Bundesrechenzentrum: Aussicht günstig Bundesrechenzentrum: Aussicht günstig - Computerwelt

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21.03.2013 :: Printausgabe 06/2013 :: Wolfgang Franz

Bundesrechenzentrum: Aussicht günstig

Um die Funktion als zentrale Datendrehscheibe der Republik auch in Zukunft optimal ausfüllen zu können, hat das Bundesrechenzentrum die Infrastruktur runderneuert und die Software-Landschaft massiv ausgebaut. Der Lösungspartner: Huemer IT-Solution.

Wolfgang Danzinger

Wolfgang Danzinger

© Wolfgang Franz

Die Bundesrechenzentrum GmbH, der führende IT-Dienstleister der österreichischen Bundesverwaltung, betrieb in den vergangenen Jahren verteilt auf zwei Rechenzentrumsstandorten eine große Zahl an SAP-Systemen sowie andere Applikationen auf RISC-Servern von Oracle (vormals Sun) mit SPARC-Prozessoren und dem Betriebssystem Solaris. Angesichts der rasch steigenden Anforderungen bestand die Notwendigkeit, die Applikationen auf neue, moderne Server- Hardware zu migrieren. Diese sollte ebenfalls auf RISC basieren und mit einem UNIX-Betriebssystem laufen. Im Rahmen eines Vergabeverfahrens im Jahre 2010 erhielt die Power Systems-Serverfamilie von IBM mit dem Betriebssystem AIX den Zuschlag.

Im Jahr 2011 kam es zu einer zweiten Ausschreibung, diesmal im Intel-Umfeld, das bis dahin ebenfalls durch Sun-Produkte abgedeckt war. Hier entschied sich das BRZ für HP-Server. "Die beiden EU-weiten Ausschreibungen umfassten technische als auch kaufmännische Kriterien", erläutert Wolfgang Danzinger, Abteilungsleiter Infrastruktur – Zentrale Services des österreichischen Bundesrechenzentrums, das Auswahlverfahren. "Die Kriterien wurden gewichtet und ein Bestbieter eruiert. Es war bewusst nicht der Billigstbieter, weil der Preis bei uns 60 Prozent ausmacht, die Technik 40 Prozent. In beiden Ausschreibungen konnte sich die Huemer IT durchsetzen." Der Wiener Rechenzentrumspezialist Huemer IT-Solution, der unter anderem IBM Premier Business Partner und HP Preferred Partner Gold ist, versorgt das BRZ nun mit Servern sowohl auf der UNIX- als auch auf der Intel-Seite. Zudem stellt der Lösungspartner Dienstleistungen wie die Wartung und teilweise auch den Betrieb der Systeme zur Verfügung. Wenn mehr Ressourcen oder spezielles Knowhow gefragt sind, kauft das Bundesrechenzentrum auch Personal von Huemer IT-Solution ein.

AUSGEDEHNTE SAP-LANDSCHAFT
"Die Ausgangslage war, dass nicht nur die 2.000 Server, für die ich verantwortlich bin, in die Jahre gekommen waren, sondern gleichzeitig auch die Software-Release-Stände", so Danzinger im Gespräch mit der COMPUTERWELT. Das hieß für das BRZ und Huemer IT: Zum reinen Hardware-Tausch kam die Aktualisierung und – wie im Fall von SAP – der massive Ausbau der Software-Landschaft hinzu. "Die SAP-Entwicklungsteams haben etwa SAP Unicode und teilweise neue Module eingeführt. Wir haben gleichzeitig die Leistung der Systeme verdoppelt. Das Projekt hat mit 15 Monaten länger gedauert als ein reiner Hardware-Tausch – wir haben immerhin eine der größten SAP-Umgebungen in Europa. Dabei ist bemerkenswert, dass bei derartigen Migrationsprojekten die Projekt- und Migrationskosten auf eine neue Plattform höher sind als die dafür notwendigen Kosten der neuen Hardware. Dieser Umstand muss bei künftigen Migrationen in einem Business Case betrachtet werden."

STEIGENDE HERAUSFORDERUNGEN
Der Wunsch nach Modernisierung der Infrastruktur kommt nicht von ungefähr. Österreich gehört etwa in Sachen E-Government bekanntlich zu den führenden Nationen, immer mehr Amtswege verlagern sich ins Internet oder stehen davor, auch im Mobility-Zeitalter den Bürgern zur Verfügung zu stehen.

