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10.02.2012 Thomas Pelkmann*

Smartphones, Tablets, Notebooks: 10 Tipps zum IT-Schutz vor Kälte

Ein Mittel: Mit der Bockwurst den Touchscreen bedienen. Wenn Sie die folgenden zehn Tipps beachten, bleiben Ihre Geräte auch bei Minusgraden einsatzfähig.

Der Winter kam spät, aber heftig. Es ist derzeit so kalt, dass Smartphone, Notebook und Tablet zumindest draußen ihre Dienste verweigern: Ein Touchscreen etwa lässt sich mit Handschuhen gar nicht bedienen, und bei Notebooks kann der Akku jeden Dienst verweigern, wenn die Betriebstemperatur nicht stimmt.

So definiert zum Beispiel Apple in den technischen Spezifikationen von iPhone und iPad 0 Grad Celsius als Untergrenze für die Arbeit - im Moment wäre es also draußen auch tagsüber definitiv zu kalt. Sogar bei der Lagertemperatur würde es derzeit eng: bei -20 Grad Celsius ist laut Apple bei beiden Geräten Schluss.

Gefahr für Smartphone, Notebook und Tablet droht aber auch drinnen: Wer aus der Kälte kommt und möglichst schnell mit seinem Hightech-Equipment produktiv werden möchte, riskiert Hardware-Schäden, die die Geräte vorübergehend oder gleich ganz außer Gefecht setzen.

Wenn Sie jedoch die folgenden zehn Tipps beachten, nehmen weder Sie noch Ihre Geräte Schaden.

1. Wurstfinger für Touchscreens Wer mit zitternden Händen versucht, auf seinem vergleichsweise winzigen Smartphone-Touchscreen Befehle ans Gerät zu übermitteln, wird wahrscheinlich scheitern. Ebenfalls wenig Erfolg versprechend sind Handschuhe: Mit ihnen kann man zwar Menüs ruhiger anzielen, aber der kapazitive Touchscreen wird darauf gar nicht reagieren, weil ihm in der Wolle die elektrische Leitfähigkeit der Finger fehlt.

Abhilfe schaffen hier - kein Witz - Würstchen, wie koreanische Schockfrostexperten festgestellt haben. Bockwurst oder Minisalami haben genau die Leitfähigkeit, die nötig ist, um Smartphones und Tablets bedienen zu können. Hier bekommt das Wort vom Wurstfinger eine ganz neue Bedeutung.

Wer die Fettflecken durch Wurstgebrauch scheut, sollte sich nach geeigneten Handschuhen umschauen, die es tatsächlich gibt. Unter dem Namen "iTech Gloves" etwa bietet G&BL für 16 Euro entsprechendes Fingerwerk an. Die Handschuhe wärmen nicht nur, sondern besitzen an Daumen, Zeige und Mittelfinger einen leitenden Stoff, der die Interaktion mit Touchscreens ermöglicht.

2. Headset benutzen "Ein Headset kann sinnvoll sein", rät der Branchenverband Bitkom. Mit diesem nützlichen Zubehör kann man nicht nur im Auto telefonieren und die Hände dabei am Steuer lassen. Auch für tiefe Temperaturen sind Headsets empfehlenswert, "denn damit lässt sich telefonieren, ohne das Smartphone aus der wärmenden Innentasche der Jacke nehmen zu müssen".

3. Geräte vor übermäßiger Kälte schützen Smartphones sind ja nicht nur nützliche Geräte. Im Ernstfall können sie sogar Leben retten. Daher ist es wichtig, dass diese Geräte bei Kälte nicht einfach den Geist aufgeben, sondern funktionsfähig bleiben. Im Notfall kann man über eine Ortung sogar den Aufenthaltsort einer Person ausfindig machen. Da Mobiltelefone bei unter 20 Grad nicht mehr funktionieren, ist es wichtig, diese Grenze nicht zu überschreiten. Vor direkter Kälteeinstrahlung könnten Handytaschen helfen, die das Auskühlen der Geräte verhindern.

