Ratgeber Server-Monitoring: Tools zur Server-Überwachung Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


29.01.2011 Johann Baumeister*

Ratgeber Server-Monitoring: Tools zur Server-Überwachung

Lesen Sie in unserem Ratgeber, welche Server-Monitoring-Tools sich in der Praxis bewährt haben.

Zur Überwachung der Server bietet der Markt eine ganze Armada an Werkzeugen an. Sie reichen vom einfachen Monitoring-Tool für einen einzelnen Server bis hin zu umfassenden Systemwerkzeugen, die ein End-To-End-Monitoring der Prozesskette übernehmen. Die Zielsetzung des Monitoring liegt darin, durch die laufende Überwachung frühzeitig über Ausfälle oder Engpässe der Server unterrichtet zu werden. Da zeigt sich allerdings bereits das Dilemma. Was ist ein Engpass? Und wann ist ein Ausfall kritisch? Es ist offensichtlich, dass Ausfälle und Engpässe zu den Geschäftszeiten völlig anders behandelt werden müssen, als beispielweise nachts oder zu betriebsfreien Zeiten. Entscheidend sind auch der Grad der Verzögerung und die Dauer eines Ausfalls. Das bedeutet, dass jegliche Engpässe immer mit Rücksicht auf die Benutzer, die Zeit, die geschäftliche Relevanz, den Grad der Verzögerung, usw. gewertet werden müssen.

GROSSE FUNKTIONSUNTERSCHIEDE UND EINSATZBEREICHE Die Unterschiede bei den Überwachungstools sind groß. Manche der Tools übernehmen lediglich ein passives Monitoring mit der Alarmierung der Administratoren. Umfassendere Werkzeuge wiederum ermöglichen auch aktive Eingriffe oder Optimierungen. Um die Tools an die eigenen Anforderungen anpassen zu können, sollten Sie daher eine Vielzahl an Stellschrauben besitzen. Die Überwachung der Geräte passiert meist durch spezielle Agenten (Monitore) auf den Servern. Diese können aktiv oder passiv sein. Diese Unterscheidung bezieht sich darauf, ob die Überwachung aus der Sicht der Verwaltungskonsole aktiv (wie etwa durch Polling) oder passiv (durch Überwachungscode auf dem jeweiligen Gerät) ausgeführt wird. Aktive Monitore verwenden in der Regel feste Intervalle. Sie fragen die überwachten Geräte in regelmäßigen Abständen ab. Bei relativ wenigen Systemen ist die aktive Überwachung leicht realisierbar. Wenn es sich aber um tausende an Endpunkten handelt, so wird allein die periodische Abfrage (das Pollen) zu einem Grundrauschen auf dem Netzwerk führen.

WHATSUP VON IPSWITCH WhatsUp von Ipswitch ist ein Klassiker unter den Überwachungstools. Das Werkzeug liegt bereits in der Version 14.2. vor. Die Architektur von Whatsup basiert auf einem zentraler Management-Server. Dieser erhält von den zu überwachenden Geräten die Messwerte und hinterlegt diese in einer angeschlossenen Datenbank. Das Einsammeln der Messwerte passiert durch WMI, Polling, SNMP sowie dem Auslesen der Syslog oder des Windows Event Monitors. Daneben existiert die Möglichkeit via VBScript oder Java Script Werte von gänzlich fremden Stellen wie z.B. TK-Anlagen oder Support-Ticket-Datenbanken abzuholen.

Überwachung von virtuellen Servern Das Verwaltungsinterface von WhatsUp ist modern und erlaubt dem Administrator eine vollständig webbasierte Arbeit mit dem Monitoring-Tool. Durch frei konfigurierbare Arbeitsbereiche (Work Spaces) mit mehr als 150 anpassbaren Berichten lassen sich individuelle Arbeitsumgebungen schaffen. Diese liefern Informationen über alle wichtigen Zustände der Systeme. Eingeschlossen sind auch die Statuswerte der CPUs, Arbeitsspeicher, Netzwerke und einer Vielzahl an Applikationsdiensten. Ferner lassen sich auch SLA-Vereinbarungen damit überwachen und prüfen.

