Im Test: Sony Xperia XZ Im Test: Sony Xperia XZ - Computerwelt

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20.10.2016 *Florian Bodoky

Im Test: Sony Xperia XZ

Sonys neuer Platzhirsch wurde genau unter die Lupe genommen. Hat man die Schwächen des X Compact ausgemerzt?

Starkes Gerät aber wenig Mut zum Risiko: das Xperia XZ

Starkes Gerät aber wenig Mut zum Risiko: das Xperia XZ

© Sony

Xperia XZ heisst das neuste Smartphone, welches Sony kürzlich aus der Taufe gehoben hat. X, Z, XZ, YB, GC, MFG – ja, auch wir können das Naming von Sony nicht ganz nachvollziehen. Aber das ist auch nicht so wichtig. Das Design ist eng an das Xperia X Compact angelehnt. Es sieht aus wie sein grösserer, schlankerer und edlerer Bruder. Die Rückseite besteht aus Aluminium, die Kamera wurde am linken oberen Rand angebracht, gleich darunter warten Sensor und LED-Blitz. Am Seitenpanel findet sich der Power-Button, der, wie schon beim X Compact, auch als Fingerabdruck-Sensor fungiert. Dank den abgerundeten Seiten liegt das Gerät gut in der Hand.

Betrachtet man die verbaute Hardware, wird klar, dass Sony hier keine Kompromisse machen will. Das XZ wird der neue Ferrari. Als Taktgeber dient ein 64-bit-Octa-Core Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 820. Die 3 GB Arbeitsspeicher sollten auch den Handy-Game-Fanatikern genügend Power bieten. Diese Komponenten wirken sich auch im Performance-Test aus: Mit einer erreichten Single-Core-Punktezahl von 1584 erklimmt das japanische Telefon nicht gerade den Thron, aber hängt sich mit an die Spitze. Gegenüber dem X Performance wurde der Akku nochmals leicht nachgebessert: 2900 mAh stehen den 2700 mAh gegenüber. Unter Vollbelastung und ohne Energiespar-Modus gabs nach rund 9,5 Stunden ein Nickerchen. Aber dank USB-C wächst der Ladebalken von 0 auf 100 in rund 90 Minuten. 

Das 5,2-Zoll grosse Display wird von einem nur 8,1 Millimeter dünnen Gehäuse umrahmt. Trotz Alu-Rückseite wiegt das Gerät nur 161 Gramm. Der User muss zwar auch beim Ferrari mit 32 GB Nutzspeicher leben aber auch hier – danke Sony – gibts den MicroSD-Slot zum Aufrüsten.  

Abzüge beim Display
Abzüge gibt es beim Display. Zwar gehen Helligkeit, Kontrast und Farbdarstellung in Ordnung (da LCD), jedoch hätten wir uns (im Hinblick auf den happigen Preis von Fr. 699.–) ein OLED-Display gewünscht. Auch löst der Bildschirm nicht 4K auf, was verwundert. Denn beim Xperia Z5 Premium hat Sony gezeigt, dass man dazu fähig wäre. Trotzdem liefert das FullHD-Display gestochen scharfe Ansichten, die Bildpunktdichte beträgt 424 ppi.

Was gibt es zur Bedienung zu sagen? Das Gerät lässt sich flüssig bedienen, in unserem mehrtägigen Praxis-Tests gabs keine Hänger, keine Freezes, keine unerwarteten App-Abstürze. Einzig die zunehmende Android-Krankheit namens Bloatware hat uns gestört: AVG-Shareware, Amazon-Shopping-App, Whats New und ähnlicher, unnötiger Kappes erwartet den Nutzer gleich nach dem Setup – und nicht selten lassen sich diese Apps nur deaktivieren und nicht deinstallieren. Allerdings sind die Geschmäcker ja verschieden. Manch einer findet möglicherweise Gefallen daran.

Fazit
Mit dem Xperia XZ macht Sony vieles richtig. Jedoch bleiben die Japaner auf sicherem Boden. Für Experimente (wie zum Beispiel ein 4K-Display) fehlt der Mut. Für den Preis von 699 Franken hätte man sicher ein bisschen mehr erwarten dürfen. Zudem stellt sich die Frage, wieso man das Xperia X Performance, welches erst im Sommer auf den Markt kam, mit dem neuen Handy quasi in die Obsoleszenz drängt. Die Geräte sind sich in Sachen Ausstattung und Aussehen zum Verwechseln ähnlich, nur, dass das XZ neuer und offenbar günstiger ist. Insgesamt ist das Xperia XZ ein tolles Gerät, dessen Kampf mit der zahlreich vorhandenen Konkurrenz aber dennoch hart werden wird. 

*Der Autor Florian Bodoky ist Redakteur des PCTIPP.

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