Weil die Wärmeabstrahlung von Smartphones aber nur sehr gering ist, bleibt zweifelhaft, ob solche Hüllen tatsächlich helfen. Besser ist es, wie etwa der Bitkom rät, die Geräte möglichst nah am Körper zu tragen. Dann hält die Restwärme die Geräte tatsächlich auf Betriebstemperatur. "Außerdem", heißt es bei Bitkom, "vermeidet man Temperaturschwankungen, die zu Kondenswasser im Gerät und damit zu Störungen oder Ausfällen führen können."

4. Geräte langsam aufwärmen Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Ausfall eines Gerätes gekommen sein, sollte man es auf keinen Fall schnell wieder aufwärmen. Föhnen oder auf die Heizung legen sind also tabu. Smartphones brauchen für einen Temperaturangleich etwa eine halbe Stunde, erklärt das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF). Diesen Zeitraum sollte man also auf keinen Fall künstlich verkürzen, weil man Geräte durch Kondenswasserbildung ernsthaft beschädigen oder gar zerstören kann.

5. Akkus schützen Die Kapazität von Akkus sinkt bei Kälte deutlich in den Keller. Wer auf die wiederaufladbare Power angewiesen ist, sollte auch die Akkus speziell vor Kälte schützen. Um die geringere Ladekapazität der Akkus wenigstens ein bisschen auszugleichen, sollte man Geräte vor dem Gang nach draußen auf jeden Fall komplett aufladen. "Zu kalt", warnt der Bitkom, "sollten die Geräte auch beim Aufladen nicht sein, denn der Akku speichert bei Kälte weniger Strom als bei Zimmertemperatur."

6. Beschlagene Objektive und Displays Beschlagene Geräte sind besonders gefährdet, weil das Kondenswasser ernsthafte Schäden im Geräteinneren hervorrufen kann. Displays und Objektive lassen sich im weniger schlimmen Fall einfach nicht richtig benutzen. Der Photoindustrieverband rät daher, die Geräte am Körper aufzuwärmen. Schneller geht die Aufwärmphase mit Kieselgel-Säckchen, heißt es beim Fernsehsender n-tv: Diese Beutel nähmen die Feuchtigkeit schneller auf und sorgten für klare Sicht auf Display und durchs Objektiv.

7. Notrufnummern speichern Der Bitkom rät auch dazu, Telefonnummern von Pannendiensten und Bergwachten zu speichern, um im Falle eines Unfalls oder einer Panne schnelle Hilfe rufen zu können. "Aber Vorsicht", warnt der Verband: "Nicht die Landesvorwahl vergessen. Für Deutschland ist das die 0049, für Österreich 0043, die Schweiz 0041." Nutzer von Prepaid-Karten sollten zudem darauf achten, dass ihr Gerät für internationales Roaming freigeschaltet und ausreichend Guthaben vorhanden ist.

8. Erste Hilfe-Apps Für Smartphones und Tablets gibt es Erste Hilfe-Apps, die über wichtige Handgriffe und Versorgungsmaßnahmen im Notfall informieren. Solche Apps ersetzen natürlich keinen Erste Hilfe-Kurs, können im Ernstfall aber trotzdem hilfreich sein.

9. Smartphones und Tablets zuhause lassen Der ultimative Tipp: Bleiben die Geräte zuhause im Warmen, passiert ihnen definitiv nichts. Diese Vorsichtsmaßnahme verhindert auch die letzte, hier genannte Wintergefahr: den Glasbruch durch Stürze auf vereistem oder schneeglattem Untergrund.

10. Von zuhause aus arbeiten Warum nicht: Bleiben Sie bei zweistelligen Minusgraden doch gleich zuhause! Da ist man, schreibt der Bitkom völlig zu Recht, "vor Eis und Schnee am besten geschützt". Sofern das betrieblich machbar sei, rät daher der Branchenverband, sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine Tätigkeit im Home Office ermöglichen.

Immerhin zehn Prozent der Beschäftigten arbeiten einer Befragung des Bitkom zufolge in Deutschland ganz oder zeitweise von zu Hause aus. Weitere 58 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich solche flexiblen Arbeitsbedingungen. Nicht einmal jeder dritte Arbeitnehmer (30 Prozent) gehen dagegen am liebsten jeden Tag ins Büro. Und selbst die würden sich bei den aktuellen Temperaturen einen Tag zuhause gerne gönnen.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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