"Phubbing": Erst die Nachricht, dann das Gespräch "Phubbing": Erst die Nachricht, dann das Gespräch - Computerwelt

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18.07.2016 Rudolf Felser

"Phubbing": Erst die Nachricht, dann das Gespräch

Laut der regelmäßigen Untersuchung AIM-Consumer der Marktforscher von INTEGRAL beantworten knapp drei Viertel der Handybesitzer mobile Nachrichten auch in Gesellschaft. Was früher als unhöflich galt ist mittlerweile auf breiter Front akzeptiert.

Nicht nur Jugendliche unterbrechen Gespräche für SMS, Whatsapp & Co.

Nicht nur Jugendliche unterbrechen persönliche Gespräche für SMS, Whatsapp & Co.

© nenetus - Fotolia.com

Der Smartphone-Besitz in Österreich schreitet unaufhaltsam fort und liegt laut INTEGRAL aktuell bei zwei Drittel. Irgendeine Form von Mobiltelefon nennen 94 Prozent ihr eigen. Dies macht sich auch im persönlichen Umgang mit anderen Personen bemerkbar. 72 Prozent vernachlässigen laut den Marktforschern beim Eingang von Nachrichten über SMS, WhatsApp & Co. ihre Gesprächspartner und senden über Smartphone oder Handy eine Antwort – eine Praxis, die die meisten Menschen wohl aus ihrem eigenen Alltag kennen. Was vielleicht noch nicht jeder kennt: Dieses Phänomen hat einen Namen: Phubbing - laut Wikipedia ein Kunstwort aus Phone und snubbing (von snub, was eine schroffe Ab- bzw. Zurechtweisung bedeutet). Die Beschäftigung mit dem Mobiltelefon in Gesellschaft zeigt sich quer durch alle Bevölkerungsschichten.

NICHT NUR JUNGE

Zwar sind es die 14- bis 19-Jährigen, für die mobiles Messaging in Gesellschaft mit 92 Prozent eine Selbstverständlichkeit ist, doch auch in der Gruppe der 20- bis 49-Jährigen nehmen deutlich über 80 Prozent die kurzfristige Vernachlässigung ihres persönlichen Gesprächspartners in Kauf. Sogar in der Gruppe 70+ sind es immerhin noch 37 Prozent. Männer neigen geringfügig stärker zu Phubbing als Frauen.

Während sie mit Freunden beisammen sind, beantworten 61 Prozent am Mobiltelefon Nachrichten – in diesem Umfeld ist die Hemmung, das Gespräch für eine Nachricht zu unterbrechen, am geringsten. Etwas aufmerksamer ist man dem eigenen Partner gegenüber, dennoch kommunizieren 53 Prozent in dessen Gesellschaft mit Anderen. Immerhin 47  Prozent fahren in der Kommunikation mit Kollegen mehrgleisig. Am intensivsten widmet man persönliche Gespräche Kunden oder Vorgesetzten - dennoch reagiert auch hier noch gut jeder Fünfte auf Nachrichten.

ENDE DER GESPRÄCHKULTUR?

Der Phubbing-Trend wird durchaus hinterfragt: 44 Prozent - vor allem Ältere - befürchten dadurch eine generelle Beeinträchtigung der Gesprächskultur  Im Fall der konkreten persönlichen Betroffenheit ist jedoch ist die Toleranz sehr hoch: nur zwei Prozent empfinden dieses Verhalten als pure Unhöflichkeit. "Im Alltag ist die Beschäftigung mit dem Smartphone und all seinen Anwendungsmöglichkeiten inzwischen eine Selbstverständlichkeit geworden – die klassischen Vorstellungen von höflicher Konzentration auf den Gesprächspartner sind schon im Wandel begriffen", so Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL.

14 Prozent sind der Ansicht, dass ihr Verhalten keine Beeinträchtigung des persönlichen Treffens darstellt, da sie sich auf Schreiben und Gesprächspartner gleichzeitig konzentrieren können.

Vom Phänomen FOMO (Fear Of Missing Out) betroffen sind acht Prozent. Sie werden nervös, wenn sie längere Zeit keinen Zugang zu ihrem Nachrichteneingang haben. Diese Unruhe verspüren vor allem Personen unter 29 Jahren und Frauen. (pi/rnf)

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