Samsung Galaxy Tab S3 im Test Samsung Galaxy Tab S3 im Test - Computerwelt

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04.05.2017 Thomas Rau/idg

Samsung Galaxy Tab S3 im Test

Nur ein Android-Tablet kann es wirklich mit dem iPad Pro aufnehmen: Das Galaxy Tab S3 will Apple in die Schranken weisen.

Top-Android-Tablet mit Eingabestift: Samsung Galaxy Tab S3 im Test.

Top-Android-Tablet mit Eingabestift: Samsung Galaxy Tab S3 im Test.

© Samsung

Das Galaxy Tab S3 tritt die Nachfolge des rund zwei Jahre alten Tab S2 an: Mit schnellem Prozessor, hochauflösendem Super-AMOLED-Bildschirm und schlanken Gehäuse spielt es in der Top-Liga der Android-Tablets. Außerdem greift Samsung damit das Apple iPad Pro 9.7 an: Das S3 bekommt den Eingabestift S-Pen spendiert und soll so wie das iPad Nutzer ansprechen, die kreativ am Tablet arbeiten wollen.
Toller Bildschirm, hohe Rechenleistung, schickes Design und gute Akkulaufzeit: Das Samsung Galaxy Tab S3 setzt sich souverän an die Spitzenposition bei den Android-Tablets und zieht gleichauf mit dem Apple iPad Pro 9.7. Der Preis für diese Spitzenqualität ist aber ziemlich hoch - wenn auch günstiger als bei der Apple-Konkurrenz, zumal der Eingabestift bei Samsung nicht extra kostet.

Pro
+ hervorragender AMOLED-Bildschirm
+ sehr lange Akku-Laufzeit bei Video-Wiedergabe
+ Eingabestift S-Pen
+ LTE

Contra
- teuer
- nur mit 32 GB erhältlich
Schlank, leicht und mit Rückseite aus Glas

Die Maße des S3 sind fast identisch zum iPad Pro - mit einer minimalen Bauhöhe von 6,1 Millimeter ist es zum Beispiel genauso schlank wie das Apple-Tablet. Das schmale und 428 Gramm leichte Tablet mit 9,7-Zoll-Bildschirm sieht hochwertig aus - die Rückseite des Metallgehäuses hat Samsung mit einem Glas-Finish überzogen. Trotzdem liegt das Tablet griffig und sicher in der Hand. Allerdings ist die spiegelnde Rückseite schon nach kurzer Zeit mit Fingerabdrücken übersät, was die Eleganz trübt. Im Home-Button auf der Vorderseite unten befindet sich ein Fingerabdrucksensor.

Das Galaxy Tab S3 unterstützt HDR10 für detaillierte Farbnuancen, 10-Bit-Farbdarstellung und kann mit dem neuen Codec HEVC.265 umgehen, den viele 4K-Videos verwenden. Der AMOLED-Bildschirm mit 9,7 Zoll und einer Auflösung von 2048 x 1536 Bildpunkten ist das Highlight des S3: Durch den an sich unendlichen Kontrast sehen Farben extrem knackig und sehr natürlich aus - sofern Sie die Farbeinstellungen auf den Modus "Einfach" setzen. In allen anderen Farb-Modi stellt sie das S3 übertrieben knallig und rotstichig dar.

Die Helligkeit liegt bei einem reinen Weißbild bei über 400 cd/qm. Aufgrund der AMOLED-Technik erhöht sich die Leuchtkraft des Displays je weniger Weiß es darstellt: Bei einem Schwarzbild mit einer kleinen Weißfläche liegt die Helligkeit bei über 700 cd/qm. Unter freiem Himmel reflektiert die Glasoberfläche des S3 das Umgebungslicht aber stärker als beispielsweise das iPad Pro, da dessen Displaybeschichtung die Reflexionen besser streut. Wie immer bei AMOLED erscheinen weiße Farbflächen außerdem leicht grünlich oder bläulich, wenn Sie aus einem schrägen Blickwinkel auf das Tablet schauen.

Mit Android 7 und vielen Zusatz-Funktionen
Auf dem S3 läuft Android 7.0, das Samsung um eigene Erweiterungen ergänzt: Zum Beispiel können Sie einen bestimmten Zeitpunkt für die Installation von Updates festlegen und per Multi-Windows zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm platzieren. Auch bei den vorinstallierten Apps geht Samsung weit über das übliche Android-Standardprogramm hinaus: Soundcamp etwa eifert Apples Garage Band nach, bietet aber deutlich weniger Möglichkeiten bei eigenen Kompositionen. Netter Gag: Sie können Soundcamp auch mit dem S-Pen bedienen und über die Funktion "Smarter Komponist" sich ihre eigenen Lieder sozusagen malen. Game Launcher bietet Spezial-Funktionen fürs Spielen mit denen Sie etwa Spielesequenzen aufnehmen, störende Meldungen verhindern und Bedienelemente sperren können. Außerdem lässt sich eine geöffnete Spiele-App in den Hintergrund verschieben, wenn Sie kurz etwas Anderes machen, und das Spiel dann sofort wieder an derselben Stelle fortsetzen.

