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22.06.2011 Christof Baumgartner/idg

Das Rennen um M-Payment hat begonnen

Google hat kürzlich ein eigenes Bezahlsystem für Smartphones vorgestellt, das Bargeld und Kreditkarten überflüssig machen soll. M-Payment gilt als Milliardenmarkt und viele Unternehmen arbeiten an Lösungen. Mitbewerber Paypal gefällt das nicht und klagt.

Noch zücken beim Einkaufen die meisten zum Bezahlen ihre Brieftasche. Doch dieser Handgriff soll künftig überflüssig werden. Mehrere Anbieter arbeiten an Systemen, die das Handy zum Zahlungsmittel machen. Die Produkteinführung der elektronischen Geldbörse Google Wallet stellt den bislang aussichtsreichsten Versuch dar, Mobile Payment im Markt durchzusetzen. Hinter Wallet verbirgt sich die Möglichkeit, direkt mit dem Smartphone zu bezahlen. Und zwar berühungslos über NFC (Near Field Communication). Dafür arbeitet Google anfänglich mit den Unternehmen Citi, Mastercard, First Data und Sprint zusammen. Google Wallet nutzt eine Android-App, die derzeit noch getestet wird und »bald« veröffentlicht werden soll. Sie läuft zunächst nur auf einem einzigen Telefon, nämlich auf der von Samsung gebauten Google-eigenen 4G-Ausführung Nexus S. In einer Applikation lassen sich die Kreditkarten-Daten einer Mastercard von Citi hinterlegen. Außerdem unterstützt die App eine Google-eigene Prepaid-Karte, die sich mit ziemlich beliebigen Payment-Karten aufladen lassen soll. Mit dem Telefon bezahlen kann man dann an rund 300.000 POS in den USA, die Mastercards PayPass akzeptieren. Dazu verzahnt Google den Dienst mit seinem Groupon-ähnlichen Service Google Offers, über den Händler Schnäppchen und andere Kundenbindungs-Aktivitäten offerieren können.

GEFAHR FÜR BANKEN »Google ist es gelungen, die für eine Markteinführung erfolgsentscheidenden Faktoren zusammenzubringen«, so die Einschätzung von Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender des deutschen Finanzdienstleisters GFT Technologies. Aber den Banken drohe damit die Gefahr, auf längere Sicht vollständig den direkten Kontakt zum Kunden zu verlieren und nur noch als Backend-Transaktionspartner von Internetanbietern zu fungieren. Banken sollten daher ihre Strategien rund um das Mobile Banking auf den Prüfstand stellen. »Die Spielregeln werden jetzt neu definiert«, sagt der GFT Chef. »Die Ideen und die Technologien für das Mobile Payment sind seit Jahren bekannt und auch von Google nicht neu erfunden worden. Etablierten Banken und auch Telekommunikationsunternehmen ist es allerdings nicht gelungen, eine Führungsrolle in diesen Märkten zu übernehmen. Jetzt geht es darum, unter neuen Bedingungen eine möglichst wichtige Rolle – oder vielmehr überhaupt noch eine Rolle – bei den mobilen Zahlungsdiensten zu spielen.« Keine Gefahr für sein Geschäft sieht vorerst American-Express-Deutschlandchef Werner Decker. »Eine Herausforderung wäre für uns, wenn Google zur Bank würde oder eine Bank gründen würde, statt nur Durchlauferhitzer zu sein. Aber daran glaube ich nicht.«

Doch wo ein Milliardenmarkt vermutet wird, gibt es auch viele Interessenten. Die Ebay-Tochter Paypal klagt den Internetkonzern beziehungsweise zwei seiner Mitarbeiter wegen Geheimnisverrat. Die Paypal-Klage zeigt zugleich, wie hart der Konkurrenzkampf wird. Auch Mobilfunkanbieter, Banken – und angeblich auch Apple mit seinem iPhone – arbeiten an eigenen Diensten.

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