Nokia rutscht bei Smartphones auf Platz drei ab Detail - Computerwelt

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29.07.2011 Alex Wolschann/apa

Nokia rutscht bei Smartphones auf Platz drei ab

Die Finnen verloren im vergangenen Quartal das Szepter an den iPhone-Hersteller Apple und mussten sich auch von Samsung überholen lassen.

Thronwechsel im Handymarkt: Der über viele Jahre unangefochtene Branchenprimus Nokia ist im Geschäft mit Smartphones auf Platz drei abgerutscht. Die Finnen verloren im vergangenen Quartal das Szepter an den iPhone-Hersteller Apple und mussten sich auch von Samsung überholen lassen. Das zeigten am Freitag vorgelegte Daten von Branchenforschern.

15 Jahre lang war Nokia der Platzhirsch des Industriezweigs, doch die Zeiten haben sich dramatisch geändert: Der Siegeszug der Multifunktionshandys hat die beiden schärfsten Rivalen der Finnen auf die Überholspur gesetzt. Apple räumt mit seinem iPhone ab wie nie. Im zweiten Vierteljahr verkaufte der US-Konzern nach eigener Auskunft den Rekordwert von 20,3 Millionen Stück - obwohl dessen vierte Version mittlerweile mehr als ein Jahr alt ist. Damit hält der Erfolg des Smartphone-Modells schon ungewöhnlich lange an.

Samsung kam nach Schätzung von Analysten immerhin auf einen Absatz von 19 Millionen Stück, Nokia nur auf 16,7 Millionen. Die Südkoreaner profitieren davon, dass sie die stark gefragte Betriebssoftware Android von Google einsetzen. Populär sei vor allem die Galaxy-Reihe von Samsung, sagte Neil Mawston von der Marktforscherfirma Strategy Analytics.

Der gesamte Mobiltelefon-Markt legt weiter deutlich zu, doch angesichts der Verlangsamung der Weltkonjunktur schwächt sich auch das Branchenwachstum ab. Nach Berechnung der Experten von IDC erreichte es im zweiten Quartal noch 11,3 Prozent nach 16,8 im vorangegangenen. Die Verkäufe von herkömmlichen Mobiltelefonen, die deutlich weniger Zusatzfunktionen anbieten als die Smartphones, gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um vier Prozent zurück. Das war das erste Minus seit fast zwei Jahren. In diesem Markt ist Nokia zu Hause, sieht sich aber mit zunehmendem Konkurrenzdruck durch Billiganbieter wie Micromax, TCL-Alcatel und Huawei konfrontiert, wie IDC-Experte Kevin Restivo erläuterte.

Im Handy-Gesamtmarkt klammern die Finnen sich mit einem Anteil von 25 Prozent noch an Platz eins. Allerdings ist ihnen auch hier Samsung mit 21 Prozent auf den Fersen. Manche Analysten gehen davon aus, dass die Südkoreaner Nokia bereits im kommenden Jahr überrunden und zum weltweit verkaufsstärksten Mobiltelefon-Hersteller werden.

Den Erfolg könnte Samsung gut gebrauchen. Das Handygeschäft wird für den breit aufgestellten Elektronikkonzern immer wichtiger, um die flaue Nachfrage im zuletzt defizitären Flachbildschirm-Bereich und die Schwäche des Hauptstandbeins Chipproduktion auszugleichen. Der Telekommunikationssparte gelang es, ihren operativen Gewinn im vergangenen Quartal mehr als zu verdoppeln auf umgerechnet 1,1 Mrd. Euro (1,67 Billionen Won). Im Konzern ergab sich ein Ergebnis von 2,5 Mrd. Euro nach einem Rekordwert von 3,3 Mrd. Euro vor Jahresfrist.

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