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18.09.2017 pte

Datenschutz in Safari: Werber kritisieren Apple

Sechs große US-Werbeverbände haben einen gemeinsamen offenen Brief an Apple veröffentlicht, in dem sie ein geplantes Feature zum Schutz der Privatsphäre im Browser Safari scharf kritisieren.

© Werwin15, flickr.com

Ab Version 11 soll Safari nämlich mit "Intelligent Tracking Prevention" das Verfolgen von Nutzern vor allem durch Drittanbieter-Cookies erschweren. Das "wird das Nutzererlebnis beeinträchtigen und das Geschäftsmodell für das Internet sabotieren", kritisieren die Werber.

Tracking-Stopp
Gezielte Werbung im Internet bedient sich sehr gerne Cookies von Drittanbietern, die Nutzer nicht nur auf einer Webseite erfassen, sondern quer über verschiedene Seiten verfolgen. Eben dem will Apple in Safari 11 einen klaren Riegel vorschieben, indem der Browser Drittanbieter-Cookies nur noch in seltenen Ausnahmefällen - wenn Nutzer kürzlich mit der eigenen Webseite des Cookie-Anbieters interagiert haben - erlaubt. Zudem werden Cookies von Seiten, die 30 Tage lang nicht direkt besucht wurden, komplett gelöscht. Diese Pläne stoßen bei den Werbenden auf wenig Gegenliebe.

Man sei ob Apples Lösung besorgt, weil diese "existierende nutzerdefinierte Cookie-Präferenzen durch Apples eigene undurchsichtige und willkürliche Standards zu Cookie-Verwaltung ersetzt". Der offene Brief wirft Apple vor, mit allgemeinen Standards zum Umgang mit Cookies zu brechen und eben dadurch das Geschäftsmodell für das Internet zu sabotieren. "Apples einseitiger und plumper Zugang ist schlecht für die Wahlfreiheit von Konsumenten und schlecht für werbefinanzierte Inhalte und Dienste, die User lieben", meinen die Werbeverbände. Man ermutige Apple, die Pläne für Safari 11 zu überdenken.

Verweigerer-Front
Mit der American Association of Advertising Agencies , American Advertising Federation, Association of National Advertisers, Data & Marketing Association, Interactive Advertising Bureau und Network Advertising Initiative stehen sechs große Interessensverbände hinter dem offenen Brief an Apple.

Eben diese müssen sich freilich den Vorwurf gefallen lassen, wohl selbst mitverantwortlich für das einseitige Vorgehen Apples zu sein. Immerhin hat sich die US-Werbeindustrie der auf Freiwilligkeit beruhenden "Do Not Track"-Technologie, die alle großen Browser-Hersteller unterstützen, bislang weitgehend verweigert - selbst also kein wirkliches Interesse gezeigt, tatsächlich die Wünsche von Konsumenten zum Online-Tracking zu respektieren.

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