Project Soli: Die kleine Revolution der Gestensteuerung Project Soli: Die kleine Revolution der Gestensteuerung - Computerwelt

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22.05.2016 Rudolf Felser

Project Soli: Die kleine Revolution der Gestensteuerung

Etwas abseits der "wichtigen" Ankündigungen auf Googles Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 gab es auch Neuigkeiten über ein Projekt der ursprünglich von Motorola übernommenen Unternehmenseinsheit Google ATAP (Advanced Technology And Projects), dem eine große Zukunft bevorstehen könnte: Project Soli.

Soli-Chip

Der Soli-Chip: So klein, und schon revolutionär.

© Infineon

Soli wurde erstmals auf Googles letztjähriger Entwicklerkonferenz vorgestellt, damals noch vornehmlich als Patentrezept für die Zukunft der Bedienung von Gerätschaften im Automobilbereich. Doch das Potenzial der Technologie geht noch viel weiter. Es handelt sich dabei nämlich um die Erkennung von (Hand-)Gesten mittels Radartechnologie, was auch für den mittlerweile in Fahrt gekommenen Virtual-Reality-Zug und bei der Bedienung von Smartphone und Tablet an sich eine Revolution auslösen könnte.

Die Neuigkeit bei der diesjährigen I/O war, dass erstmals Prototypen von zwei Konsumprodukten vorgestellt wurden, die präzise, einfach und ohne direkte Berührung per Handbewegungen bedient werden können. Auf der Konferenz in Mountain View wurde gezeigt, wie dieses Konzept bei einer Smartwatch von LG und einem Lautsprecher von Harman genutzt wird. Knöpfe oder Schalter werden damit überflüssig.

Google ATAP arbeitet bei Soli mit dem Halbleiterhersteller Infineon zusammen, dem es gelungen ist die notwendige Technolgie komplett auf Chipgröße zu integrieren, kleiner als ein Fingernagel.



"Die Gestenerkennung bietet eine neue Möglichkeit, die Interaktion von Mensch und Maschine zu revolutionieren, indem sich Geräte erstmals in einer räumlichen Dimension bedienen lassen", sagt Ivan Poupyrev, technischer Leiter von Google ATAP. "Damit bietet sich eine komfortable Alternative zu den bisherigen Steuerungsmöglichkeiten durch Berührung oder Spracherkennung." Andreas Urschitz, Leiter der Division Power Management & Multimarket bei Infineon, sagt: "Vor 2,4 Millionen Jahren haben die Menschen begonnen, Werkzeuge zu gebrauchen. Erstmals in der Geschichte richten sich nun die Werkzeuge nach ihren Benutzern, statt umgekehrt."

GROSSES POTENZIAL IM KLEINEN CHIP

Infineon und Google ATAP sehen für die "Soli"-Radartechnologie zahlreiche Märkte, etwa Home-Entertainment, Mobil-Geräte sowie Anwendungen für das Internet der Dinge (IoT). Radarchips von Infineon und die Software sowie Interaktions-Konzepte von Google ATAP bilden die Grundlage dafür. Beide Unternehmen bereiten nun die gemeinsame Vermarktung vor. "Ausgereifte Algorithmen, die Bewegungs- und Berührungsmuster nachzeichnen, sowie winzige, hoch integrierte Radarchips können eine Vielzahl von Anwendungen ermöglichen", sagt Divisionspräsident Urschitz.

Neben den Erfolgen bei Audiogeräten und Smartwatches richtet sich der Ehrgeiz der Entwickler auf weitere Felder. "Unser Ziel ist es, einen neuen Branchenstandard zu definieren – dank einer bisher unerreichten Leistungsfähigkeit und einem völlig neuen Komfort für den Anwender", sagt Divisionspräsident Urschitz. "Wir wollen einer zentralen Technologie zum Durchbruch verhelfen, die neue Möglichkeiten für Augmented Reality und IoT erschließt."

Damit spricht Urschitz einen wichtigen Punkt an: Denn Technologien für virtuelle Realität schafften es bislang lediglich, neue Wirklichkeiten darzustellen, darin interagieren konnten Nutzer jedoch bislang nur umständlich und wenig intuitiv mittels sperriger Hand-Controller. Die 60-GHz-Radar-Anwendung von Google und Infineon soll diese Lücke schließen und eine Schlüsseltechnologie für Virtual und Augmented Reality werden.



Neben den "Bastlern" von LG und Harman haben auch einige andere, ausgewählte Developer 2015 eine Alpha-Version von Soli erhalten und für diverse Spielereien genutzt, die aufzeigen in welche Richtung die Entwicklung gehen könnte. Diesen Herbst können sich auch andere Unternehmen um ein Soli-Entwicklerkit bewerben – Goolge nennt diese Pakete "Beta Dev Kits". Wann erste markttaugliche Produkte mit der Technologie von Project Soli erscheinen werden, ist noch nicht bekannt. Wenn es soweit ist, könnte das eine neue technische Revolution auslösen. (rnf)

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