Hardware-Tops & -Flops des Jahres 2010 Detail - Computerwelt

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19.01.2011 Michael Löprich*

Hardware-Tops & -Flops des Jahres 2010

Grafikkarten, Prozessoren, DirectX 11 & 3D: Wir stellen Ihnen die erfreulichsten und ärgerlichsten Entwicklungen des vergangenen Jahres 2010 aus Hardware-Sicht vor.

Nicht nur bei den Spielen, auch bei der Hardware ging es 2010 auf und ab. Unsere Schwesterpublikation Gamestar stellt in diesem Artikel die Hardware-Tops & -Flops des vergangenen Jahres vor. Während viele Komponenten tolle Spieleleistung zum Sparpreis boten, entpuppten sich andere Geräte im Hardware-Test als überteuerte Mogelpackung. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die Tops und Flops des Jahres 2010 aus der Welt der Hardware.

HARDWARE-TOPS 2010

Nvidia Geforce GTX 460 Erst ein halbes Jahr nach AMD hat Nvidia ihre erste Grafikkartengeneration mit DirectX 11 auf den Markt gebracht. Zusätzlich stellten sich die ersten Karten als ziemliche Enttäuschung heraus: Vor allem die Geforce GTX 480 enttäuschte mit extremem Stromhunger und lautem Lüfter. Doch dann kam im Juli die rettende GTX 460: Sie überraschte mit toller Spieleleistung bei angemessenem Stromverbrauch zum günstigen Preis.

Diese Kehrtwende innerhalb einer Generation schafft die Geforce GTX 460 durch einen überarbeiteten GF104-Grafikprozessor, der in Spielen effizienter arbeitet als der GF100-Chip der Geforce GTX 480 und 470. Zudem bietet Ihr flüsterleiser Referenzlüfter überraschend viel Übertaktungsspielraum. Seit der Veröffentlichung dominiert die Geforce GTX 460 dank des ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnises den Grafikkartenmarkt bis 200 Euro.

AMD Phenom II X6 AMD hat dieses Jahr Sechskern-Prozessoren für alle erschwinglich gemacht. Die Konkurrenz von Intel war zwar etwas früher dran, doch kamen deren Sechskerner für exorbitante 1.000 Euro auf den Markt und kosten immer noch mindestens 800 Euro. AMD dagegen hat die Preise von Anfang an realistisch gestaltet und mittlerweile gibt’s den Phenom II X6 1055T mit 2,8 GHz als günstigstes Modell bereits ab 150 Euro. Bei Intel bekommen Sie für den gleichen Preis gerade mal die günstigste Quad-Core-CPU im Portfolio.

Zudem kosten schnellere X6-Vertreter mit mehr als 3,0 GHz Takt nur wenig Aufpreis. Auch wenn praktisch noch kein Spiel von sechs Rechenkernen profitiert, lohnen sich sechs Kerne wegen der deutlich höheren Zukunftssicherheit bereits jetzt. Und in älteren Spielen oder Anwendungen, die maximal drei Kerne nutzen, beschleunigt der integrierte Turbo-Modus den Phenom II X6 je nach Modell um 400 oder 500 MHz, was einen deutlichen Performance-Schub bringt.

Metro 2033 Mit Metro 2033 kam dieses Jahr seit längerem wieder ein Spiel, das spürbar für den PC entwickelt wurde. Mit Tesselation und erweiterter Tiefenschärfe bietet es volle DirectX-11-Unterstützung. Zusätzlich sorgen korrekte Physikeffekte dank Nvidias PhysX für eine realistische Atmosphäre. Auch können Sie das Spiel auf Wunsch in der dritten Dimension genießen, denn Nvidias 3D Vision kommt bei Metro 2033 toll zur Geltung. Insgesamt bietet das Spiel fast alles, was es an aktueller Technik gibt. Zusätzlich ist es eines der ersten Spiele, das die Effekte von DirectX 11 gekonnt in Szene setzen kann. Wer über aktuelle DirectX-11-Hardware verfügt, sollte sich Metro 2033 unbedingt ansehen, denn auch spielerisch ist dieser Grusel-Shooter ganz vorne mit dabei.

