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21.10.2010 Alex Wolschann/idg

Hype überschätzt: Industrie bleibt auf 3D-Geräten sitzen

Seit Jahrzehnten träumt die multimediale Gesellschaft davon, nicht nur die reale Welt aus zwei Blickwinkeln zu sehen, sondern auch die virtuelle im Kino und in den TV-Geräten.

Die Anfänge der 3D-Technik reichen entsprechend lange zurück. Schon vor über hundert Jahren gab es erste experimentelle 3D-Filmvorführungen. Mitte der Neunziger Jahre saßen alle mit Rot-Grün-Brillen aus billigem Papier im Kino. Durchsetzen konnte sich die Technik damals nicht – zu viele Kinderkrankheiten. Und heute? Heute stehen die Zeichen um einiges besser. Das Bild muss nicht mehr permanent in Bewegung sein, damit ein räumlicher Eindruck entsteht. An Stelle der Rot-Grün-Brillen sind welche mit aktiver Shutter-Technik getreten. Unsere Fernseher sind größer, das Übertragungsverfahren digital und hochauflösend geworden. Und doch wird sich 3D im Heimkino nicht so schnell durchsetzen, wie die Geräteindustrie es gerne hätte. Die überschwemmt nämlich gerade den Markt mit 3D-fähigen Geräten. Was fehlt, sind aber die Inhalte. Gerade mal eine Handvoll 3D-Blu-Rays gibt es aktuell zu kaufen. Wann die ersten großen TV-Sender mit 3D-Übertragungen beginnen, steht in den Sternen. Selbst der Kassenschlager Avatar ist bisher auf DVD oder Blu-ray noch nicht in 3D erschienen.

Gerade einmal zwei Prozent der in diesem Jahr ausgelieferten Fernsehgeräte sind 3D-fähig. Das entspricht einer Stückzahl von 3,2 Millionen TV, so die Marktforscher von DisplaySearch. Doch selbst die experimentierfreudigen Early Adopters, die sich einen 3D-Fernseher zulegen, scheinen nicht so recht von der Technologie überzeugt zu sein. Denn viele Käufer verzichten gar auf einen Erwerb der notwendigen Spezialbrille. »Das ist besonders enttäuschend. Ein guter Wert wäre, wenn pro TV-Gerät zwei 3D-Brillen verkauft würden«, kommentiert DisplaySearch-Analyst Paul Gray. Besonders überraschend ist das Kaufverhalten nicht. Obwohl die Brillen einen Materialwert von knapp zehn Euro haben, wollen die Hersteller 100 bis 150 Euro für die Shutter-Modelle. Zudem sind die Brillen nicht einmal herstellerübergreifend kompatibel. Eine Brille von Samsung funktioniert nicht mit einem Fernseher von Sony. Der Hollywood-Hype habe die Hersteller auf eine falsche Fährte geführt und ihnen in Wahrheit ein Verlustgeschäft beschert, ist sich der Analyst sicher. Gerade der US-Markt, von dem sich die Hersteller gute Absätze erwartet haben, zeigte dem 3D-Angebot angesichts überteuerter Preise die kalte Schulter.

KOMMT ZEIT, KOMMT 3D Ungeachtet der schlechten Verkaufszahlen prophezeien Marktbeobachter, dass sich 3D auch im Wohnzimmerbereich mittel- bis langfristig durchsetzen wird. DisplaySearch zufolge wird die Zahl der ausgelieferten Geräte auf rund 90 Millionen Stück im Jahr 2014 anwachsen. »Die Industrie wird an 3D festhalten, zumal die Technologie in der Produktion von Fernsehgeräten kaum ein Kostenfaktor ist. Um 3D auch im Wohnzimmer zum Durchbruch zu verhelfen, muss das Content-Angebot um ein Vielfaches besser werden«, urteilt Gray.

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