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13.11.2009 Bernhard Haluschak*

Kaufberatung: Der richtige Tower-Server

In kleinen Firmen sind Tower-Server ein probates Mittel, um eine Unternehmens-IT zu betreiben. Diese Systeme sind flexibel und stellen eine preiswerte Alternative zu komplexen IT-Infrastrukturen dar. Allerdings muss man bei der Auswahl eines Tower-Servers bestimmte Aspekte beachten.

Um eine IT in kleinen Unternehmen zu implementieren, muss der IT-Verantwortliche bereits im Vorfeld einige Gesichtspunkte berücksichtigen, um nicht Schiffbruch zu erleiden. In der Regel kommen dabei universell verwendbare Tower-Server zum Einsatz. Bei diesen Systemen ist der Aufstellungsort häufig problematisch. Denn oft steht kein klimatisierter Maschinenraum zur Verfügung. So müssen der lebenswichtige Server und die notwendigen Switches oft im nahen Bereich der Büros aufgestellt werden.

Darüber hinaus bildet oft ein einziger Tower-Server das Herzstück der Unternehmens-IT. Fällt dieser aus, ist ein Arbeiten nahezu unmöglich. Um eine solche Katastrophe zu vermeiden, sind oft teure Cluster-Lösungen notwendig. Doch auch Tower-Server bieten in diesem Zusammenhang ein gewisses Maß an Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit – wenn man bestimmte Aspekte beim Kauf dieser Systeme berücksichtigt.

Doch nicht nur der Schutz vor einem Ausfall sind beim Betreiben eines Tower-Servers wichtig, auch Kriterien wie das Management des Servers, die Energieeffizienz, die Erweiterbarkeit und nicht zuletzt der Service und der Support sollten einen gewissen Stellenwert beim Erwerb eines Tower-Servers genießen.

RECHENLEISTUNG UND ERWEITERBARKEIT Da ein Tower-Server in der Regel die Steuerzentrale der Unternehmens-IT bildet, sollte dieser in puncto flexibler Rechenleistung und Erweiterbarkeit mit Komponenten wie Storage, Netzwerk oder Hauptspeicher entsprechende Optionen bieten. In Bezug auf Rechenleistung ist ein System mit einer aktuellen Dual-Socket-Lösung empfehlenswert. Dabei hat man die Möglichkeit, mit einer CPU zu starten und bei Bedarf das System mit einem zusätzlichen Prozessor zu erweitern.

Zusätzlich hat man auf der Prozessorseite die Option, die Rechenleistung jederzeit und je nach Bedarf noch oben zu skalieren. Hersteller wie AMD oder Intel bieten ein umfangreiches CPU-Portfolio an Server-Prozesoren mit entsprechender Rechenleistung an. Allerdings muss man sich bereits im Vorfeld auf einen CPU-Hersteller und eine aktuelle Sockel- und Prozessortechnologie festlegen, da technologisch bedingt die Systeme nicht kompatibel zueinander sind.

Nach Expertenmeinungen von IDC und Gartner muss die IT dynamisch mit dem Unternehmen wachsen. Deshalb sollte der IT-Zuständige diesen Aspekt in Bezug auf Erweiterbarkeit des Servers berücksichtigen. Das betrifft in erster Linie das Storage-Subsystem, die Steckkarten-Slots, die Hauptspeichersockel, die Netzteile sowie die Upgrade-Fähigkeit des Mainboards auf leistungsfähigere Prozessoren. Gerade die Hauptspeichererweiterbarkeit spielt eine zentrale Rolle, wenn es um Virtualisierungstechnologien geht, da diese sehr speicherintensiv sind.

DAS STORAGE-SYSTEM Ein Tower-Server sollte genügend Platz bieten, um ein ausreichend großes Storage-Subsystem zu beherbergen. Preiswerte Systeme nutzen für die Storage-Anbindung den integrierten Festplatten-Controller auf dem Mainboard. Dieser bietet in der Regel rudimentäre RAID-Funktionalität für Festplatten mit SATA-Technologie.

Wer allerdings mehr Wert auf Storage-Performance, Ausfallsicherheit (RAS) und Flexibilität legt, sollte einen externen Storage-RAID-Controller mit kombinierter SAS/SATA-Funktionalität in Form einer Steckkarte verwenden. Dieser bietet die Möglichkeit, sowohl preiswerte SATA-Festplatten als auch teure SAS-Festplatten zu verwalten. Letztere gehören zur Pflicht, wenn in puncto Performance und Datensicherheit keine Kompromisse eingegangen werden können. Grundsätzlich sollte der Anwender bei einem Festplatten-Controller auf genügend Onboard-Speicher (Cache) achten, der über eine Batteriepufferung abgesichert ist. Damit lassen sich zusätzlich schnelle und sichere Write-Back-Zugriffe realisieren.

Darüber hinaus ist die Datenredundanz ein Vorteil entsprechender RAID-Konfigurationen. Sie ermöglicht dem System beim Ausfall einer oder mehrerer Festplatten, den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Daten zu rekonstruieren.

ENERGIEEFFIZIENTE UND REDUNDANTE NETZTEILE Bei der Auswahl eines Tower-Servers hat der IT-Verantwortliche auf die Netzteile zu achten. Schon im Vorfeld muss die elektrische Leistung des Gesamtsystems inklusive möglicher Erweiterungen in das Kalkül einfließen. Auch die Energieeffizienz des Netzteils unter dem Aspekt Wirkungsgrad darf bei der Auswahl nicht vernachlässigt werden. In diesem Zusammenhang spielen die Energy-Star-5.0-Richtlinien und der damit neu ins Leben gerufene 80-Plus-Standard eine wichtige Rolle. Dieser bezieht sich speziell auf die im Computer eingesetzten Netzteile. So fordern die Spezifikationen für die Stromversorgung zum Beispiel neben einem hohen Wirkungsgrad auch eine bessere Stromqualität der Netzteile. Das spart Energiekosten und kann sogar mögliche Systemausfälle durch die Netzteile vermeiden.

Eine der meistverwendeten redundanten Komponenten ist das Netzteil. Um in Tower-Servern Systemausfälle zu vermeiden, sollten in diesen Geräten mindestens zwei Hot-Swap-fähige Netzteile eingesetzt werden, die sich bei einem Ausfall innerhalb weniger Sekunden auswechseln lassen. Falls ein Netzteil ausfällt, übernehmen die übrigen Netzteile die Last komplett, sodass das System ohne Unterbrechung weiterarbeiten kann. Die einzelnen Netzteilmodule sind dabei hinten mit einer Netzteil-Backplane verbunden, die für das Management und die Stromverteilung der Netzteile verantwortlich sind.

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