HARDWARE-FLOPS 2010

Nvidia Geforce GTX 480 Schlimm genug, dass Nvidia-Fans ein halbes Jahr länger auf Grafikkarten mit DirectX 11-Unterstützung warten mussten, während AMD bereits munter die HD-5000-Serie verkaufte. Schlimm genug, dass die ersten Exemplare der Geforce GTX 470 und GTX 480 (Codename: »Fermi«) kaum verfügbar waren. Schlimm genug, dass diese dann – wenn verfügbar – im Vergleich viel zu teuer waren.

Außerdem stellten sie sich im Test als wahre Monster heraus: Laut, heiß und stromhungrig sind Adjektive, die wir vor allem der Geforce GTX 480 zuordnen. Zwar war die bis vor kurzem die schnellste Karte mit nur einem Kern, für den täglichen Gebrauch ist sie aber schlichtweg untauglich. Im Laufe des vergangenen Jahres sind bei uns in der Hardware-Redaktion gleich drei dieser Karten den vorzeitigen Hitzetod gestorben! Kein Wunder also, dass diese Grafikkartengeneration sehr bald den liebevollen Spitznamen »Thermi« erhielt.

Intel Namenschaos 2008 kam Intels aktuelle Prozessorgeneration – die Core- i-Reihe – auf den Markt. Zunächst für den Sockel 1366 und die Bezeichnungen der Prozessoren waren damals klar: Je höher die Zahl nach dem »i«, desto schneller ist der Prozessor; i7 stand für Vierkerner, die mittels Hyperthreading acht Kerne simulieren. Doch brachte Intel seine Kunden schnell durcheinander: Für den neuen Sockel (1156) kamen im Herbst 2009 ebenfalls i7-Prozessoren heraus. Gleichzeitig wurde der Core i5 für denselben Sockel vorgestellt und stand zunächst für vier Kerne ohne Hyperthreading. So weit so gut, doch dann erschienen im Frühjahr 2010 neue Core-i5-Modelle, die plötzlich nur noch zwei statt vier Kerne besaßen.

Wer das bereits aufregend findet, der kann sich auf kommendes Jahr freuen: So bringt Sandy Bridge – Intels Anfang 2011 kommende Prozessorarchitektur – nicht nur wieder mal einen neuen Sockel sondern auch noch längere CPU-Bezeichnungen: So setzt Intel jetzt neben den Serienbezeichnungen Core i3, i5 und i7 auf vier- statt dreistellige Ziffern und hängt obendrein noch einen Buchstaben an bestimmte Modelle. Wer auch immer sich das neue Schema bei Intel ausgedacht hat – ein Vorzugsplatz auf der Anwärterliste für die Hardware-Flops 2011 ist ihm jetzt schon sicher.

AMD HD3D AMDs Technologie HD3D sollte dieses Jahr, wie es Nvidia mit 3D Vision bereits 2009 vorgemacht hat, beeindruckende 3D-Effekte auf die Bildschirme von Radeon-Nutzern zaubern. Zwar funktioniert die HD3D-Technik theoretisch, die passende Hardware suchen Sie aber fast vergeblich. Das liegt zum einen an der fehlenden Treiber-Implementierung: Während Interessenten bei Nvidia die Treiber für die dritte Dimension frei Haus geliefert bekommen, müssen 3D-Begeisterte, die eine AMD-Karte verwenden wollen, Treiber von 3D-Drittanbietern wie DDD oder iZ3D käuflich erwerben.

AMD scheint wohl schlichtweg kein Interesse daran zu haben, eigene Treiber für die 3D-Technologie zu entwickeln. Folglich ist die Unterstützung für HD3D bisher mehr als rar gesät. So gibt es derzeit lediglich drei Monitore, die auf der AMD-Homepage als kompatibel gelistet sind. Einer davon ist in Deutschland nicht verfügbar, ein anderer wird nicht mehr hergestellt, einzig ein Modell von Zalman ist verfügbar. Bei 3D Vision gibt’s im Vergleich ein Rund-um-Sorglos-Paket mit Hardware und Treibern von Nvidia, auch passende 120-Hertz-TFTs sind mittlerweile einige auf dem Markt.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen GameStar.

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