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15.09.2010 Hermann Apfelböck*

So klappen Backups schnell und einfach

Nie wieder Datenverlust: Beugen Sie rechtzeitig vor, und sichern Sie Ihre wichtigen Dateien regelmäßig! Wir zeigen, wie das geht.

Beim Stichwort „Backup“ bekommen die meisten PC-Benutzern ein schlechtes Gewissen. Sie empfinden die Datensicherung als notwendiges Übel und schieben sie wie den Zahnarztbesuch so lange hinaus, bis es richtig weh tut. Zur Unbeliebtheit tragen auch Experten bei, die vollmundig von Backup-Strategien oder gar -Philosophien sprechen. Dabei geht es doch am privaten PC oder im Betrieb nur darum, zuverlässig bestimmte Dateien oder Ordner zu kopieren. Nicht viel mehr, nicht weniger. Das können auch Sie – garantiert .

DAS RICHTIGE BACKUP-MEDIUM Ihre persönlichen Texte, Tabellen, Datenbanken und Präsentationen, aber auch Ihre Foto- und Musiksammlungen sind viel wichtiger als das PC-Betriebssystem. Auch wenn es lästig ist: Windows können Sie jederzeit neu installieren. Wenn aber die Festplatte streikt, sind Ihre Benutzerdateien unwiederbringlich verloren.

Für diese wertvollen oder sogar unverzichtbaren Dateien brauchen Sie stets zwei aktuelle Kopien. Eine davon bewahren Sie am besten räumlich getrennt auf. Dann haben Sie auch nach einem Brand, Wasserschaden oder Diebstahl noch ein Backup zur Hand.

Das ist ein Soll für private Sammlungen von Bildern, Texten, Videos und Musik, aber ein Muss für Geschäftsdaten: So beträgt die Aufbewahrungspflicht von geschäftlichen E-Mails sechs Jahre, digitale Buchhaltungsunterlagen sind gar zehn Jahre zu lagern.

Welche Medien Sie für die beiden Sicherungen verwenden, hängt wesentlich vom Umfang der Daten ab:

CDs und DVDs haben selbst für private Daten zu geringe Speicherkapazität. Es ist unzumutbar, bei der Datensicherung Scheiben wechseln und beschriften zu müssen. Ein automatisches und zeitgesteuertes Backup scheidet vollständig aus.

Blu-ray-Discs avancieren bei mittelständischen Unternehmen laut aktuellen Umfragen zu den beliebtesten Backup-Datenträgern. Ganz nachvollziehbar ist der Trend nicht, weil die Brenner (130 bis 400 Euro) und 50-GB-Rohlinge (ab 8,50 Euro) nach wie vor relativ teuer sind. Außerdem zwingen 25 oder 50 GB Speicherplatz selbst private Sammler schon zum Scheibenwechseln. Punkten können Blu-ray-Discs – wie alle Marken-CDs und -DVDs – nur mit ihrer langen Haltbarkeit bei kühler, trockener Lagerung ohne Sonnenlicht.

USB-Festplatten sind die preisgünstigsten und komfortabelsten Backup-Medien. 1 TB Speicher gibt’s ab 60 Euro. Die Platten bieten ausreichend Platz auch für große Datenmengen, sind wiederbeschreibbar und auch beim Synchronisieren von Daten schnell. Die Benutzer können den Datenbestand gut kontrollieren und transportieren. Festplatten haben nur die beunruhigende Eigenschaft, jederzeit – auch noch neuwertig – ohne Warnsignale ausfallen zu können.

USB-Sticks bieten die meisten Vorzüge der USB-Festplatten, sind dabei aber robuster und langlebiger. Allerdings bieten sie kaum genügend Speicherplatz für die meisten Backup-Aufgaben. Und große Sticks mit mehr als 64 GB sind unangemessen teuer: Für 128 GB werden rund 300 Euro fällig. Maximal fassen USB-Sticks derzeit 256 GB.

NAS-Geräte sind als pures Backup-Medium eigentlich unterfordert. Wenn sie aber zusätzlich andere Funktionen erfüllen, etwa auch als Musik- und Videolager, als Druck- oder Internetserver dienen, sind einfachere NAS-Geräte eine erschwingliche Lösung. Fallen größere Datenmengen an, ist ein Gigabit-Netzwerk zu empfehlen.Alle neueren NAS-Geräte haben ab Werk einen entsprechenden Anschluss.

