relevantes Forum der E-Book-Reader-Branche sein.» In den USA sind die digitalen Bücher bereits ein Renner, in Europa bzw. in Österreich kommt das Geschäft erst langsam in Fahrt, da es bis dato kaum Bücher in deutscher Sprache gegeben hat und die Hersteller mit unterschiedlichen Formaten und Systemen nicht gerade kundenfreundlich agiert haben. Einer Studie von PricewaterhouseCoopers zufolge wurden in Deutschland maximal 80.000 E-Reader verkauft, in Österreich etwa 8.000 Stück. Bis 2015 soll sich das ändern, hierzulande könnten laut den Analysten in den kommenden fünf Jahren 250.000 E-Reader abgesetzt werden. Die Aussicht auf einen allmählichen Durchbruch beim digitalen Lesen ruft neue Anbieter auf den Plan. Bisher haben vor allem Sony und Amazon mit seinem Kindle die E-Reader-Szene geprägt. Auf der IFA kamen Unternehmen wie Acer und Medion dazu, die stets den Massenmarkt im Blick haben. Auch der Buchhändler Thalia hat die Messe dazu genutzt, einen eigenen E-Reader zu präsentieren. Gleich fünf Modelle zeigte der ukrainische Hersteller Pocketbook Readers. Thalia-pakt mit Medion Thalia hat sich mit Medion zusammen getan und auf der IFA einen gemeinsam entwickelten E-Reader namens OYO vorgestellt. Der Oyo ist 240 Gramm schwer, so groß wie ein Taschenbuch und verfügt über einen Sechs-Zoll-Touchscreen mit elektronischem Papier (16 Graustufen, 800 x 600 Pixel), das auch bei Sonnenlicht gut lesbar sein soll. Das weiß mattierte Gerät verfügt über vier Hotbuttons für den direkten Zugriff auf wichtige Funktionen, die Texteingabe erfolgt über eine virtuelle Tastatur. Zugriff auf den E-Book-Store von Thalia erhalten Nutzer über die integrierte WLAN-Schnittstelle. Zum Verkaufsstart stehen dort mehrere Hunderttausend Titel zur Verfügung, das Angebot wird laufend erweitert. Der Akku reicht laut Herstellerangaben für 8.000 Seiten oder zwei Wochen. Der interne Speicher beträgt zwei GB und ist auf bis zu 32 GB erweiterbar. Unterstützte Formate sind TXT, ePub, PDF, HTML, JPEG, PNG, BMP und MP3. Der E-Reader Oyo WLAN ist ab Oktober für knapp 140 Euro in Österreich in allen Thalia Buchhandlungen und online erhältlich. Noch vor Weihnachten soll eine 3G-Version auf den Markt kommen. Gegenwärtig gibt es knapp 57.000 Titel im österreichischen Online-Store von Thalia, die Mehrzahl davon ist deutschsprachig. Bis zum Start im Oktober sollen es »mehrere hunderttausend« Titel sein, wie Thalia auf COMPUTERWELT-Anfrage bestätigte. drei neue von Sony Auch Sony erwartet sich viel von den digitalen Büchern und hat schon länger mit eigenen Modellen sein Glück versucht. Der Konzern hat im Rahmen der IFA schon die dritte Generation seiner E-Reader vorgestellt. Die Geräte kommen mit E-Ink-Pearl-Bildschirm und verbessertem Touchscreen-Interface. Seiten lassen sich nun mit einem Fingerwisch umblättern. Mit dem mitgelieferten Eingabestift (Stylus) kann der Leser Textteile markieren. Der PRS-350 mit einem fünf-Zoll-Display ist für knapp 180 Dollar zu haben. Er besitzt einen internen Speicher von zwei GB und wiegt 160 Gramm. Der Reader Pocket Edition unterstützt diverse Textformate wie PDF, Word und E-Pub und kann auch Bilddateien darstellen. Die Version PRS-650 mit sechs-Zoll-Touchscreen kostet knapp 230 Dollar und verfügt über Steckplätze für SD und den hauseigenen Memory Stick Duo. Der PRS-650 spielt auch MP3- und AAC-Dateien ab. Der dritte im Bunde, Sonys Daily Edition kommt mit sieben-Zoll-Display, WLAN und UMTS sowie einem internen Speicher von vier GB. Vertragspartner ist in den USA AT&T.

Anders als bei Amazon und Barnes & Noble verfügt nur Sonys teuerstes Modell über WLAN. Sowohl der Kindle als auch das Nook sind günstiger als Sonys Touch Edition und haben Wi-Fi sowie UMTS. Die auf WLAN beschränkten Versionen beider Geräte kosten unter 150 Dollar. Das Highend-Gerät von Sony wird knapp 300 Dollar kosten und soll wie die übrigen E-Raeder noch diesen Herbst in den Handel kommen.

Noname-Hersteller will den Markt aufmischen Der weithin unbekannte ukrainische Hersteller Pocketbook sorgte auf der IFA mit der Ankündigung von gleich fünf neuen E-Readern für Aufsehen.

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