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08.11.2010 Computerwoche*

FAQ Solid State Disk: Zehn Fragen zum Thema SSD

SSD-Komponenten gehören zu den heißesten Themen im Storage-Markt. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten bieten Solid State Disks (SSD) eine Reihe von Vorteilen. Anfangs vor allem als leistungsstarke Speicherkomponenten in mobilen Rechnern wie Notebooks und Netbooks eingesetzt, finden SSDs zunehmend Eingang in andere Systeme der Unternehmens-IT wie beispielsweise Blade-Server und Storage-Subsysteme. Christian Marhöfer, Geschäftsführer der Kingston Technologie GmbH, beantwortet die wichtigsten Fragen aus der Sicht eines Herstellers.

Wie arbeiten SSDs? Vereinfacht ausgedrückt ersetzen SSDs die beweglichen Teile der traditionellen Festplatten durch NAND Flash-Speicherchips und fortschrittliche Controller. Sie werden als solche auch vom Betriebssystem erkannt (beispielsweise verfügt Windows 7 über die Fähigkeit, SSDs zu erkennen) und können wie traditionelle Festplatten eingesetzt werden. Das betrifft sowohl das Betriebssystem als auch Applikationen.

Was ist der Unterschied zwischen "NAND"- und "NOR"-SSD-Modellen? Zum gegenwärtigen Zeitpunkt basieren SSDs generell auf NAND Flash-Technologie. Es gibt einige SSDs wo DRAM-Technologie zum Einsatz für Highspeed Caching kommt. Die Verwendung von NOR Flash-Technologie macht keinen Sinn, weil dabei im Falle der Stromabschaltung die Daten verloren gehen.

Welche Vorteile bieten SSDs gegenüber anderen Speichermedien? Die Hauptvorteile der SSD liegen darin, dass keine beweglichen Teile zum Einsatz kommen und stattdessen elektrische Komponenten. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

1. Nahezu keine "seek time” und keine "spin up time”. Das steigert die System-Performance und reduziert drastisch die Zeit, die zum Laden des Betriebssystems, von Applikationen und Daten notwendig ist.

2. Schnellere Schreib/Lese-Geschwindigkeiten durch den Einsatz neuester Flash-Technologien.

3. Nachdem keine beweglichen Teile vorhanden sind, sind SSDs gegenüber HDDs nahezu unempfindlich gegen Vibration und Schock.

4. Aufgrund ihrer Haltbarkeit und Zuverlässigkeit kann man davon ausgehen, dass SSDs eine längere Lebensdauer auch bei intensiver Verwendung haben und keine fehlerhaften Sektoren wie bei HDDs auftreten.

5. Durch das Fehlen beweglicher Teile und den geringen Stromverbrauch der Komponenten benötigen SSDs wenig Strom. Dadurch verlängert sich auch die Laufzeit und Lebensdauer der Akkus (Notebooks, Netbooks). Obendrein werden SSDs aufgrund besserer Performance-Werte länger eingesetzt: das System bleibt über einen sehr langen Zeitraum leistungsmäßig up-to-date.

6. Außerdem sind SSDs sehr leise, da keine beweglichen oder rotierenden Teile im Betrieb sind.

Welches sind die Nachteile von SSDs? Das einzige Manko ist gegenwärtig noch der relative hohe Preis per GB. Der ist höher als bei den Festplatten und der Grund dafür, dass HDDs gegenwärtig mit Kapazitäten von 500 GB und aufwärts verkauft werden. SSDs bieten Eingangskapazitäten von 30 GB (beispielsweise Kingston SSDNow V Serie) und höher.

Welche Formfaktoren und welche maximalen Speicherkapazitäten bieten die SSD-Hersteller zurzeit an? Nachdem sich eine Reihe von Anbietern im Markt positioniert hat, sind auch unterschiedliche Typen von SSD-Formaten verfügbar. Sie rangieren im Bereich von 1,8 Zoll, 2,5 Zoll.

