China: Alipay-App wird unabsichtlich zum Bordell China: Alipay-App wird unabsichtlich zum Bordell - Computerwelt

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30.11.2016 pte

China: Alipay-App wird unabsichtlich zum Bordell

Möglichkeiten zur sozialen Interaktion in eine App zu integrieren, ist gang und gäbe - dass das aber auch nach hinten losgehen kann und als Sex-Feature genutzt wird, war den Gründern von "Circles" wohl nicht bewusst.

Alipay ließ männliche Nutzer viel Trinkgeld für die Damen verteilen.

Alipay ließ männliche Nutzer viel Trinkgeld für die Damen verteilen.

© intl.alipay.com

Dieses Netzwerk wurde am 27. November als Erweiterung des Online-Bezahlsystems Alipay vom chinesischen Internetkonzern Alibaba enthüllt. Nur zwei Tage später verschwanden umstrittene Funktionen aber wieder aus der App.

Trinkgeld für heiße Bilder
In einem Versuch, der in China äußerst beliebten Messaging-App WeChat nachzueifern, hob Alipay Circles aus der Taufe: Ähnlich wie bei Instagram können die User Fotos und Videos posten. Dabei gibt es verschiedene Gruppen, denen man beitreten kann, einigen davon nur auf vorherige Einladung. Die zwei aufsehenerregendsten Gruppen, "White Collar Diary" und "Campus Diary", wurden aber derart von freizügigen Bildern überschwemmt, dass diese gestern, Dienstag, wieder gelöscht werden mussten.

Die Besonderheit an diesen Gruppen war nämlich, dass ausschließlich Frauen darin Bilder posten durften. Männer wurden in zwei Kategorien eingeteilt: Jene, die durch ihre Einkäufe über Alipay eine gute Bilanz haben, durften die Fotos auch kommentieren, jene mit einer schlechten Bilanz mussten sich auf Geldspenden beschränken. Denn: Es gibt einen eigenen Button, um den Damen auf den Bildern Trinkgeld zu geben. Diese fragten auch offen nach Geld und boten Sex-Treffen an.

"Bedauern falsche Botschaft"
"Die vergangenen zwei Tage gehören zu den traurigsten Momenten, die ich erlebt habe, seit ich vor sieben Jahren zu Alipay gekommen bin", schrieb Lucy Peng, Präsidentin von der für die App verantwortlichen Tochtergesellschaft Ant Financial, in einem Statement. Sie bedauert, dass Circles offenbar eine falsche Botschaft an die Nutzer gesendet habe und dass Mitarbeiter bereits an der Unternehmenskultur zu zweifeln begonnen hatten.

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