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15.07.2010 Roland Kissling

Sommerhitze kann Server zum Absturz bringen

Herkömmliche Klima-Anlagen sind für Serverräume ungeeignet, warnt der deutsche Bitkom. Rund die Hälfte der 3 TWh, die in den Serverräumen verbraten werden, ließen sich einsparen.

Die aktuelle Hitzewelle kann die Unternehmens-IT gefährden, warnt der deutsche IT-Verband Bitkom. Demzufolge ist in den vergangenen Wochen laut einer Mitglieder-Umfrage die Nachfrage nach Klimatisierungslösungen für Rechenzentren auch stark gestiegen. Bei vielen IT-Anwendern seien Serverräume nicht auf hohe Außentemperaturen ausgelegt. Insbesondere historisch gewachsene Lösungen ohne umfassendes Kühlkonzept würden im Hochsommer schnell an ihre Grenzen stoßen. "Zur Verbesserung der IT-Kühlung sollte ein spezielles Präzisions-Klimagerät eingesetzt werden, eine Klimaanlage aus dem Baumarkt ist für die IT-Kühlung ungeeignet", warnt Holger Skurk, Experte für IT-Infrastruktur beim Bitkom.

HAUS-KLIMAANLAGEN UNGEEIGNET Normale "Komfort-Klimaanlagen" für den Hausgebrauch schaffen ein Raumklima, das vor allem für Personen angenehm und daher eher trocken ist. IT-Systeme benötigen hingegen einen höheren Luftdurchsatz und eine genau regulierte Luftfeuchtigkeit. Sehr trockene Luft kann im Rechenzentrum zu statischen Aufladungen und damit zu Fehlfunktionen in den Rechnern führen, zu feuchte Luft kann Kurzschlüsse verursachen. "Für eine energieeffiziente und zuverlässige IT muss die Kühlluft zudem optimal zu den zu kühlenden Servern gebracht werden, etwa durch eine Steuerung des Luftstroms mit Blenden und Durchlassöffnungen", sagt Skurk. Fällt die IT wegen Hitze aus, kann dies schnell die Existenz eines Unternehmens gefährden - vor allem, wenn dessen Kernprozesse auf IT beruhen.

In kleineren Rechenzentren werden nur selten Präzisions-Klimaanlagen verwendet. Den Stromverbrauch aller Klimatisierungen in den deutschen Rechenzentren schätzt Borderstep auf rund 3 Terawattstunden (TWh) jährlich; so viel Strom produziert ein mittelgroßes Kohlekraftwerk in einem Jahr. Ungefähr die Hälfte dieser Strommenge lässt sich durch Optimierungen einsparen.

"Mittelfristig sollten sich Unternehmen überlegen, die IT-Kühlung dauerhaft an die veränderten Klimabedingungen anzupassen", sagt Skurk. Extreme Hitzewellen werden voraussichtlich zunehmen. So legen viele Rechenzentrumsplaner die Klimatisierung inzwischen für eine Außentemperatur von 40 Grad Celsius aus statt der bisher üblichen 32 Grad. Beispielsweise vergrößern sie den Kühler zur Wärmeabfuhr um rund 12 Prozent. Die Anlagen benötigen bei 40 Grad rund ein Fünftel mehr an elektrischer Energie als bei 30 Grad Celsius. Derzeit werden mindestens 20 Prozent des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums für die Kühlung ausgegeben. Bei einigen Anlagen erreicht der Wert bis zu 60 Prozent.

Tipps für den Bau und Betrieb von Serverräumen und Rechenzentren gibt es im BITKOM-Leitfaden "Betriebssichere Rechenzentren" unter www.bitkom.org.

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