Das kann der Eingabestift S-Pen
Das Galaxy Tab S3 kommt mit dem von den Smartphones und Tablets der Galaxy-Note-Serie bekannten Eingabestift S-Pen, der ohne Batterien mit elektromagnetischer Induktion arbeitet. Der zehn Gramm leichte Stift liegt angenehm in der Hand, könnte aber durchaus etwas schwerer sein, um eine bessere Balance beim Schreiben und Zeichnen zu bieten. Für schnelle Notizen, Anmerkungen und Zeichnungen ist er aber sehr gut geeignet. Drücken Sie den Knopf am Stift öffnet sich ein Übersichtsmenü, um Notizen zu erstellen, Bildschirmbereiche auszuwählen, Screenshots mit Anmerkungen zu versehen oder markierte Wörter zu übersetzen. Außerdem lassen sich zum Beispiel PDFs mit handschriftlichen Notizen versehen. Der Stift bietet 4096 Druckstufen und eine Handballenerkennung, die im Test fehlerfrei arbeitet.

Top-Rechenleistung dank Quad-Core und 4 GB RAM
Im S3 sitzt der Vier-Kern-Prozessor Snapdragon 820 von Qualcomm: Zwei sparsame Kerne laufen mit maximal 1,6 GHz, die beiden anderen sorgen mit bis zu 2,15 GHz für hohe Rechenleistung. Außerdem hat das Tablet 4 GB Arbeitsspeicher an Bord - sinnvoll beim installierten 64-Bit-Betriebssystem und der entsprechenden CPU. Das hohe Tempo der Hardware zeigt sich in der fast absolut flüssigen Bedienung. Spitzentempo liefert das Samsung-Tablet auch im WLAN-Test: Gegen einen 11ac-Router schafft es eine Transferrate von 277 Mbit/s.

In Test mit System- und Browser-Benchmarks liegt das Galaxy Tab S3 bei den Android-Tablets fast immer in Spitzenposition, kommt jedoch am iPad Pro und auch nicht am neuen iPad vorbei. In Spiele-Tests kann es sich am iPad vorbei schieben, muss sich aber dem iPad Pro geschlagen geben. Verglichen mit Windows-Tablets kommt das S3 bei der Rechenleistung locker an Tablets mit Intel Atom vorbei, bleibt aber gegen Tablets mit Core-CPU wie dem hauseigenen Galaxy Tab Pro S und dem Surface Pro 4 zurück.

Bei den Akkutest wirkt sich die AMOLED-Technik auch beim S3 stark auf die Testergebnisse aus: Beim WLAN-Surfen schafft das Tablet nur rund sechs Stunden - ganz ordentlich, aber nicht überragend. Der hohe Weißanteil, den Webseiten üblicherweise enthalten, zieht eben viel Strom. Das Test-Video, in dem eher dunkle Farben dominieren, spielt das Galaxy Tab dagegen über 12 Stunden ab - sehr gut. Ebenfalls positiv: Dank der Schnellladefunktion ist der Akku in 3:10 Stunden wieder komplett gefüllt.

Typ-C-Anschluss zum Laden
Sie laden das S3 über den Typ-C-Anschluss, über den sich auch passende Speichersticks und Festplatten für den Datenaustausch mit dem Tablet verbinden lassen. Die Foto-Kamera des S3 macht Aufnahmen mit bis zu 13 Megapixel und kann Videos in 4K aufzeichnen, die digitale Bildstabilisierung arbeitet allerdings nur bis zur Full-HD-Auflösung. Die Front-Kamera bietet 5 Megapixel und Full-HD-Aufnahme für Videos.

Samsung verkauft das Galaxy Tab S3 als WLAN- (679 Euro) oder LTE-Version (769 Euro). Apple verlangt für das günstigste iPad Pro 9.7 mit 32 GB und WLAN ebenfalls 679 Euro, das LTE-Modell kostet dagegen 829 Euro. Als Gehäusefarben stehen Schwarz und Silber zur Auswahl, hier haben Sie bei Apple mit vier Farbvarianten mehr Möglichkeiten. Keine Wahl haben Sie beim internen Speicher: Es gibt das S3 nur mit 32 GB, das iPad Pro auch mit 128 und 256 GB. Allerdings lässt sich beim Samsung-Tablet über eine Micro-SD-Karte bis zu 256 GB Speicher ergänzen. In den SIM-Karten-Einschub des LTE-Modells passt eine Nano-SIM.

Ein weiteres Beispiel für pfiffige Praxisorientierung: Sie können ein Selfie auslösen, indem Sie die offene Handfläche zum Tablet drehen, sofern der Abstand mindestens rund 30 Zentimeter beträgt.

Das Galaxy Tab S3 verfügt wie das iPad Pro über vier Lautsprecher, je zwei an jeder schmalen Gehäuseseite. Die Wiedergabe soll sich so bei jeder Tablet-Position automatisch optimal ausrichten. Im Vergleich zum Sound beim iPad Pro klingt das S3 aber deutlich höhenbetonter, tiefe Töne sind kaum wahrnehmbar. Insgesamt zeigt das Klangbild deutlich weniger Räumlichkeit, Klangfülle und Volumen - hier zahlt Samsung den Preis für das extrem flache Gehäuse.

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