Die PC-Welt ist flach geworden Detail - Computerwelt

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23.09.2011 Alex Wolschann

Die PC-Welt ist flach geworden

Gartner strich seine Wachstumsprognose für den PC-Absatz 2011 von 9,3 auf 3,8 Prozent zusammen. Der Grund ist die deutlich schwächere Marktentwicklung in Westeuropa und den USA.

Die veränderten Marktbedingungen in der IT-Branche waren auf der diesjährigen IFA klar zu sehen. Obwohl sich die Aussteller zufrieden zeigten und auch ein Besucherplus erreicht werden konnte, zählen nicht alle Segmente zu den Gewinnern. Vor allem für die PC-Industrie könnte es zunehmend eng werden: Neben den aufkommenden Tablets, die sich auch in Berlin über das größte Besucherinteresse freuen durften, macht auch die zunehmende Vernetzung des Eigenheims in Form von Fernsehern mit Internetanschluss den PC und Notebooks zu schaffen. Auch der Umgang der Hersteller untereinander ist beim Thema Touch-Device rauer geworden, was die einstweilige Verfügung von Apple gegen Samsung-Tablets beweist. Auf der IFA mussten einige Samsung-Tablets noch während der Messe das Feld räumen. Während Analysten und Tablet-Pioniere die Post-PC-Ära ankündigen, sehen heimische Hersteller und Händler die Situation gelassener: »Allen Tablet-Trends und dem vergangenen Netbook-Boom zum Trotz werden die größten Stückzahlen immer noch im Bereich der Formfaktoren größer 15-Zoll verkauft«, erklärt Toshiba-Österreich Geschäftsführer Hannes Shipany. Tablets und Smartphones würden sich perfekt für den Medienkonsum, aber nur bedingt für die Kreation von Content eignen. In ein ähnliches Horn stößt auch Johannes Baumgartner, Manging Director von Fujitsu Österreich: »Die professionellen Vorzüge der Notebooks machen den Unterschied; damit meine ich Aspekte wie Security oder Multitasking. Auch eine nahtlose Integration in bestehende IT-Systeme ist bei Notebooks einfacher.«

Dennoch ist auch im B2B-Bereich festzustellen, das sich immer mehr Menschen für einen Tablet als Arbeitsgerät entscheiden. Wohl wissend, dass es keine rationale Entscheidung ist, das Notebook gegen einen Tablet zu ersetzen, ist es zumindest zu einer emotionalen Entscheidung geworden. Daher sind auch die Administratoren und CIO gefordert. Lösungstrends wie Cloud Computing begünstigen jedoch den Vormarsch der Tablets als Thin Clients in den Unternehmen.

Neben Gartner haben auch die Analysten von IDC ihre Erwartungen für den PC-Markt nach unten geschraubt: IDC erwartet, dass der weltweite PC-Markt 2011 gegenüber dem Vorjahr um nur 2,8 Prozent zulegen wird. Ein zweistelliges Wachstum ist erst 2013 wieder wahrscheinlich. Insgesamt soll die Branche heuer 356,9 Millionen Computer absetzen. Damit korrigierten die Marktforscher ihre Prognose erneut nach unten. Im Juli waren sie noch von einem Plus von 4,2 Prozent ausgegangen. Zum ersten Mal überhaupt hat China im zweiten Quartal 2011 die USA beim Lieferumfang von PC überholt und sich damit zum größten PC-Markt der Welt entwickelt, wo zweistellige Wachstumsraten unvermindert weitergehen. Bei Österreichs größtem PC-Händler Ditech gibt man sich auf Anfrage der COMPUTERWELT sehr entspannt: »Wir befinden uns in einem Wandel, wie ihn diese Branche schon oft erlebt hat. Vergleichbar mit dem Aussterben der Röhrenbildschirme, die bereits vollständig von Flachbildschirmen verdrängt wurden. Auch das Notebook war anfangs eine exotische Randerscheinung, der kaum Beachtung geschenkt wurde. Mit der Zeit hat sich das Kräfteverhältnis geändert und es wurden mehr Notebooks als Desktop-PC verkauft,« erklärt Nikolaus Ruby, Einkaufsleiter bei Ditech, emotionslos. Ruby sieht sein Unternehmen aber auch für die veränderten Marktbedingungen gerüstet: »Wir haben den Trend zum Tablet rechtzeitig erkannt und sind voll auf diesen Zug aufgesprungen. Mit der weiteren Verbreitung werden immer neue Möglichkeiten für den Kunden geschaffen, sein Tablet oder Smartphone zu verwenden.« Auch sei der Privatkunde eher bereit, neue Trends zu übernehmen, was im Business-Bereich nicht so einfach möglich sei: »Das Tablet ist in der jetzigen Form noch zu wenig mobil, das wird sich aber sicher in der nächsten Generation ändern«, ist Ruby überzeugt. Ursache für die geringe Nachfrage am PC-Markt ist aber auch der Nachkrisen-bedingte Investitionsstau der Unternehmen, den ACP-CEO Urs Fischer allerdings im Schwinden sieht: »Als einer der führenden Anbieter haben wir in den vergangenen zwölf Monaten eine stabile Nachfrage am Markt beobachtet. Der Investitionsstau ist weitgehend abgebaut. Weiteres Wachstum sehen wir vor allem im Bereich Storage und Network, aber auch bei Servern und PC«, so Fischer. »Der große Nachteil des ortsunabhängigen Arbeitens ist, dass die Daten nicht mehr zentral gespeichert werden. Der PC als zentrale Sammelstelle für Daten wird an Bedeutung gewinnen. In Büros können Komponenten leichter ersetzt werden, weil Monitor und PC getrennt sind«, zeigt Ruby weitere Vorteile auf. Panik hört sich jedenfalls anders an.

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