Kingstan hat momentan 1,8 und 2,5 Zoll SSDs im Sortiment. Maximale Kapazität bei Kingston sind 512GB. Optional kann zu den 2,5 Zoll SSDs ein sog. SSD Drive Carrier von 2,5 Zoll auf 3,5 Zoll bestellt werden für den Einsatz bei Servern, Workstations und Racks.

Vereinzelt gibt es Hersteller, die 3,5 Zoll SSDs anbieten, die maximale angebotene Kapazität liegt hier bei 1TB. Die abverkauften Mengen hier kann man aber als homöopathisch bezeichnen.

Der Vorteil der 2,5 Zoll SSDs ist nicht nur, dass es der gängigste Formfaktor ist. Gerade die SSDs mit einer Kapazität von 128GB bieten sich obendrein für Upgrades von Notebooks an.

SSDs kommen bisher vor allem in Notebooks und Netbooks zum Einsatz. Welchen Einfluss haben SSD-Komponenten auf Server- und Storage-Systeme? Momentan werden SDDs größtenteils in Desktop-PCs, Server- und Speicherumgebungen genutzt. SSDs wie beispielsweise Kingstons SSDNow E-Serie haben extreme hohe IOPS-Werte (Random Transactions per Second) und eine solide Zuverlässigkeit (MTBF = Mean Time between Failures) von bis zu 230 Jahren. Diese Attribute machen SSDs zu einer perfekten Lösung für Server, die hochperformant und ausfallsicher sein müssen. Dazu ein Beispiel: Man müsste im Endeffekt fünf bis zehn High-Performance-Festplatten einsetzen, um die IOPS einer SSDNow E Serie zu erhalten. In einer Server-Umgebung werden SSDS mehr und mehr als Alternative beziehungsweise als Ersatztechnik für vorhandene HDDs eingesetzt. Die herkömmlichen HDDs werden zur Standard-Speicherung von Daten benutzt, während die SSD für das Betriebssystem und für Schlüssel-Applikationen oder Services Verwendung findet.

Welche Server- und Storage-Anbieter benutzen bereits SSDs? Server- und Storage-Anbieter bieten unseres Wissens nach keine SSDs "ab Werk" an. Generell eignen sich SSD als Upgrade für viele bestehende Systeme.

Alle Anbieter von Server- und Storage-Lösungen bieten jedoch nach Kundenwunsch Speziallösungen an, standardmässig werden SSD aber in diesem Bereich aktuell noch nicht verbaut.

In welchen Bereichen setzen IT-Anwenderunternehmen bereits SSDs in Servern ein? Aufgrund der (noch) hohen Kosten eignen sich SSD momentan nicht für Storage-Lösungen. Aber bereits jetzt werden SSD für Caching Lösungen eingesetzt, um die Performancewerte für Serversysteme gezielt zu steigern. Das heißt in allen Bereichen, wo es auf die Steigerung von IOPs , wie z. B. bei Datenbanken, ankommt, kommen SSDs vermehrt zum Einsatz.

Wie entwickeln sich die Preise für SSDs? Die Preise für SSD gehen nach unten. Dies konnte man speziell in den vergangenen Wochen sehen. Diese Tendenz wird, unserer Meinung nach, anhalten. Seit der Einführung der SSDs konnte ein jährlicher Preisverfall von 50% beobachtet werden.

Wann werden SSDs in punkto Preis pro GB mit klassischen Festplatten gleichgezogen haben? Das läßt sich so nicht beantworten, da ein Gleichziehen der Preise ausgeschlossen ist. Die Frage sollte eher lauten: Wann wird der Preispunkt getroffen sein, dass ausreichend Kapazität mit allen Vorteilen einer SSD zu einem attraktiven Preis angeboten wird? Es gibt Prognosen, die davon ausgehen, dass im Lauf des nächsten Jahres der Preis für 1GB auf 1$ sinken wird.

* Der Artikel stammt von der deutschen Computerwoche.

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