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08.01.2011 Daniel Behrens*

Turbo-Boost für Ihren Prozessor

Sie besitzen einen PC mit Intels Core-i5- oder Core-i7-Prozessor? Dann kann es durchaus sein, dass er zu langsam läuft, weil die Turbo-Boost-Technologie nicht aktiviert ist. Hier lesen Sie, wie Sie alles aus Ihrem PC herausholen und was AMD Intels Technik entgegenzusetzen hat.

Die meisten Intel-Prozessoren der Reihen Core i5 und Core i7 bringen die Technik "Turbo Boost" mit. Turbo Boost beschleunigt Anwendungen, die keine Multicore-Unterstützung bieten, also nur einen der zwei, vier oder sogar sechs CPU-Kerne ansprechen. Turbo Boost macht sich zunutze, dass inaktive Prozessorkerne in einen Energiesparmodus schalten, wenn sie gerade nicht genutzt werden. Dadurch produziert die CPU weniger Abwärme, obwohl die Kühlung für deutlich mehr ausgelegt ist.

Hier setzt Turbo Boost an: Es übertaktet die aktiven Kerne so weit, bis die maximale Hitzespezifikation erreicht ist. Durch den höheren Takt laufen rechenintensive Anwendungen, die nur einen Kern nutzen, schneller. Beispiele hierfür sind ältere 3D-Spiele und Umwandlungs-Programme für Videos.

Welche Core-i5- und Core-i7-CPUs Turbo Boost unterstützen, erfahren Sie in Intels Prozessordatenbank. Wählen Sie dort eine Baureihe und klicken Sie dann in der Tabelle eine CPU-Bezeichnung an. Wenn der Prozessor Turbo Boost bietet, sehen Sie in der Zeile "Max Turbo Frequency", wie hoch der Takt eines Kerns dank Turbo Boost maximal springen kann, wenn alle anderen nichts zu tun haben. Bei manchen CPUs ist der Geschwindigkeitssprung durch Turbo Boost wenig spektakulär, bei anderen dafür umso mehr. Der Core-i7-920 taktet zum Beispiel von 2,66 GHz nur auf 2,93 GHz hoch, der Core-i7-870S hingegen von ebenfalls 2,66 GHz auf 3,6 GHz. Auch wenn von vier oder sechs Kernen nur zwei inaktiv sind, taktet Turbo Boost die aktiven Kerne hoch - wenn auch nicht immer ganz so stark.

Damit Turbo Boost funktioniert, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Die kritischste davon: Das Energiemanagement des PCs muss inaktive Kerne in einen Tiefschlaf versetzen können - und zwar in den ACPI-Zustand C3, C4, C5 oder C6. Im letzten Jahr sind allerdings einige Hauptplatinen erschienen, die genau das nicht können. Sie wurden auch in manchen Komplett-PCs verbaut, zum Beispiel in Rechnern von Acer und Packard Bell.

Dieses Problem lässt sich glücklicherweise bei den meisten Hauptplatinen mit einem BIOS-Update lösen. Zunächst sollten Sie aber testen, ob Sie überhaupt betroffen sind, oder ob Turbo Boost schon funktioniert.

DER TEST: FUNKTIONIERT TURBO BOOST? So testen Sie, ob Ihre Hauptplatine beziehungsweise das BIOS die Voraussetzungen erfüllt, durch die der Core-i5- oder Core-i7-Prozessor den Turbo Boost zünden kann. Laden Sie zunächst die neuesten Versionen der kostenlosen Tools TMonitor und Core2MaxPerf herunter und entpacken Sie die beiden ZIP-Dateien.

TMonitor zeigt für jeden Kern der CPU an, mit welcher Taktfrequenz er aktuell läuft und wie der Verlauf der letzten Sekunde war. Starten Sie die TMonitor64.exe. Sollte die Meldung erscheinen, dass TMonitor64.exe "keine zulässige Win32-Anwendung" ist, besitzen Sie Windows in der herkömmlichen 32-Bit-Version. Benutzen Sie in dem Fall stattdessen die TMonitor.exe.

Schließen Sie alle offenen Programme und warten Sie, bis TMonitor ab Kern zwei ("Thread 2") möglichst keine großen Ausschläge mehr im Balkendiagramm anzeigt. Nun starten Sie Core2MaxPerf. Das Tool lastet gezielt einzelne Kerne durch komplexe Berechnungen voll aus. Um damit die Prozessorbelastung eines Programms zu simulieren, das nur einen Kern nutzt, deaktivieren Sie im Startdialog von Core2MaxPerf alle Auswahlkästchen außer "CPU 0". Dann klicken Sie auf "Starten".

Achten Sie nun in TMonitor auf die Taktfrequenz des ersten Kerns rechts oben. Diese sollte sich dem Maximalwert nähern, den Sie in Intels Prozessordatenbank nachgeschlagen haben. Tut sie das nicht, sollten Sie nachschauen, ob die Funktion im BIOS deaktiviert ist. Falls dort gar kein entsprechender Eintrag vorhanden ist, sollten Sie ein BIOS-Update durchführen. Wenn Sie einen Komplett-PC besitzen, schauen Sie auf der Website des Herstellers nach, um nach dem Update zu suchen. Wenn Sie einen individuell zusammengestellten Rechner Ihr Eigen nennen, gehen Sie auf die Homepage des Hauptplatinen-Herstellers. Nach dem Update führen Sie den Test erneut durch, um den Erfolg zu überprüfen.

Statt TMonitor können Sie unter Windows 7 auch das Sidebar-Gadget Intel Turbo-Boost-Technik-Monitor von Intel installieren. Es zeigt allerdings nicht die Leistung jedes Kerns einzeln an, sondern die Tubro-Boost-Leistung insgesamt.

AMD TURBO CORE AMD hat mit "Turbo Core" erst rund eineinhalb Jahre nach Intel ein Gegenstück zu "Turbo Boost" vorgelegt. Die Beschleunigungs-Technik ist in der Prozessorgeneration Phenom II X6 enthalten. Ein Vierkern-Prozessor mit Turbo Core soll bald folgen. Der Unterschied zu Intels Turbo Boost: Turbo Core beschleunigt nicht ein oder zwei Kerne, sondern bei einem Vierkerner immer zwei und bei einem Sechskerner immer drei Kerne - und zwar je nach Prozessormodell um 400 oder 500 MHz. Im Vergleich zu einigen Intel-Core-Prozessoren ist das mehr, im Vergleich zu anderen aber auch bis zur Hälfte weniger.

Welches die bessere Technik ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, es kommt immer auf den direkten Vergleich von zwei Prozessoren an.

* Der Autor ist Redakteur der deutschen PC-Welt.

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