"Das alles setzt eine Infrastruktur voraus, die verlässlich und reibungslos läuft. Das heißt, die Abhängigkeiten werden größer", umschreibt Danzinger die möglichen Probleme für ein Rechenzentrum, auf das die Republik 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zählt.

SICHERER BETRIEB
Um die Herausforderungen jeder Zeit erfüllen zu können, sind von den insgesamt 1.200 Mitarbeitern des BRZ 350 für die Infrastruktur verantwortlich. Von letzteren betreuen unter der Leitung von Wolfgang Danzinger 70 Mitarbeiter die 2.000 Server. Die weiteren eindrucksvollen Eckdaten der Abteilung Zentrale Services sind 1,8 Petabyte Storage, zwei Petabyte Backup-Daten und 300 Datenbanken.

Als zentrale Datendrehscheibe der Republik Österreich wird im BRZ Security naturgegeben groß geschrieben. Der Zentrale Services-Chef: "Neben den klassischen Systemen wie etwa Firewall und Intrusion Detection legen wir absoluten Wert auf die strikte Trennung der Netze. Daten und Applikationen sind ebenfalls voneinander abgeschottet. Durch die zentrale Datenhaltung besteht theoretisch die Gefahr, dass man sehr leicht Querauswertungen ziehen kann. Daher erfüllen wir die höchsten Sicherheitsstandards." Das Unternehmen verfügt beispielsweise über ein nach dem international anerkannten Standard ISO 27001 zertifiziertes Informationssicherheits-Managementsystem. Darüber hinaus setzt das BRZ über 250 Grundschutzmaßnahmen in den Bereichen Objekt- und Zutrittsschutz, personelle Sicherheit, Server und Datenbanken, Datenspeicher, Software und EDV-Anwendungen ein.

NATÜRLICHE KÜHLUNG
Das Thema Green-IT genießt im Bundesrechnenzentrum strategische Bedeutung. So ist es in den letzten drei Jahren mittels eines umfassenden Green-IT-Maßnahmenpaketes gelungen, den Strombedarf um 25 Prozent zu reduzieren. Das entspricht einer Einsparung von jährlich 950 Tonnen CO2-Ausstoß oder dem Energieverbrauch von etwa 2.000 Haushalten. Mit anderen Worten: "Im Jahr 2004, als ich ins BRZ kam, hatten wir 500 Server. Heute sind es vier Mal so viele. Trotz größerer Infrastruktur und wesentlich höherer Leistung ist der Stromverbrauch nicht angestiegen. Daran sieht man, wie effizient wir arbeiten." Heute verwendet das Data Center zur Kühlung während der Wintermonate die kalte Außenluft, früher ist die Klimaanlage das ganze Jahr hindurch gelaufen.

PRAGMATISMUS FÜR DIE ZUKUNFT DES RECHENZENTRUMS
Danzinger ist ein kritischer Beobachter der IT-Welt. Trotz der zahllosen schillernden Begriffe, die in den letzten Jahren den Markt erobert haben, hat sich technologisch nicht viel getan. "Technisch ist vieles weitergegangen, Chips sind kleiner und schneller geworden, Storage größer, die Technologie ist jedoch gleichgeblieben. Gleichgeblieben ist die größte Schwachstelle der IT: die Software und im Hintergrund der Mensch." Für Wolfgang Danzinger vom BRZ und den Lösungspartner Huemer IT-Solution lautet eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre demnach, die immer kürzer werdenden Lifecycles der Software-Produkte in den Griff zu bekommen. "Wir müssen bis 2015 das Betriebssystem von 2.000 Servern aktualisieren. Das Problem heißt nicht zu wachsen, sondern das Gewachsene zu erhalten", bringt es Danzinger auf den Punkt. Für ihn sieht die Evolution im Rechenzentrum wie folgt aus: "Virtualisierung ist Industriestandard. Bei Windows-Servern beträgt unsere Virtualisierungsrate fast 60 Prozent. Die nächsten Schritte sind Standardisierung und Virtualisierung verstärkt umzusetzen, um damit auch eine Erhöhung der Automatisierung zu erreichen. Für den Kunden bedeutet das: Höhere Flexibilität und reduzierte Kosten für den Betrieb der Services. Durch Nutzung von Teil-Technologien aus der Cloud werden diese Ziele unterstützt. Erst durch Standardisierung und umfassende Virtualisierung kann ein Weg in die Cloud vorbereitet werden", ist Wolfgang Danzinger überzeugt. Ob man sich nun für diesen oder jenen Weg entscheidet, mit Huemer IT-Solution hat das Bundesrechenzentrum jedenfalls einen kompetenten Ansprechpartner. (su)

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