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18.11.2009 Johann Baumeister*

Management-Software der Server-Hersteller im Vergleich

Laut IDC geben IT-Unternehmen jährlich 60 Prozent ihrer IT Budgets für die Server-Verwaltung aus. Mit einer geeigneten Server-Management-Software lassen sich diese Kosten deutlich reduzieren. Wir stellen die wichtigsten Management-Suiten vor.

Jedes Unternehmen besitzt heute eine hochkomplexe IT-Infrastruktur. Um die oft hetrogenen Systeme effektiv und kostengünstig zu verwalten, ist ein ausgeklügeltes Server-Management unabdingbar. Insbesondere benötigt das Management einer physischen IT-Infrastruktur inklusive Server, Router, Stromversorgungs-, Kühl- und Rackkomponenten eine Verwaltungslösung für die Überwachung und Steuerung der unterschiedlichsten Geräte und Dienste.

Um die gewünschte Verfügbarkeit der Systeme zu gewährleisten, sollten sich IT-Manager nicht mehr auf proprietäre Lösungen verlassen. Diese allein stehenden Lösungen sind nicht mehr zeitgemäß und in Hinsicht auf Gesamtkosten einer IT Infrastruktur nicht mehr wirtschaftlich. Neue Konzepte basieren auf offenen IT-Management-Standards. Sie sind einfach in bestehende Systeme zu integrieren und ermöglichen skalierbare und effiziente Systemlösungen.

Eine optimale IT-Infrastruktur bettet sich mit aufeinander abgestimmten Bausteinen wie Rack, Energieversorgung, Kühlung, Sicherheit und Fernüberwachung vollständig in ein IT-Gesamtkonzept ein. So kann vor allem ein IT-Management mit Überwachungs-, Mess- und Steuerungsmöglichkeiten als wichtiger und unverzichtbarer Bestanteil einer gelungen Umsetzung des Konzeptes sein. Dazu bieten alle namhaften Hersteller ihre eignen Management-Lösungen an, die wir in diesem Beitrag detailliert vorstellen.

AUFGABEN EINES SERVER-MANAGEMENTS Ein umfassendes Management der Server muss vor allem die folgenden Aspekte und Aufgaben im Auge behalten:

• Die laufende Überwachung der Server: Werden bestimmte Schwellenwerte überschritten, müssen automatisch Alarme abgesetzt werden. • Einen Fernzugriff, um die Server auch von einem zentralen Arbeitsplatz oder Home Office verwalten zu können. Diese Zugriffe können durch Agenten in den Betriebssystemen erfolgen. Daneben müssen aber auch Basisinformationen und Konfigurationen möglich sein, die ohne Agenten auskommen. • Die Bereitstellung von Statusinformationen für Langfristanalysen, den Nachweis, dass die Service-Level-Agreements (SLAs) eingehalten werden sowie die Planung von Kapazitäten. • Die Bestückung der Server mit Betriebssystemen, den Applikationen und Patches im Rahmen des Deployments. • Eine umfassende Konfiguration des Servers im Hinblick auf die Nutzung von Ressourcen wie etwa der Energie oder der Verteilung der Rechner auf die Applikationsdienste.

Um diese Funktionen bestmöglich und auch effizient umzusetzen, haben die Server-Hersteller ihre Tools dahingehend erweitert und bieten spezielle Werkzeuge an. Diese basieren meist auf eigenen Verwaltungsprogrammen wie etwa dem "IT Director" von IBM oder "Insight" von Hewlett-Packard (HP). Darüber hinaus ermöglichen diese Tools in aller Regel eine Integration in die übergeordneten IT-Management-Suiten der Hersteller. Dies ermöglicht dann eine übergreifende Verwaltung der Server, aber auch weiterer IT-Baugruppen wie der Speichersubsysteme oder Netzkomponenten.

SERVER-MANAGEMENT - DIE VORAUSSETZUNGEN Die Informationen aus den Server-Management-Tools helfen den Administratoren, die Systeme zu überwachen und deren Einsatz zu planen, sowie bei geplanten Erweiterungen oder Änderungen an der Konfiguration oder Softwareausstattung. Gewonnen werden die Informationen meist auf zwei Wegen: durch einen Betriebssystem-Agenten oder durch spezielle Serviceprozessoren auf den Baseboards.

