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12.11.2015 *Andrej Radonic und Michael Rupp

Server-Virtualisierung: Trend oder Technik der Zukunft?

© BENIS - Fotolia.com

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CITRIX XEN SERVER UND LINUX KERNEL BASED VIRTUAL MACHINE
Bei Xen Server von Citrix steht die komplette Software als Open Source bereit, bei Linux mit KVM ( Kernel Based Virtual Machine ) ist das ohnehin der Fall. Hier steht Nutzern der vollständige Stack an vorhandenen Management-Tools frei zur Verfügung, sodass sich auf dieser Basis potenziell auch größere Virtualisierungsvorhaben komplett zum Nulltarif realisieren lassen.

Mit Ausnahme von KVM ist den vorgestellten Umgebungen gemeinsam, dass es sich um Bare-Metal-Systeme handelt (Hypervisor des Typs 1). Das heißt, die Virtualisierungsschicht ist direkt oberhalb der Hardware angesiedelt und setzt nicht auf ein Betriebssystem auf. KVM ist ein Hosted Hypervisor vom Typ 2.

Darüber hinaus verfolgen alle Hersteller unterschiedliche Ansätze: Während Microsoft Hyper-V, Citrix Xen Server sowie KVM untrennbar mit den jeweiligen Managementbetriebssystemen – Windows 2012 R2 respektive Linux – verbunden sind, kommt Vmware ESXi als eigenständige Mini-Appliance daher.

DAS STECKT IN MICROSOFT HYPER-V SERVER 2012 R2
Hyper-V ist in zwei Varianten verfügbar: als kostenfreies Stand-alone-System Microsoft Hyper-V Server 2012 R2 sowie als installierbare Server-Version auf Basis von Windows Server 2012 R2 beziehungsweise dem kommenden Server 2016. Hyper-V Server 2012 R2 kann nach der Registrierung kostenlos bei Microsoft geladen werden. Da es sich bei Hyper-V Server um eine Variante von Server Core handelt, die auf Hyper-V beschränkt ist, läuft auch die Installation bei beiden Alternativen ähnlich ab. Die erste Einrichtung erfolgt über eine textbasierte grafische Oberfläche. Beim kostenfreien Hypervisor sind im Wesentlichen die Managementmöglichkeiten stark beschnitten. Für das Remote-Management von virtuellen Maschinen auf Hyper-V Server 2012 R2 steht als grafische Bedienerführung der Hyper-V Manager unter Windows 8/8.1 und 10 zur Verfügung. Zusätzlich kann die Powershell mit einer umfangreichen Sammlung von Cmdlets für Konfiguration und Steuerung verwendet werden.

Die Hypervisor-Technik von Hyper-V Server ist nicht nur identisch mit der in Windows Server 2012 R2, sondern enthält dabei auch nahezu sämtliche Funktionen des Vollprodukts.

Damit stehen so mächtige Funktionen wie Live-Migration, High Availability, VM-Replikation, der Hyper-V-Switch für Netzwerkvirtualisierung und Mandantenfähigkeit der virtualisierten Umgebung zur Verfügung – um nur die wichtigsten Funktionen zu nennen. Auch das neue VHDX-Dateiformat ist an Bord, das enorm große virtuelle Festplatten sowie Änderungen seiner Kapazitäten im Live-Betrieb ermöglicht. Mit der aktuellen Version hat sich zudem der Support für Linux-Gäste erheblich verbessert. So ist Hyper-V nun auch gut dazu geeignet, die gängigen Enterprise-Linux-Systeme sowie Ubuntu und Open Suse zu betreiben. Der Hyper-V-Server erbt auch die Leistungsdaten des großen Bruders, die mit Windows Server 2012 R2 stark gewachsen sind und in Teilen diejenigen von Vmware Vsphere in den Schatten stellen: Der Host unterstützt bis zu 320 CPUs und 4 TB RAM. Einzelnen virtuelle Maschinen können bis zu 1 TB Arbeitsspeicher und 64 CPUs zugewiesen werden; dabei können – theoretisch – bis zu 1024 virtuelle Maschinen auf einem Host laufen.

Von den eingerichteten virtuellen Maschinen kann der Administrator über das Xen Center im Live-Betrieb Backups in Form von Snapshots erstellen. Diese speichern den aktuellen Zustand des Systems. (c) pcwelt.de

VIRTUELLE SERVER AUF BASIS VON CITRIX XEN SERVER
Citrix Xen Server hat eine kurze, dafür umso bewegtere Historie: Den Opensource Hypervisor Xen in sich tragend, vermarktete ursprünglich die Firma Xen Server ein kommerzielles Paket mit Management-Tools. Dieses wurde von Citrix einverleibt und in verschiedenen Editionen inklusive einer kostenfreien Basisvariante vermarktet. Citrix hat mit der Version 6.2 übrigens den kompletten Software-Stack inklusive der Management-Werkzeuge als Open-Source-Paket an die Community zurückgegeben. Damit ist Xen Server die kommerziell unterstützte Version des Opensource Hypervisors Xen . Somit steht das komplette Produkt mit allen Funktionen, die bis zuletzt nur käuflich erworben werden konnten, nun gratis zur Verfügung. Die Liste ist durchaus beeindruckend: Xen Center als zentrale Management-Oberfläche für Windows, Pooling von Xen-Server-Hosts für zentrales Management, Live Migration und High-Availability-Funktionen, Site Recovery für Datenrettungsszenarien und Backups auf Basis von VM-Snapshots. Dazu diverse Technologien, die Xen Server als Basis für die Citrix-VDI-Lösung Xen Desktop optimieren, etwa die Unterstützung für Host-Pools mit heterogenen CPUs.

SDDC: VIRTUALISIERUNG IM DATA CENTER
Mit der Virtualisierung von Servern ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. SDDC (Software-Defined Datacenter) geht noch einen Schritt weiter und bringt bedeutende Veränderung in die Rechenzentrums-Infrastruktur weg von der Starrheit konventioneller IT-Infrastrukturen hin zu dynamischen Server- und Speicherverbunden. Dabei werden das Netzwerk selbst, also alle physikalischen Netzwerkkomponenten zusammen mit der gesamten Netzwerkinfrastruktur virtuell auf Basis von Virtualisierungs-Software aufgesetzt. Server, Speicher, Netzwerk, Sicherheit und Rechenleistung werden jeweils in Form von Pools als eigenständige virtuelle Schicht bereitgestellt.

So lassen sich Ressourcen im Rechenzentrum (Data Center) bedarfsgerecht verknüpfen, administrieren und dynamisch skalieren. Auch bei der Bereitstellung von Cloud-Anwendungen spielt das virtualisierte Rechenzentrum eine wichtige Rolle, um eine optimale Kapazitätsnutzung aller verfügbarer Ressourcen bei gleichbleibend gutem Datendurchsatz zu gewährleisten.

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