App Store-Markenkrieg: Apple greift GetJar an Detail - Computerwelt

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11.07.2011 pte

App Store-Markenkrieg: Apple greift GetJar an

In seinem Kampf um die Marke "App Store" hat Apple den unabhängigen App-Marktplatz GetJar aufs Korn genommen. Per Anwaltsbrief wurden die Betreiber aufgefordert, die Nutzung des Begriffs zu unterlassen.

Die Antwort fällt klar aus. "GetJar wird sich solchen Schikanen nicht beugen", so CMO Patrick Mork im Unternehmensblog. Er betont, dass GetJar lange vor Apple Handy-Apps direkt an Kunden vertrieben hat - und kritisiert, dass App-Entwickler in einem allgemein von Marken- und Patentklagen geprägten Umfeld womöglich auf der Strecke bleiben.

Wie schon im Fall von Amazons Appstore für Android geht es Apple auch diesmal um den Schutz seiner Marke "App Store". Doch GetJar betont, dass Apple in den USA überhaupt erst im zweiten Anlauf eine lediglich provisorische Eintragung der Marke erreicht hat - gegen die es bereits Widerstand gibt. "GetJar hat sich den Vertrieb von Apps an Kunden seit 2005 zum Geschäft gemacht, lange vor Apple", betont zudem Unternehmens-CEO Ilja Laurs. Man sei damit ein Pionier jenes Modells, das die Allgemeinheit heute unter "App Store" kennt. GetJar will sich der Apple-Forderung jedenfalls nicht beugen. Das ist verständlich, da unter anderem Microsoft die US-Marke ebenso beeinsprucht hat wie die europäische. Allerdings räumt GetJar selbst ein, dass man die Worte App Store erst seit 2009 aktiv nutzt - nach dem Lauch des iTunes App Store im Jahr 2008. Der Begriff an sich war freilich schon bei Apple nicht neu. So hatte der CRM-Spezialist Salesforce Ende 2006 die Vision von einem "AppStore" präsentiert, das dem Verkauf von Software dient.

GetJar sieht sich als App-Marktplatz "von Entwicklern für Entwickler". Anlässlich der Apple-Unterlassungsaufforderung äußert sich Mork daher auch gleich zu aus seiner Sicht bedenklichen Tendenzen auf dem Markt. So kritisiert er, dass Entwickler aller Offenheitsbeteuerungen zum Trotz sich grundsätzlich nicht frei für eine von ihnen bevorzugte Bezahlmethoden entscheiden können. Zudem verweist er darauf, dass Microsoft aufgrund des "kaputten Patentsystems" in den USA erfolgreich Lizenzgebühren bei Android-Geräten kassiert. "Wenn Apple nicht gerade Amazon verklagt, verklagen sie Startups", meint der GetJar-CMO weiters. Für ihn ist die Frage, wohin all die Rechtsstreits und Drohungen rund um mobile Betriebssysteme, Smartphones und Apps letztlich führen werden. "Macht sich eigentlich irgendjemand Gedanken darüber, ob App-Entwickler und Content-Anbieter genug Geld verdienen, dass das Licht nicht ausgeht?" (pte)

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