Die aktuelle Version bezieht nun auch virtuelle Systeme von VMware in diese Überwachung ein. Dazu steht ein spezielles PlugIn zur Verfügung. Dieses greift durch das VMware API direkt auf die VMware-Server „ESX“ und „ESXi“ zu und liest die Information über die virtuellen Maschinen aus. Über das VMware-API sind dann auch die grundlegende Verwaltungsfunktionen wie etwa eine „PowerOn“ „PowerOff“, „Suspend“, „Shutdown-Guest”, “Reset-Guest” und Take-Snapshot aus der WhatsUp Konsole ausführbar.

Zum Umfang von WhatsUp gehört auch die Definition von Abhängigkeiten zwischen den Geräten. So kann zum Beispiel festgelegt werden, dass ein bestimmter Dienst andere Serversysteme zu seiner korrekten Arbeit benötigt. Elementar sind hierbei natürlich alle Netzwerkkomponenten, denn wenn ein Router oder Switch ausfällt, sind alle daran angeschlossenen Server nicht mehr verfügbar. Diese Anhängigkeiten lassen sich mit dem Tool abbilden.

Monitore überwachen die Server Zur Überwachung der Server setzt WhatsUp auf Monitore. Dabei unterscheidet das Werkzeug nach aktiven und passiven Monitoren. Zu den aktiven Monitoren gehören unter anderem der ICMP Ping, http, DNS, POP3, Radius oder NT-Dienste. Die Überwachungsmonitore sind auch via SSL-Schnittstellen anzubinden.

Die aktiven Monitore genügen in vielen Fällen, um den Zustand des Gerätes abzufragen - sicher aber nicht in allen. Insbesondere all jene Ereignisse, die mehr den Charakter einer Warnung haben, lassen sich damit nicht eindeutig kennzeichnen. Häufig wird dabei auch ein Eintrag in einer Logdatei vorgenommen oder es wird ein SNMP-Trap ausgelöst. Diese Ereignisse werden nun von den passiven Monitoren überwacht. Dabei handelt es sich um Code, der auf dem Zielgerät just diese Ereignisse filtert und dann die Whatsup-Zentrale informiert. Im Gegensatz zu den aktiven Monitoren wartet Whatsup beim passiven Modus auf Meldungen vom überwachten System, anstatt aktiv zu pollen. Im Falle von Windows werden beispielsweise die Start- und Stoppvorgänge in den Windows Syslogs protokolliert und sind damit für Whatsup zugänglich.

SOLARWINDS IPMONITOR Ipmonitor von Solarwinds ist ein Werkzeug zur Überwachung von Servern und weiteren Netzwerkressourcen. Die Wurzeln des Toolsets liegen in der Überwachung jeglicher IP-Geräte. Mittlerweile hat der Hersteller Solarwinds das Tool aber erheblich erweitert. Nunmehr können auch komplexere IT-Systeme und Applikationen in die Überwachung einbezogen werden.

Zur Überwachung der Geräte werden Monitore eingesetzt. Hierbei liefert das Toolset eine breite Palette an unterschiedlichen Möglichkeiten. Dazu gehören Active Directory-, Radius- und LDAP-Abfragen, DNS, FTP, NTP, NNTP, DUP, Eventlog-Abfragen, IMAP, Ping und viele weitere Varianten. Die Zustände der Geräte visualisiert der Ipmonitor in unterschiedlichen Farben. Hierbei unterscheidet das Werkzeug nach den Zuständen: Up and running (in Ordnung), Warning, Down (Gerät nicht aktiv), Lost (für einen fehlerhaften Zustand), Suspended/Maintenance (Wartung) und Uninitialized. Ein zentrales Dashboard hilft, alle Ergebnisse schnell im Blick zu haben. Hier findet man sich diverse graphische Diagramme, die die Auslastung der überwachten Systeme kurz und übersichtlich präsentieren. Bei Bedarf lässt sich das Dashboard an die eigenen Anforderungen anpassen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • T-Systems Austria GesmbH

    T-Systems Austria GesmbH WLAN-Systeme, VPN, Voice Mail Dienste, Videokonferenz-Systeme, Unified Messaging Dienste, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management,... mehr
  • Anexia

    Anexia Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, RZ-Dienstleistungen, Übernahme von Softwareprojekten, User Helpdesk-Systeme und Hotlines mehr
  • Editel Austria GmbH

    Editel Austria GmbH Supply Chain Management, E-Procurement und Supply Chain Management, Datenkonvertierung, Überwachungssysteme, Trust Center/Zertifizierungssoftware, Digitale Signatur, Datensicherung,... mehr
  • Huawei Technologies Austria GmbH

    Huawei Technologies Austria GmbH mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: