Solid State Disk: Wer billig kauft, kauft teuer Detail - Computerwelt

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27.01.2011 idg/Alex Wolschann

Solid State Disk: Wer billig kauft, kauft teuer

Noch immer sind SSDs teurer als herkömmliche Festplatten. Um so wichtiger ist es, vor dem Kauf die Leistungs- und Preisunterschiede genau zu prüfen.

Die Anbieter von Flash-Speicher versprechen regelmäßig eine deutlich höhere Performance im Vergleich zu den etablierten magnetischen Festplatten. In den Verkaufsbroschüren und auf den Verpackungen finden Kunden zwar dementsprechend Angaben zu den erreichbaren Datentransferraten, doch hinsichtlich der verbauten Technik hüllen sich viele Hersteller in Schweigen.

Doch genau von der eingesetzten Technik hängt die tatsächliche Leistungsfähigkeit der SSD-Komponenten ab. Eine theoretische Datentransferrate von 250 MB/s kann in der Praxis bei Lesevorgängen schnell verpuffen, wenn die zugehörige interne Technologie nicht optimal darauf ausgelegt ist. So können etwa herkömmliche 2,5-Zoll-Harddisks im praktischen Einsatz fast ebenso schnell arbeiten wie eine SSD, deren angegebene theoretische Performance eigentlich viel höher ist. Maßgeblich für die tatsächliche Geschwindigkeit von Solid State Disks ist die verwendete Einheit aus Controller und Cache. Die auf dem Papier scheinbar so preisgünstigen SSD nutzen hier zum großen Teil Controller ohne angeschlossenen Cache-Speicher. Letzterer aber ist ebenso wie bei herkömmlichen Hard Disks mitentscheidend für die Gesamtperformance. Die auf den Verpackungen angegebenen Datentransferwerte von 250 MB/s beziehen sich meist auf den theoretisch höchsten sequenziellen Leistungswert, für den ein Cache gar nicht erforderlich ist.

MLC- ODER SLC-NAND Alle gängigen Solid State Disks basieren auf NAND-Speicher-Chips. Und hier unterscheiden sich SSD grundsätzlich durch die Verwendung von SLC- oder MLC-NANDs. SLC steht für Single Level Cell und bedeutet, dass eine Flash-Zelle auch nur ein Bit speichert. Dieses definiert sich durch einen festgelegten Spannungslevel. Beim Flash-Typ Multi Level Cell (MLC) lassen sich in einer Zelle aktuell zwei oder vier Bitzustände speichern. MLC-Flash-Speicher erlauben höhere Kapazitäten. Von den möglichen maximalen Transferraten sind sich SSD mit MLC- und SLC-NANDs relativ ähnlich. Allerdings gibt es bei Flash-Laufwerken mit MLC-NANDs deutlich mehr Kapazität bei gleichzeitig günstigeren Preisen. Das Gros der auf dem Markt erhältlichen SSD nutzt MLC-NANDs. Laufwerke mit SLC-NANDs sind überwiegend für den Einsatz in Servern und Highend-Systemen gedacht. Lassen Sie sich beim Kauf einer SSD nicht von den angepriesenen maximalen Datentransferraten blenden. Wollen Sie Enttäuschungen vermeiden, dann Finger weg von Modellen ohne Cache. Ein per se guter SSD-Controller mit zusätzlichem Cache führt leider nicht automatisch zu hoher Performance bei Solid State Disks.

QUALITÄT KOSTET GELD Wer eine gute Solid State Disk mit vernünftiger Kapazität will, muss noch immer vergleichsweise tief in die Tasche greifen. Allerdings gibt es dann einen deutlichen Geschwindigkeitsschub gegenüber Festplatten. Informieren Sie sich jedenfalls vor dem Kauf genau über die Spezifikation der SSD. Die Performance einer Solid State Disk ist entscheidend von der verwendeten Controller-Cache-Kombination abhängig. Sind hohe IOPS gefragt, speziell in Servern und Datenbank-Anwendungen, so empfiehlt sich der Griff zu einer SLC-NAND-basierenden Solid State Disk mit nochmals deutlich flinkeren Zugriffszeiten. Bei den Preisen und Kapazitäten sind diese Enterprise-SSD nicht mit den Mainstream-Produkten mit MLC-NANDs zu vergleichen. Bei den "Billig-SSD" fällt das Fazit meist enttäuschend aus. Während die sequenziellen Transferraten teilweise noch sehr hoch sind, bricht die Performance im Praxiseinsatz oft völlig ein. Schuld daran ist meist der fehlende Cache. Oder beim SSD-Controller sind weniger Schreib-/Lesekanäle aktiv. Immerhin geht das Starten von Windows etwas flinker vonstatten als mit einer 2,5-Zoll-Festplatte. Auch ist bei fast allen SSD die "gefühlte" Reaktionszeit beim täglichen Arbeiten mit Applikationen kürzer. An den geräuschlosen Betrieb – besonders in Notebooks – gewöhnt man sich recht schnell.

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