Online-Speicherplatz eignet sich nicht zur automatisierten Datensicherung. Selbst die 25 GB im kostenlosen Skydrive von Microsoft dürften für die meisten privaten oder geschäftlichen Backups zu wenig sein. Gravierendere Nachteile sind die meist beschränkte maximale Dateigröße und vor allem die langsame Datenübertragung ins Internet.

Internetdienstleister wie Strato mit seinem HiDrive machen es immerhin möglich, den Speicherplatz als virtuelles Laufwerk im PC einzubinden. Damit können Sie die zu kopierenden Dateien zumindest per Software oder Script auswählen.

SO SICHERN SIE IHRE BENUTZERDATEN PER SCRIPT Um die Daten eines privaten Haushalts oder eines kleinen Betriebs zuverlässig zu sichern, brauchen Sie keinen Lehrgang über Backup-Strategien und nicht mal eine spezielle Software. Die Datensicherung soll einfach, transparent und preisgünstig sein. Dafür reichen zwei Backup-Datenträger wie USB- oder NAS-Platte oder die Kombination aus beiden und simple Windows-Scripte.

Am einfachsten ist die Aktion, wenn alle Dateien in einem einzigen Ordner oder auf einer Partition liegen und ohne Ausnahme gesichert werden sollen. Hier genügt im Idealfall ein einziges Kommando, um alles auf den Backup-Datenträger zu kopieren oder eine vorhandene Sicherung zu aktualisieren: robocopy c:daten x:daten /e In diesem Beispiel ist c:daten die Original-Datensammlung. Das Backup soll im gleichnamigen Ordner auf Laufwerk X landen. Gibt es bereits eine Sicherung unter x:daten, dann kopiert Robocopy nur die neuen und geänderten Dateien.

Geben Sie den Befehl am besten in der Kommandozeile ein, die bei Windows Eingabeaufforderung heißt. Er funktioniert aber auch im „Ausführen“-Fenster, das Sie mit der Windows-Taste und Taste R starten.

Das Programm Robocopy gehört bei Windows 7 und Vista zum Standardumfang. Bei Windows XP können Sie alternativ diesen Befehl verwenden: xcopy c:daten x:daten /k/r/e/i/s/c/h/y/d Da Robocopy aber deutlich leistungsfähiger ist als Xcopy, sollten Windows-XP-Benutzer sich das Programm besorgen. Es ist Bestandteil der kostenlosen Windows Server 2003 Resource Kit Tools, erhältlich über diese Internetadresse.

Mit Robocopy können Sie dafür sorgen, dass die Dateien auf den Backup-Datenträgern stets exakt mit dem Originalbestand übereinstimmen: robocopy c:daten x:daten /mir Dieser Befehl kopiert ebenfalls neue und geänderte Dateien ins Backup-Verzeichnis, entfernt dabei aber die überzähligen Dateien: Dateien, die Sie mittlerweile im PC gelöscht haben, verschwinden nach der Synchronisierung mit Robocopy auch aus dem Backup.

PC WELT empfiehlt, der Sicherung immer einen Probelauf mit dem zusätzlichen Schalter /L vorausgehen zu lassen. Dann zeigt Robocopy zunächst alle Aktionen nur an, ohne sie tatsächlich auszuführen.

Robocopy besitzt außerdem alle erdenklichen Optionen, mit denen Sie festlegen, was nicht mitgesichert werden soll. So können Sie mit /XF *.iso *.cab etwa alle Dateien mit den Datei-Endungen ISO und CAB ausschließen, mit /XD Temp* alle Ordner, deren Name mit „Temp“ beginnt. Zu empfehlen ist ferner /R:1 /W:10 oder auch /R:0 /W:0. Mit den beiden Kombinationen minimieren Sie die Wiederholungsversuche (/R für Repeat) oder aber die Wartezeit (/W für Wait) bei Fehlern.

Wenn Sie mehrere Ordner berücksichtigen wollen, verwenden Sie einfach mehrere derartige Kommandozeilen. Dann lohnt es sich aber in jedem Fall, Kommando für Kommando zu testen und dann mit einem Textprogramm wie Notepad in eine Datei zu schreiben und zu speichern. Die Datei-Endung txt ändern Sie noch in bat oder cmd und haben damit ein so genanntes Batchscript: Nach einem Doppelklick auf das Dateisymbol arbeitet das Script alle enthaltenen Befehle automatisch ab.

Achten Sie bei USB- und verbundenen NAS-Laufwerken darauf, dass diese zuverlässig den Laufwerksbuchstaben erhalten, den Sie in den Kommandozeilen verwenden.

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