Unterricht und Indoor-Navigation via Smartphone Unterricht und Indoor-Navigation via Smartphone - Computerwelt

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22.04.2014 Rudolf Felser

Unterricht und Indoor-Navigation via Smartphone

Forscher der FH St. Pölten arbeiten an Methoden, wie Smartphones auch als Indoor-Navi eingesetzt werden können.

Schüler im Biologie-Unterricht nutzen das Smartphone zur Bestimmung von Pflanzen.

Schüler im Biologie-Unterricht nutzen das Smartphone zur Bestimmung von Pflanzen.

© Grischa Schmiedl

Orientierung mittels GPS und Smartphone funktioniert gut im Freien, versagt aber in geschlossenen Räumen. Die Position kann nicht erkannt oder räumlich nicht fein genug bestimmt werden. Forscher der FH St. Pölten arbeiten daher an Methoden, wie Smartphones auch als Indoor-Navi eingesetzt werden können.
 
Basis dafür sind QR-Codes, die als Ortsmarker an wichtigen Knotenpunkten angebracht werden. Orientierungssuchende können den Code einlesen und erhalten über eine Handy-App eine Wegbeschreibung zum gewünschten Ziel. Zum Erkennen der Position könnten auch Funk- (Bluetooth, WLAN), Audio- (Hochfrequenz) und Lichtquellen (Infrarotlicht) eingesetzt werden.
 
"Die Tauglichkeit solcher Verfahren mit handelsüblichen Smartphones ist bisher jedoch nur teilweise untersucht, die Einsatzbarkeit in einem bestimmten Umgebungskontext (z.B. in einer lauten Messehalle) ist weitgehend unerforscht", sagt Kerstin Blumenstein, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IC\M/T - Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten gemeinsam mit Kollegen einen Prototyp für ein solches Indoor-Navi entwickelt hat.
 
Ziel der Arbeiten ist ein Indoor-Navigationssystem, das unabhängig von verschiedenen Smartphone-Betriebssystemen und existierenden Positionsbestimmungstechnologien einfach und kostengünstig an neuen und veränderlichen Orten eingesetzt werden kann.
 
HANDY ALS LERNHILFE
Mit Informationen zu Standorten und Umgebung arbeiten auch Applikationen, die zum Beispiel als Städteführer verwendet werden. Solche Systeme könnten jedoch auch als "Location Based Learning" im Unterricht eingesetzt werden. Schüler einer Klasse könnten ein solches System erstellen und benutzen und damit die Informationen zu einem Ort besser aufnehmen.
 
Über 99 Prozent aller Jugendlichen ab der Sekundarstufe besitzen ein Smartphone. Viele Schulen und Lehrkräfte denken daher darüber nach, wie Mobiletelefone im Rahmen von mLearning (Mobile Learning) lehr- und lernunterstützend eingesetzt werden können.
 
Methoden dazu sind neben dem Location Based Learning etwa ein Wissensquiz, eine Rätselrallye und Frage-Antwort-Spiele. Dabei können die Lehrenden Aufgaben und Fragen festlegen oder die Schüler sich gegenseitig testen. Applikationen auf Smartphones können auch zur Selbstevaluation genutzt werden.
 
"Auf diese Art kann durch den Einsatz von Smartphones Neugierde und Motivation gesteigert sowie Wissen vermittelt und gefestigt werden", sagt Grischa Schmiedl, Leiter der Forschungsgruppe Mobile des IC\M/T – Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten, die die unterstützende Software dazu entwickelt und die praktische Anwendung analysiert.
 
Im Zuge einer zweijährigen Untersuchung wurde ein Set von mobilen didaktischen Methoden (MDM) entwickelt. Diese unterstützen den sinnvollen Einsatz der Mobiltechnologie und sind auf den Einsatz im Zuge des Unterrichts des sekundären Bildungssektors optimiert. Eine Auswahl unterschiedlicher Methoden wurde in zwei Partnerschulen im Großraum Wien in realen Unterrichtsszenarien durchgetestet. "Allein die Tatsache, dass die SchülerInnen Smartphones im Unterricht verwenden durften, steigerte die Motivation sich mit den Lehrinhalten auseinanderzusetzen enorm", so Schmiedl. (pi)

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