In dieser Hinsicht unterscheiden sich professionelle Server-Systeme von den Standard-Servern. Bei Letzteren verzichten die Hersteller meist darauf, spezielle Servicelogiken bereitzustellen. Der Einsatz von dedizierter Hardware - in diesem Fall den Serviceprozessoren - hat aber einen entscheidenden Vorteil: Diese Bausteine liefern auch dann Informationen zu den Servern und ihrem Zustand, wenn das Betriebssystem oder dessen Kommunikationstreiber nicht funktionsfähig sind.

Die Erweiterungen, die die Hersteller dieser Server für effizientere Management-Funktionen integrieren, ermöglichen den Administratoren somit, die Rechner weitergehend zu überwachen - gerade bei unternehmenskritischen Geräten ein Muss. Prinzipiell sind diese Erweiterungen speziell für die Überwachung und Administration nicht neu. Serviceprozessoren gibt es schon länger. Deren Implementierung allerdings ändert sich mit der fortschreitenden Entwicklung.

HP INSIGHT DYNAMICS HP baut auf ein mehrstufiges Konzept, um seine Server zu verwalten. Dessen unterste Stufe bildet eine spezielle Verwaltungslogik auf den Mainboards der Rechner. Diese Baugruppen, die als "Integrated Lights Out" (iLO) beziehungsweise in der Nachfolgergeneration als "iLO2" bezeichnet werden, ermöglichen einen Zugriff auf die wichtigsten Server-Funktionen. Der Begriff Integrated Lights Out soll verdeutlichen, dass die Lichter im Rechenzentrum aus bleiben dürfen, denn die gesamte Verwaltung erfolgt aus der Ferne. Bei iLO handelt es sich um einen klassischen Baseboard-Management-Controller. Er liefert Informationen zu allen wichtigen Baugruppen der Server-Systeme. Dazu zählen beispielsweise die CPU, der Arbeitsspeicher, die Lüfter, Netzteile und Netzwerk-Controller. Der Zugriff auf die iLO-Funktionen erfolgt direkt über einen Web-Browser oder durch den "Systems Insight Manager" (SIM). Dieser integriert die gelieferten Statuswerte in die übergeordnete Verwaltungsstruktur.

Die weitergehende Verwaltung funktioniert über eine Vielzahl weiterer SIM-Module. Der Insight Power Manager kümmert sich beispielsweise um eine effiziente Energienutzung. In Verbindung mit den Funktionen des Power Capping können die IT-Verantwortlichen dabei dediziert festlegen, wie die einzelnen Systeme die zur Verfügung stehende Energie nutzen sollen.

Das Ausrollen der Server erfolgt mit der Unterstützung des "Rapid Deployment Pack". Dies schließt die Installation der Betriebssysteme, der Applikationen, weiterer Patches und Treiber ein. Hierbei integriert HP auch Technik von Altiris (Symantec). Ein weiteres SIM-Modul kümmert sich darum, Schwachstellen zu erkennen und zu vermeiden sowie Patches auszubringen. Mit dem Server Migration Pack bekommen Administratoren ein Tool an die Hand, das sie bei der Virtualisierung und der Migration von Systemen unterstützt. Das Migration Pack macht es möglich, Server zwischen physischen und virtuellen Systemen in jede Richtung zu übertragen.

Die Verwaltungs-Tools von HP werden in dem "Virtual Server Environment" (VSE) zusammengefasst. Das VSE stellt damit den übergeordneten Rahmen dar. Verfügbar ist VSE für die Serie der x86-basierten "ProLiant"-Systeme (HP Insight Dynamics - VSE) und für Server aus der "Integrity"-Reihe mit dem Itanium-Chip von Intel (HP Operating Environment). Die Verwaltung der x86- und Itanium-Systeme ist ähnlich aufgebaut, unterscheidet sich aber im Detail in den benötigten und eingebetteten SIM-Bausteinen.

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