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Direkter Angriff auf Apple: Hardware-Offensive bei Microsoft

Die Kreativ-Community wartet seit Jahren auf ein MacBook-Pro-Update. Gestern lancierte Microsoft einen All-in-One – und noch viel mehr!

Mit Surface Book zielt Microsoft auf Benutzer des lange vernachlässigten MacBook Pro.

Mit Surface Book zielt Microsoft auf Benutzer des lange vernachlässigten MacBook Pro.

© Microsoft

Microsoft will mit neuen Computern und Peripheriegeräten zumindest die Kreativ-Community für sich gewinnen. Mit den Devices und dem Creators Update für Windows 10 dürfte CEO Satya Nadella aber noch ein weiteres Ziel verfolgen: Die 3D-Technologie von HoloLens für die breite Masse der Benutzer attraktiv zu machen. Passend dazu haben diverse Hardware-Partner eigene Datenbrillen für die virtuelle Realität angekündigt.

Bis dato war die Kreativ-Community fest in der Hand von Apple. Der Konzern will an einem Anlass am heutigen Donnerstag neue Hardware für Power-User zeigen. Erwartet wird ein runderneuertes MacBook Pro. Die letzte grosse Aktualisierung (Retina-Display) hatte die Produktreihe vor fast fünf Jahren erfahren. Der hochauflösende Bildschirm dürfte noch eine Idee des früheren Apple-Chefs Steve Jobs gewesen sein, der vor fünf Jahren verstarb.

Windows-Produkte für Kreative
Das neue Kreativportfolio von Microsoft umfasst unter anderem den Convertible-Laptop Surface Book mit neuster Intel-Prozessortechnologie und verbesserter Grafik-Engine. Für den Zeichentisch lanciert der Windows-Konzern den All-in-One Surface Studio. In dem 28-Zoll-Touchscreen sind ebenfalls neuste Intel-Chips, eine dedizierte Nvidia-Grafikeinheit und reichlich Speicher (32 GB RAM, 2-TB-Festplatte) verbaut. Das Eingabegerät «Surface Dial» schliesslich soll haptisches Feedback von Bedienelementen auf den Surface-Monitoren liefern.

Mit dem Creators Update für Windows 10 renoviert Microsoft unter anderem ein jahrelang vernachlässigtes Programm: Paint. Die Mal-Software wird zum Studio für 3D-Inhalte. Ferienfotos sollen sich in dreidimensionale Erinnerungsstücke verwandeln lassen. Benutzer können zudem eigene Minecraft-Bausteine erschaffen und beliebige Dokumente für die Virtual Reality aufbereiten.

Die selbst geschaffenen 3D-Objekte lassen sich anschliessend mit den Datenbrillen von beispielsweise Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo aus allen Blickwinkeln betrachten. Wie Microsoft erklärt, soll die Reise in die virtuelle Realität ab ca. 300 US-Dollar beginnen. Welche Brille damit gemeint ist, erklärt der Konzern allerdings nicht. 

Microsoft verpasst Jahresendgeschäft
Über den Erfolg von Microsofts Vorstoss in die Kreativ-Community entscheiden natürlich letztendlich die Kunden. Wenn sie künftig zu Windows wechseln wollen, besteht die Gefahr, dass sie noch bis ins neue Jahr warten müssen. Das Surface Book ist zwar für November angekündigt – zumindest in den USA. Von Surface Studio soll es dann allerdings nur eine "limitierte Anzahl" geben, dämpft Microsoft die Erwartungen. Das Creators Update kommt definitiv erst im Frühjahr 2017, die Datenbrillen ebenfalls.

Was Österreich angeht, sind alle Geräte erst ab 2017 verfügbar. Damit könnte Apple im umsatzträchtigsten Quartal des Jahres die Nase vorn haben: Wenn das allfällig neue MacBook Pro zeitnah lieferbar ist, könnten sich einige Anwender entscheiden, trotz jahrelangen Wartens doch auf der Apple-Plattform zu bleiben.

* Die Autoren Mark Schröder und Florian Bodoky sind Redakteure von PCTIPP.

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